Übersicht Kosten Elektroauto

Was kostet eigentlich ein E-Auto?

Wir haben für Sie berechnet, wie viel ein E-Auto kostet. Hier erfahren Sie im Detail: Was kostet die Anschaffung eines Elektroautos? Was bringt die staatliche Umweltprämie? Wie teuer ist das Fahren (Steuer, Versicherung, Strom, Service, Reparaturen)? Welche Vollkosten entstehen? Was bringt der Wiederverkauf eines E-Autos?

Beim Mieten einer Wohnung trennt man Kalt- und Warmmiete. Die erste geht an den Vermieter, das zweite meint Nebenkosten wie Energie und Wasser. Beim Auto trennt man Kosten für Kauf und Unterhalt. Die Rechnung fürs Elektroauto sieht gegenüber dem Verbrenner etwas anders aus.

Was kostet ein neues Elektroauto?

Die spontane Antwort lautet oft: zu viel. Schon weil sie meist aus einer Kleinserie stammen, haben Elektroautos einen stolzen Preis. „2017 gaben die Deutschen durchschnittlich 32.850 Euro für einen Neuwagen aus“, meldet das CAR-Institut. Für diesen Preis erhält man zum Beispiel einen gut ausgestatten VW Passat, ohne in Luxus zu schwelgen. Ein VW Golf GTD kostet ohne Extras ziemlich genau diesen Durchschnittspreis, nämlich 31.500 Euro.

Unsere Beispiele:

  • Dieselauto: Unsere Käuferin Veronika Brenner kauft einen Diesel-Golf zu diesem Preis. Sie handelt einen Rabatt von 10 Prozent aus, mit Extras wie Parkassistent und Navigationssystem bleibt der Endpreis bei 32.000 Euro.
  • Elektroauto: Unser Käufer Edgar Stromberg leistet sich einen VW e-Golf *, mit einigen Extras zum Preis von knapp 40.000 Euro. Er handelt ebenfalls einen Rabatt von 10 Prozent aus, daraus ergibt sich ein Endpreis von 36.000 Euro. Wichtigstes Extra ist übrigens eine CCS-Ladedose zum wesentlich schnelleren Laden für 625 Euro.

* Modelle wie der Hyundai Ioniq und der BMW i3 liegen preislich etwa gleichauf. Viel gekaufte Fahrzeuge wie der Nissan Leaf, der Kia Soul und der Renault ZOE sind in der Anschaffung deutlich günstiger. Wir klammern alternative Finanzierungsmodelle wie das Leasing aus.

Kaufen mit Umweltbonus

Wer einen alten Diesel verschrottet, kann bei Volkswagen bis zu 10.000 Euro Prämie erhalten, muss dann allerdings mit einem Verbrennungsmotor in die Zukunft fahren. Für den Kauf eines Elektroautos erhält man vom Bund den staatlichen Umweltbonus. Er beträgt 4.000 Euro für reine Elektrofahrzeuge und 3.000 Euro für Hybridfahrzeuge.

In unserem Beispiel verringert sich der Preis für den VW e-Golf um die vom Hersteller gezahlte Zukunftsprämie von 2.380 Euro , zusätzlich zahlt der Staat die zweite Hälfte des Umweltbonus, genau 2.000 Euro. Ergo verringert sich der Preis auf 31.620 Euro. Wie der Umweltbonus im Detail funktioniert und wie er beantragt wird, erfahren Sie im Artikel: Förderung für Elektroautos: So funktioniert der Umweltbonus.

Steuern und Versicherung fürs Elektroauto

Elektroautos fahren 10 Jahre lang steuerfrei. Das Dieselfahrzeug hat 2 Liter Hubraum und stößt laut Prospekt 118 Gramm Kohlendioxid je Fahrkilometer (g CO2 / km) aus. Für jedes g CO2 über 95 g sind 2 Euro, für 100 Kubikzentimeter Hubraum sind beim Diesel je 95,50 Euro zu zahlen. Wer wissen möchte, was er NICHT zahlt: Für ein Elektroauto, das 1.600 Kilo wiegt, würde der Staat 45 Euro Steuern veranschlagen.

  • Dieselauto: Veronika Brenner zahlt für den VW Golf GTD pro Jahr 236 Euro Steuern. Bei acht Jahren Haltedauer verauslagt die Dieselfahrerin knapp 2.000 Euro Steuern.
  • Elektroauto: Edgar Stromberg kommt mit dem VW e-Golf ungeschoren davon. Er zahlt 0 Euro. Somit beträgt sein Kostenvorteil jetzt über 2.000 Euro.

Die Versicherungskosten sind nach Regionalklassen, Schadenfreiheit und viele individuellen Merkmalen gestaffelt. Deshalb kann man sie weder pauschal angeben noch wirklich vergleichen. Wer einen Umweltbonus bei seiner Versicherung erhält und eine Vollkasko-Police wählt, welche die kostspieligen Akkus einschließt, zahlt in etwa so viel wie für ein Auto mit Verbrennungsmotor. Am meisten kann man sparen, wenn man Tarife und Leistungen sorgfältig vergleicht.

