Mit dem E-Auto zur Arbeit

Steuervorteil: E-Auto als Firmenwagen

Fast zwei Drittel aller Fahrzeuge sind Firmenwägen. Bei den Elektroautos ist es nur jedes dritte. Das wird sich vermutlich ändern. Der Grund: Die steuerlichen Vorteile machen Elektroautos seit 2019 noch attraktiver.

Elektroautos sollen steuerlich nicht benachteiligt werden. Das ist verständlich, denn schließlich will Vater Staat die umweltfreundliche Mobilität unbedingt nach vorn bringen. Neben dem Umweltbonus von 4.000 Euro für die Anschaffung eines Elektroautos (3.000 Euro gibt es für ein Hybridfahrzeug) fallen steuerlich drei Aspekte ins Gewicht, wenn das Dienstfahrzeug ein Elektroauto ist:

  1. der „geldwerte Vorteil“ der Nutzung
  2. die Nutzung der Ladeinfrastruktur
  3. die Absetzbarkeit der Strom

Geldwerter Vorteil bei E-Autos als Dienstwagen

Ein Dienstwagen vom Arbeitgeber gilt als „geldwerter Vorteil“, der wie ein Einkommen zu versteuern ist. Ein Prozent des Brutto-Listenpreises sind pro Monat zu versteuern, also beispielsweise 500 Euro für ein Fahrzeug, das brutto 50.000 Euro gekostet hat. Wie viel tatsächlich gezahlt wurde, also welcher Rabatt etwa ausgehandelt wurde, fließt in die Rechnung nicht ein.

Seit Anfang 2019 gibt es eine neue Regelung. Um Unternehmen die Entscheidung für ein E- oder ein Hybrid-Auto leichter zu machen, hat die Bundesregierung beschlossen, die den geldwerten Vorteil bei der privaten Nutzung von E-Autos zu halbieren (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG).

Dieser Steuervorteil gilt allerdings nur für Fahrzeuge, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Bei allen E-Autos, die vor Anfang 2019 gekauft beziehungsweise geleast wurden, gilt die bisherige Regelung weiter.

Nachteilsausgleich für E-Autos: Rechnung ohne Akku

Beim Elektroauto fallen die Akkus nicht nur beim Gewicht auf: Sie sind auch die teuerste Komponente der Fahrzeuge. Der Gesetzgeber berücksichtigt das bei der Dienstwagenbesteuerung und räumt einen „Nachteilsausgleich“ ein: Die hohen Akkukosten werden nicht vollständig besteuert.

Seit 2013 regelt regelt ein Gesetz, welche Beträge pauschal als Wertanteil des Batteriesystems auszuklammern sind. Dabei legt der Gesetzgeber einerseits den Betrag fest, um den Listenpreis zu verringern: Für alle Elektrofahrzeuge, die bis 2013 oder früher zugelassen wurden, sind es 10.000 Euro.

Andererseits erwartet das Gesetz, dass die Kapazität der Elektroauto-Batterien stark steigt und die Akkupreise mit der steigenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen kontinuierlich fallen werden. Deshalb sinkt der Höchstbetrag jährlich um 500 Euro und wird 2022 nur noch 5.500 Euro betragen. Pro Kilowattstunde Batteriekapazität sieht das Gesetz einen jährlich um 50 Euro fallenden Minderungsbetrag vor.

Die folgende Tabelle zeigt, wie der Höchstbetrag Jahr für Jahr sinkt und welcher Betrag je Kilowattstunde als Nachteilsausgleich angesetzt werden kann:

Erstzulassung des E-Autos Minderungsbetrag (€ je kWh) Höchstbetrag (€) Grenzwert für die pauschal geförderte Batteriekapazität (kWh)
bis 2013 500 10.000 20,0
2014 450 9.500 21,1
2015 400 9.000 22,5
2016 350 8.500 24,3
2017 300 8.000 26,7
2018 250 7.500 30,0
2019 200 7.000 35,0
2020 150 6.500 43,3
2021 100 6.000 60,0
2022 50 5.500 110,0

 

Die Evaluierung im Auftrag des Bundesfinanzministeriums 2017 hat die Annahmen des Gesetzgebers 2013 bestätigt. Nicht berücksichtigt ist die Entfernungspauschale, falls die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem Dienstwagen erfolgen.

Fahrtenbuch statt 1-Prozent-Regel?

