Hybrid oder Elektro

Elektro oder Hybrid?

Die Zeit ist reif für ein Auto mit alternativem Antrieb. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Elektroauto? Oder lieber doch ein Hybrid? Wir haben uns die beiden Systeme ein wenig näher angeschaut.

Reine Elektroautos fahren mit Strom. Laden sie Ökostrom, sind sie so umweltfreundlich wie kein anderes Auto: Sie stoßen dann nämlich keinerlei Emissionen aus. Betanken lässt sich ein Elektroauto auf verschiedene Arten, zum Beispiel an einem der bundesweit rund 7.000 öffentlichen Ladepunkte. Hat man einen Platz ergattert, dauert der Ladevorgang in der Regel ein bis zwei Stunden.

Reine Elektroauto: So laden Sie zuhause

80 Prozent aller Elektroauto-Fahrer laden ihr Auto zuhause. Die meisten machen das über Nacht oder immer dann, wenn das Auto nicht in Bewegung ist. Theoretisch ist es möglich, sein Auto an jeder normalen Steckdose zu laden: Stecker vom Toaster raus, den vom Auto rein und los geht’s. Der Wermutstropfen: Diese Art zu tanken ist die bei weitem langsamste. Je nach Ladeleistung des Autos dauert das Laden per Steckdose zwischen acht bis 15 Stunden. Das liegt daran, dass eine ganz normale Haushaltssteckdose mit 230 Watt nur über 2,3 Kilowatt (kW) Ladeleistung verfügt. Für neue Elektroautos, deren Akkuleistung ziemlich hoch ist, reicht diese Form der „Versorgung“ nur in Notfällen.

Eine heimische Wallbox lädt den Akku des Elektro-Autos nach ein bis vier Stunden voll auf.

Mit einer Wallbox sieht das ganz anders aus. Die Ladestation für Zuhause arbeitet viel schneller als es Steckdosen können: Nach ein bis vier Stunden sind die Akkus wieder voll. Egal, ob Sie sich für eine Ladestation mit 11 oder 22 kW Ladeleistung entscheiden: Die Wallbox sollte immer ein Fachmann an den Drehstrom mit 400 Volt anschließen.

Gut zu wissen: Wer sein Auto an eine öffentlichen Ladestation lädt, muss mit Ladezeiten wie an der heimischen Tanke rechnen.

Zwei in einem: Hybrid-Autos

Bei Hybrid-Autos kommen sowohl ein Elektro- als auch ein Verbrennungsmotor zum Einsatz. Dabei gilt: Jeder Motor ist dann aktiv, wenn er seine beste Leistung abruft. Weil Elektromotoren schon bei niedrigen Drehzahlen besonders effizient sind, springen sie an, wenn das Hybrid-Auto langsam unterwegs ist, zum Beispiel im Stadtverkehr.

In der Stadt punktet das Hybrid-Auto deutlich vor einem Wagen mit Verbrennungsmotor: Der Hybrid verbraucht bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff.Quelle: ADAC

Bei Stadtfahrten verbraucht ein Hybrid-Auto nach Berechnungen des ADAC bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Der Grund: Da man im Stadtverkehr oft nur langsam vorankommt und oft bremsen muss, kommt nur der E-Motor zum Zug.

Hybrid-Autos braucht man nicht an Ladestationen betanken, sie übernehmen das gewissermaßen selbst. Der Elektromotor lädt sich über einen Dynamo auf – bei jeder Fahrt. Außerdem nutzt der Motor die Energie, die beim Bremsen frei wird, um sich aufzuladen. Diesen Effekt nennt man Rekuperation. Das ist praktisch, weil man so deutlich seltener zur Ladestation muss. Außerdem sind die Elektromotoren immer dann aktiv, wenn das Auto anfährt.

Sobald höhere Drehzahlen gefragt sind, punktet der Verbrennungsmotor. Hybrid-Autos sind dazu in der Lage, je nach Situation zwischen den Antrieben zu wechseln. Das ist auch der Grund, warum die Reichweite der Elektromotoren vergleichsweise gering ist. Das darf sie auch sein, weil es ja den schon angesprochenen zweiten Motor gibt. Der Otto- oder Dieselmotor sorgt für mehr Reichweite. Oder er springt ein, wenn man kurze Strecken bewältigen muss, aber nicht mehr genug Energie im Akku ist.