Allmählich sammeln die Versicherungen Erfahrungen mit Elektroautos. Ihre Fahrer sind in aller Regel nicht nur besonders umweltbewusst, sondern fahren auch vorsichtig, vorausschauend und verursachen weniger Unfälle. Ein großes Vergleichsportal sieht im direkten Vergleich BMW i3 kontra BMW 114, Mitsubishi i-MiEV kontra Mitsubishi Space Star die „Elektrischen“ mit 60 Euro Ersparnis vorn, den VW e-Golf mit 13 Euro hinten. Wir werten den Vergleich unentschieden.

Elektroauto: Was kosten Strom und Kraftstoff?

Elektrofahrzeuge verbrauchen Strom. Wie viel, das hängt stark von der Fahrweise ab. Vielleicht noch mehr als beim Verbrennungsmotor. Dieselfahrer profitieren von einem steuerbegünstigten Kraftstoff, der mit etwa 20 Cent je Liter gegenüber Benzin subventioniert wird. Ab 10.000 Kilometern im Jahr fährt ein Dieselfahrer im Allgemeinen günstiger.

Elektrofahrer laden manchmal noch umsonst – überall dort etwa, wo Supermärkte, Hotels und Restaurants um Kunden werben. Doch diese Gelegenheiten werden leider seltener. Im Idealfall stellt sogar der Arbeitgeber eine Ladesäule zur Verfügung. Am günstigsten laden Elektrofahrer oft zuhause an der Steckdose oder an der eigenen Wallbox. Zu über 50 Prozent entfallen die Kosten von knapp 30 Cent je Kilowattstunde auf staatliche Abgaben und Umlagen.

  • Dieselauto: Veronika Brenner verbraucht mit dem VW Golf GTD 5,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Kostenpunkt: knapp 7 Cent je Kilometer, das ergibt 962 Euro Spritkosten im Jahr bei einer (durchschnittlichen) Fahrleistung von 14.000 Kilometern.
  • Elektroauto: Edgar Stromberg verbraucht mit dem VW e-Golf circa 15 Kilowattstunden Ökostrom auf 100 Kilometern. Das kostet ihn etwa 4,5 Cent je Kilometer, das ergibt 630 Euro Spritkosten im Jahr bei einer Fahrleistung von 14.000 Kilometern.

Im Lauf von acht Jahren spart das Elektroauto 332 Euro also jährlich, insgesamt also mehr als 2.500 Euro. Der gesamte Kostenvorteil fürs elektrische Fahren liegt jetzt schon weit über 4.000 Euro.

Kosten für Service, Wartung und Reparaturen

Ein Elektrofahrzeug ist wesentlich einfacher aufgebaut als ein Verbrennungsmotor und besitzt entsprechen weniger Verschleißteile. Was nicht verschleißt, kann nicht kaputt gehen. „Ein Achtzylindermotor hat 1.200 Teile, ein Elektromotor nur 17 Teile", hat einmal ein hochrangiger BMW-Manager angemerkt. Ähnlich sieht es bei Kupplung und Getriebe aus, einen Auspuff sucht man vergebens. Nur die Reifen verschleißen schneller: Das höhere Drehmoment des Stromers bewirkt, dass sie nach etwa 25.000 Kilometern ihr Profil verloren haben.

Wie viele Ladezyklen ein Akku durchhält und ob seine Leistung nicht irgendwann so stark nachlässt, dass er ersetzt werden muss, ist allerdings ungewiss. Man weiß es nicht. Wer seinen Akku nur mietet wie viele Käufer des Renault ZOE, verschafft sich damit eventuell strategischen einen Vorteil. Käufer sollten sich von ihrem Verkäufer eine Zusicherung und wenn möglich, sogar eine Garantie geben lassen, welche Lebensdauer die Akkus haben.

Einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen hat für elektrisch angetriebene Kleinwagen allein bei den Kosten für Inspektionen rund 1.300 Euro in acht Jahren ermittelt.

Im Lauf von acht Jahren spart somit ein Elektroauto der Golf-Klasse circa 300 Euro jährlich, in acht Jahren also 1.500 Euro. Der Kostenvorteil fürs elektrische Fahren steigt geschätzt um weitere 1.500 Euro.

Alles in allem: Vergleich Elektroauto und Benziner/Diesel

Seit die Preise für Elektrofahrzeuge günstiger werden, bestehen sie auch im Vollkosten-Vergleich mit fünf bis 10 Prozent Vorsprung gegenüber Diesel und Benziner. Allerdings verursachen Elektroautos oft deswegen höhere Vollkosten, weil sie in der Anschaffung teurer sind als Autos mit Verbrennungsmotoren und meist nur kurze Strecken fahren.

Die Batterietechnik entwickelt sich noch rasch, birgt aber auch Unsicherheiten, die zurzeit kaum auszuräumen sind. Tendenziell sinken die Akkupreise. Wie teuer das Auto effektiv war, das man acht Jahre besessen hat, erfährt man nicht zuletzt beim Wiederverkauf. Der Wertverlust beeinflusst die Gesamtrechnung wesentlich. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Wertverlust bei Elektroautos mit durchschnittlich 45 Prozent in drei Jahren nicht höher liegt als bei Diesel und Benziner.

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