E-Mobilität im WM-Gastland Russland

E-Mobilität: Ein Blick nach Russland

Die WM ist im vollen Gange. Und wie von der FIFA zu hören ist, soll sie eine besonders nachhaltige sein. Aber wie sieht es eigentlich in Russland beim Umweltschutz und der Elektro-Mobilität aus?

2017 war das „Jahr der Umwelt“ in Russland. Insgesamt gut 3,5 Milliarden Euro stellte die Regierung für diverse Maßnahmen und Aktionen bereit. Geplant war nicht nur eine Umwelterziehung, ein Teil des Geldes floss auch in Unternehmen, die auf umweltfreundliche Technologien umsteigen. Außerdem wurden unterschiedlichste Umweltprojekte im Land angestoßen. Insgesamt elf neue Naturschutzgebiete sollten entstehen und eine Mülltrennung nach deutschem Vorbild eingeführt werden.

Das ist viel für ein Land, von dem man hier bei uns im Westen nur ausgesprochen wenig weiß – nicht nur in Sachen Umwelt. Bislang schaffte es das Land eher in die Nachrichten, wenn es Probleme mit der Umwelt hatte. Und im Umweltschutz, wie man ihn aus Deutschland und anderen Nationen kennt, hatte man Russland bislang wenig zugetraut.

Im Land bilde sich allmählich aber tatsächlich so etwas wie Umweltbewusstsein heraus, bestätigt Greenpeace Russland. Vor allem bei jungen Leuten sei das der Fall. Systematischer Umweltschutz sei allerdings nicht zu erkennen. Vieles hänge vom Enthusiasmus einzelner Beamter ab, so die Umweltorganisation. Aber allein die Tatsache, dass es das Umweltjahr gab, sei gut.

Wie der Kreml die E-Mobilität fördern will

Dass sich etwas tut, zeigt sich vor allem auch im Bereich Mobilität. Hier will Russland gerade bei der Elektro-Mobilität einen großen Sprung nach vorn machen. Schon 2016 schaffte man dafür die Einfuhrzölle für Elektroautos ab, strich die Kfz-Steuer und stellte den E-Autofahrern stellenweise Freiparken und die Nutzung spezieller Fahrspuren in Aussicht.

Außerdem beschloss der Kreml, dass alle regionalen Verwaltungen bei Ausbau der Elektromobilität mitmachen sollen, eine dafür notwendige, neue Infrastruktur werde errichtet, meldeten damals die russischen Medien. Zudem seien intelligente Systeme geplant, die den Verkehr steuern sollen. Anfang November 2016 verpflichtete Präsident Wladimir Putin alle rund 25.000 Tankstellen im Land, je eine Ladestation für E-Autos aufzustellen.

Die beliebtesten E-Autos in Russland

Anfang 2017 fuhren gut 1.000 E-Autos durchs Russland. Die meisten davon sind in Moskau unterwegs. Das ist auch kein Wunder, denn hier ist die Infrastruktur gut ausgebaut. Auf dem Land hingegen sieht das anders aus – Ladestationen sind dort Mangelware.

Aber die Aussichten sind gut: Bis 2020 könnten bis zu 25.000 E-Autos in Russland angemeldet sein, schätzen Experten. Die beliebtesten Fahrzeuge mit Stromantrieb sind momentan

  • Nissan Leaf
  • Mitsubishi i-MiEV
  • Tesla Model S
  • Renault Twizy
  • Tesla Model X
  • BMW i3

Elektroautos aus russischer Produktion

2012 ging das erste elektrisch angetriebene Serienfahrzeug des Lada-Herstellers AwtoWAS an den Start. Der EL Lada war ein unauffälliger Kleinwagen, der auf dem Modell Kalina basierte. Auf der aktuellen Lada-Homepage findet man den Wagen allerdings nicht mehr. Und auch der Prototyp Vesta EV mit einer Reichweite von 170 Kilometern, den das Unternehmen 2016 vorstellte, ging bislang nicht in Serie. Immerhin soll das Auto wohl in einer Erdgas-Variante auf den Markt kommen.

Auch hierzulande vollkommen unbekannte russische Unternehmen wie UAZ drängen in den e-mobilen Markt. UAZ plant nach Angaben von Germany Trade & Invest, der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing, die Serienproduktion des Pickup-Modells Profi. Dieses Modell soll ab 2020 mit Hybridantrieb vom Band laufen. Hauptabnehmer soll der russische Netzriese Rosseti sein.

Auch der Nahverkehr beim WM-Gastgeber wird grüner

Moskau testet schon seit längerem unterschiedliche Elektrobusse, bis 2020 will die Hauptstadt alle Busse mit Benzin- oder Diesel-Motoren durch E-Busse ersetzt haben. Das russische Unternehmen Volgabus stellte im Juli 2017 in Wolgograd den ersten elektrobetriebenen Stadtbus CitiRitm-12E mit einer Leistung von 115 kW vor. Noch in diesem Jahr 2018 soll der selbstfahrende Minibus Matrjoschka mit Elektroantrieb und Platz für bis zu 20 Personen in Serie gehen.

Die russische GAZ-Gruppe forscht mit der Moskauer Staatlichen Universität (MGU) an effizienten E-Motoren. Kamaz und Siemens arbeiten an der Entwicklung von E-Trucks und E-Bussen sowie gasbetriebenen Kfz. Das Konsortium DK Rus von Kamaz und Daimler plant ab 2018 den Bau von Kleinbussen des Modells Sprinter mit Elektroantrieb.

Unser Fazit: Sicher, die Schritte, die Russland auf dem Weg zur E-Mobilität macht, sind noch kleine. Aber immerhin bewegt sich das Land in die richtige Richtung.

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