Je nach Anteil der privaten Nutzung kann es für den Fahrer des Firmenwagens ein Vorteil sein, nicht pauschal, sondern nach den tatsächlichen Kosten abzurechnen. Wer zum Beispiel nur wenige private Fahrten unternimmt, will es eher vermeiden, nach der 1-Prozent-Regel einen hohen geldwerten Vorteil zu versteuern. In diesem Fall verfährt das Gesetz analog: „Die Aufwendungen [werden] um die darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem in Höhe des pauschalen Minderungsbetrages gemindert.

Seit Anfang 2019 gibt es auch eine Neuerung bei der Fahrtenbuchmethode, bei der die Anschaffungskosten für das E-Auto in Form der Abschreibung berücksichtigt werden. Entsprechend der Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der Listenpreisregelung halbiert der Gesetzgeber auch hier die zu berücksichtigende Abschreibung. Das gilt auch für geleaste oder gemietete Kraftfahrzeuge: Hier werden nun die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte berücksichtigt.

Ladestation vom Unternehmen

Ob Dienstwagen oder Privat-Pkw, wer ein Elektroauto fährt, braucht eine Ladelösung. Ob man zuhause lädt oder im Betrieb, macht bei den Kosten einen großen Unterschied. So sieht es auch das Finanzamt. Und bietet eine vorteilhafte pauschale Besteuerung: Übereignet der Arbeitgeber dem Nutzer des Firmenfahrzeugs eine Ladeeinrichtung, wird dies pauschal mit 25 Prozent besteuert. Diese Leistung bleibt frei von Sozialabgaben. Zahlt der Arbeitgeber nur einen Zuschuss für die Anschaffung einer Ladeeinrichtung, die der Firmenwagen-Fahrer selbst übernimmt, wird die Lohnsteuer ebenfalls mit 25 Prozent pauschaliert.

Solange die Ladeinfrastruktur für Elektroautos noch weiße Flecken aufweist, kann eine mobile Ladeeinrichtung im Kofferraum die beste Lösung sein. Überlässt sie der Arbeitgeber leihweise zur privaten Nutzung, bleibt dies steuerfrei.

Ladestation im Unternehmen

Für Unternehmen, die ihren Fuhrpark um Elektroautos erweitern, empfiehlt es sich ohnehin, eine eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen, Sie können dafür bei der bundeseigenen KfW-Bank zinsvergünstigte Kredite erhalten. Unter den Programmnummern 240 und 241 kann man sich im Detail informieren. Beantragt wird ein solcher Kredit bei einem Finanzierungspartner der KfW – das kann die eigene Hausbank sein.

Stromkosten für Dienstwagen pauschal absetzen

Wer noch mit einem Verbrennungsmotor im Dienstwagen fährt, sammelt in aller Regel Tankbelege. Oft erstattet der Arbeitgeber alle Beträge. Und beim Elektroauto? Hier fallen zwei gravierende Unterschiede auf. Zum einen liegen die Betriebskosten von Elektroautos deutlich niedriger: Bei einem Verbrauch von 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometern entstehen Kosten von etwa fünf Euro; für einen PKW, der etwa sieben Liter Kraftstoff „schluckt“, schlagen zehn Euro zu Buche. Zum anderen jedoch sind die Kosten beim E-Auto schwer zu belegen. Schließlich gibt es weder im Fahrzeug noch an der Ladesäule eine geeichte, steuer- und gerichtsfeste Verbrauchserfassung.

Schlanke Pauschalen für Stromkosten

Der Gesetzgeber hat die steuerlichen Regeln im Interesse der Entbürokratisierung einfach gehalten: Abgerechnet wird pauschal. Das kostenlose oder verbilligte Laden beim Arbeitgeber ist komplett steuerfrei. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob die Überlassung und Nutzung des Elektroautos nach der 1-Prozent-Regel oder mit Fahrtenbuch erfolgt.

Lädt der Fahrer eines Firmen-Elektroautos sein Fahrzeug zuhause, kann er dies steuermindernd geltend machen. Für alle denkbaren Fälle gibt es monatliche Pauschalen, die dem Fahrer eines Firmenwagens steuerbefreit als Auslagen ersetzt werden.

Laden beim Arbeitgeber möglich

  • 20 Euro für Elektrofahrzeuge
  • 10 Euro für Hybridfahrzeuge

Laden beim Arbeitgeber nicht möglich

  • 50 Euro für Elektrofahrzeuge
  • 25 Euro für Hybridfahrzeuge

Fazit: Jeder kann mitmachen

Nie hat es sich für Unternehmen mehr gelohnt, auf die E-Mobilität umzusteigen als jetzt. Dafür sorgen die vielen neue steuerliche Vorteile für Elektroautos als Firmenwägen. Und ganz nebenbei macht sich das Image als innovatives, zukunftsfähiges Unternehmen zu gelten, doch auch ganz gut, oder?

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