Elektroauto förderung

So funktioniert die Förderung für E-Autos

Sie wollen sich ein Elektroauto zulegen? Dann sollten Sie schnell sein! Schließlich erhalten Sie für den Kauf eines Elektroautos eine attraktive Förderung in Höhe von 4.000 Euro. Aber Vorsicht! Nur solange der Vorrat reicht!

Was genau steckt hinter der Förderung für Elektroautos?

Seit Anfang Juli 2016 gibt es hier bei uns in Deutschland eine Kaufprämie (offiziell „Umweltbonus“) für reine Elektroautos, Plug-in-Hybrid- und Brennstoffzellenautos. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, via Umweltbonus den Absatz von neuen Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Die Förderung übernehmen die Bundesregierung und Autoindustrie jeweils zur Hälfte.

Und der Topf ist gut gefüllt: „Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung“, so BAFA-Präsident Andreas Obersteller im Januar 2018. Weitere 600 Millionen Euro kommen durch die Autohersteller dazu, so dass sich eine beträchtliche Fördersumme in Höhe von 1,2 Milliarden Euro ergibt. Die Förderung pro Elektroauto beläuft sich auf 4.000 Euro für reine Elektroautos. Immerhin 3.000 Euro gibt es für Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor.

Umweltbonus: Der aktuelle Stand

Das Programm wurde 2016 durch die damalige Bundesregierung aufgesetzt. Ende Juni 2019, nach genau drei Jahren, endet das Programm. Im Fördertopf steckt genug Geld, um den Kauf von 300.000 bis 400.000 E-Mobilen zu unterstützen. Trotz „Windhundprinzip“ – das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, bis der Topf leer ist – ist  noch jede Menge an Fördergeldern übrig: Seit der Umweltbonus vor knapp zwei Jahren eingeführt wurde, gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erst insgesamt 57.549 Anträge ein (Stand: März 2018).

33.318 der bisherigen Anträge betrafen rein batterieelektrische Autos, 24.214 den Kauf von Plug-in-Hybriden. Ganze 17 Käufer beantragten Förderungen für Autos mit Brennstoffzellen. Bei den Herstellern der bezuschussten Fahrzeuge ist BMW/Mini mit 10.977 geförderten E-Autos Spitze, es folgen VW mit 8.540, Smart mit 6.662 und Renault mit 6.4940. Mit 5.118 geförderten Elektroautos liegt Audi auf Platz fünf. Von den bis März eingegangenen Anträgen stammen 29.906 von Unternehmen. Lediglich 26.561 Förderanträge haben Privatpersonen gestellt.

Wer die Prämie für Elektroautos bekommt

Den Umweltbonus beantragen können Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Die Zulassung muss nach dem 18. Mai 2016 erfolgt sein.

Wo Sie die Prämie beantragen

Ihren Antrag müssen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellen. Das elektronische Antragsformular finden Sie auf dieser Seite des Bafa. Dort können Sie auch die Rechnung und ein Nachweis für die Zulassung des Fahrzeugs (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) hochladen.

Ist die Förderung bewilligt, überweist das Bafa den Anteil der Bundesregierung auf das Konto des Antragstellers. Zwischen dem Zugang des Zuwendungsbescheids und dem Eingang des Verwendungsnachweises beim Bafa dürfen maximal 10 Monate vergehen.

Welche Elektroautos gefördert werden

Die Kaufprämien stehen nur für Autos mit einem Nettolistenpreis des Basismodells von bis zu 60.000 Euro. Eine Liste aller förderfähigen Elektrofahrzeuge finden Sie hier. In der aktuellen Liste vom 10. April 2018 sind das immerhin 158 Autos. Eines davon ist das Tesla Model S. Im Dezember 2017 hatte das Bafa das Tesla-Elektroauto von der Liste gestrichen. Als Basismodell sei es nicht unter 60.000 Euro erwerbbar, hieß es damals. Mittlerweile gibt es ein Model S, das knapp unter 60.000 Euro kostet, allerdings kaum Extras aufzuweisen hat.