Varianten: Mild- und Plug-in-Hybride

Neben den normalen Hybrid-Autos gibt es auch sogenannte Plug-In-Hybride. Sie lassen sich – anders als die klassischen Hybride – über einen Stecker an jeder Ladestation betanken. Auch die Plug-In-Modelle verfügen über einen zweiten Motor, der entweder mit Benzin oder seltener mit Diesel läuft.

Auch Mild-Hybrid-Fahrzeuge haben einen Elektromotor. Allerdings kann ein solches Auto nicht ausschließlich mit dem E-Motor fahren. Das liegt daran, dass Akkuleistung und Drehmoment dafür zu gering sind. Der E-Motor unterstützt deshalb nur den Verbrennungsmotor und macht ihn agiler. Zum Einsatz kommen diese Antriebe zum Beispiel in den Hybrid-Modellen von Audi, Mercedes, Volvo und VW.

Elektro oder Hybrid: Die Systeme im Vergleich

Klar ist, dass sowohl Elektro- als auch Hybrid-Autos in Sachen Umweltverträglichkeit Diesel- und Benzinfahrzeuge schon heute um Welten voraus sind. Das wird sich in Zukunft ziemlich sicher weiter vertiefen. Einige Fakten, die man ihnen noch als Nachteil auslegen kann, werden in ein paar Jahren vom Tisch sein. Dann nämlich, so die Prognosen, sind Autos mit alternativem Antrieb nicht mehr teurer als die Konkurrenz mit Verbrennungsmotor, sie werden auch deutlich weiter als im Moment kommen. Ganz zu schweigen davon, dass sich auch die Tanksituation verbessern wird.

Oder kurz: Die Alternativen werden alternativlos. Das gilt vor allem für das reine Elektroauto.

Elektroauto vs. Hybrid: Vor- und Nachteile

E-Auto: Das sind die Vorteile

• Nur Strom, kein Benzin oder Diesel; Das heißt: Mit Ökostrom im Tank absolut umweltverträglich unterwegs
• Es gibt 4.000 Euro Umweltbonus
• Einfacher Motor und geringe Wartungskosten
• Geringe Betriebskosten
• Niedrige Steuerlast und günstige Versicherungsbeiträge

E-Auto: Das sind die Nachteile

• Die Infrastruktur zum Laden von Elektroautos ist noch etwas löchrig
• Die Ladezeiten eines Elektroautos sind sehr lang
• Zur Zeit gelten zum Teil sehr lange Lieferzeiten
• Die Anschaffungskosten sind noch vergleichsweise hoch
• Es fehlt noch an der Langzeiterfahrung

Hybrid-Autos: Das sind die Vorteile

• Vergleichsweise hohe Reichweite
• Einfacher Motor, niedrige Wartungskosten
• Sparpotenzial für alle, die häufig in der Stadt fahren
• 3.000 Euro Umweltbonus
• Sanfter Übergang zum Elektrischen Fahren für alle die noch zögern

Hybrid-Auto: Nachteile

• Hohes Gewicht
• Höherer Energieverbrauch (Strom und Sprit)
• Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten
• Geringer Umweltbonus
• Für lange Autobahnfahrten eher nicht geeignet
• Wenig Stauraum

Und was ist mit der Umwelt?

In Sachen Umweltschutz hat das Elektroauto ganz klar die Nase vorn. Fährt es mit Ökostrom, dann gibt es keinerlei umweltschädliche Emissionen ab. Das ist beim Hybrid-Auto auch so – wenn der Elektromotor in Aktion ist. Sobald der Verbrenner zum Einsatz kommt, wendet sich das Blatt. Denn dann ist der Hybrid im Grunde ein ganz normales Auto, dass Benzin oder Diesel braucht und deshalb jede Menge Schadstoffe ausstößt.

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