Die Antragsunterlagen für das Model S müssen zum Beispiel folgende Angaben enthalten:

  • den Basispreis unter 60.000 Euro,
  • das Bestelldatum,
  • die Bezeichnung „Model S“,
  • die Bestätigung über aktivierte oder deaktivierte Features des Komfort-Pakets sowie
  • den Herstelleranteil am Umweltbonus in Höhe von 2.000 Euro.

Welche Elektroautos nicht gefördert werden

Nicht gefördert werden Elektroautos, deren Netto Listenpreis über 60.000 Euro liegt. Außerdem gibt es keine Kaufprämie für Gebrauchtwagen. Bedauerlich: Der beliebte Renault Twizy erhält ebenfalls keine Förderung, da er nicht zur Gruppe der Fahrzeuge gehört, „die als Personenkraftwagen (M1) oder als Nutzfahrzeug (N1 oder N2 bis Führerscheinklasse B) dem von der Bundesregierung und der Industrie gemeinsam formulierten Ziel“ dienen, „bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen zu haben“, so die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Welche Unterlagen das Amt braucht

Vorlegen müssen Sie eine Rechnungskopie vom Autohändler sowie Fahrzeugschein und -brief. Um den Bonus zu erhalten, die der Staat für die förderfähigen Fahrzeuge übernimmt, muss auf der Rechnung vom Autohändler stehen, dass der Hersteller eine Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis schon abgezogen hat.

Wird Leasing durch den Umweltbonus gefördert?

Privates und gewerbliches Leasing sind förderfähig. Antragsteller muss derjenige sein, auf den das Fahrzeug zugelassen wird. Auch muss der Eigenanteil des Automobilherstellers mindestens in der Höhe des Bundesanteils am Umweltbonus aus dem Leasingvertrag hervorgehen. Beim gewerblichen Leasing kann die Auszahlung des Bundesanteils an den Händler bzw. Leasinggeber abgetreten werden. Wie für Käufer, so gilt auch für Leasingnehmer, dass sie ihr neues E-Auto mindestens neun Monate behalten müssen.

Weitere Förderungen für Elektroautos

Um den Verkauf der E-Autos noch mehr anzukurbeln, verlängerte der Bundestag im November 2016 die Steuerbefreiung für Elektroautos von fünf auf zehn Jahre. Die KFZ-Steuerbefreiung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2016. Wer sein Elektroauto im Betrieb des Arbeitgebers aufladen darf, kann sich freuen: Dieser Vorteil ist für ihn steuerfrei. Auch wenn hier Stromkosten gespart werden, wird die „Tankfüllung“ nicht als geldwerter Vorteil versteuert.

Die Regelungen sind Teil eines Marktanreizprogramms, das zu größerem Absatz von Elektrofahrzeugen und schnellerem Ausbau der Ladeinfrastruktur beitragen soll. Dabei sollen unter anderem 100.000 neue Ladesäulen überall im Land aufgestellt werden. Die Förderrichtlinie zur Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Deutschland steht ebenfalls bereit. Mit dem Programm will die Bundesregierung den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Schnelllade- und Normallladestationen fördern. 300 Millionen Euro stellt sie dafür von 2017 und bis 2020 bereit.

Förderung für Elektroautos: Das ist neu

Neu seit dem 3. März ist, dass für die Anschaffung von E-Autos die Inanspruchnahme von mehreren gleichartigen Förderprogrammen zulässig ist. Das bisher geltende Doppelförderungsverbot sei aufgehoben, so das Bafa. Im Falle einer Abtretung beim gewerblichen Leasing sei im Leasingvertrag der Bundesanteil am Umweltbonus künftig inklusive und nicht mehr exklusive Mehrwertsteuer auszuweisen. Er beträgt wie der Anteil, den die Automobilhersteller übernehmen, 2.000 Euro bei den reinelektrischen und 1.500 Euro bei den Hybrid-Autos.

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