Elektroauto fürs Gewerbe

Elektroauto fürs Gewerbe

Für Elektroautos im Gewerbe gibt es jede Menge Nutzungsmöglichkeiten und fast noch mehr Vorteile. Doch worauf sollten Unternehmer achten? Das erfahren Sie hier.

Erfassen Sie zunächst einmal Ihren Bestand im Fuhrpark und die jährliche Fahrleistung. So ermitteln Sie gleichzeitig die effektive Auslastung. Faustregel: Liegt sie unter 100 Tagen und unter 10.000 Kilometern im Jahr, sollte man über eine Alternative nachdenken.

Können Sie dem Bestand eine Analyse des künftigen Bedarfs gegenüberstellen? Der Versuch lohnt! Denn in der Vergangenheit wurden Pkws oft zu groß, zu schwer, zu teuer gekauft. Nicht selten sind die Benutzungsregeln informell unklar, und immer verursacht die Verwaltung viel Aufwand. Hier kann es sich lohnen, Dienstleister einzuschalten, um Aufgaben effektiver zu erledigen.

Elektroautos im Betrieb: Das sind die Vorteile

Und wie kommen Elektrofahrzeuge ins Spiel? Für die allermeisten Personenfahrten, außer für die Langstreckenfahrten, sind sie ohne Weiteres geeignet.

  • Je kürzer die Fahrstrecke, desto vorteilhafter die Kosten für Strom statt Kraftstoff. Je Kilometer können sie unter günstigen Umständen halbiert werden. Bei 100.000 Kilometern im Jahr kann das heißen: Ihr Unternehmen spart 4.000 Euro im Jahr.
  • Je mehr man in Ballungsräumen fährt, umso wahrscheinlicher in Umweltzonen. Höchste Zeit also, einen Plan B in der Tasche zu haben. Kommunen dürfen, etwa bei dauerhaft hoher Feinstaubbelastung, Fahrverbote verhängen. Elektroautos und Plug-in-Hybride werden davon kaum betroffen sein.
  • Elektroautos fördern das Unternehmensimage. Es ist innovativ, modern und umweltbewusst, auf E-Mobilität zu setzen.

Und natürlich kommt es auf die Größe an: Je kleiner und handlicher ein Fahrzeug sein darf, wenn es beispielsweise für Kurierfahrten genutzt wird, desto mehr empfiehlt sich ein Elektroantrieb.

Fahren drei oder vier Kolleginnen oder Kollegen regelmäßig gemeinsam zu Baustellen, zu Kongressen, zu Einsatzorten? Dann eignet sich jedes Elektroauto mit entsprechendem Platzangebot, ein Zweisitzer also weniger.

Für Poolfahrzeuge im Fuhrpark gelten dieselben Regeln.

Die Kosten im Unterhalt

Allen Elektrofahrzeugen technisch gemeinsam ist, dass sie weniger Verschleißteile aufweisen, die gewartet oder ersetzt werden müssen.

Ebenso, dass sie zehn Jahre  steuerfrei fahren. In Innenstädten dürfen Sie zudem Busspuren benutzen und kommen so schneller voran. Parkplätze für E-Autos bieten oft auch eine günstige Lademöglichkeit.

Und woher kommt der Strom fürs Elektroauto? „Öko“ muss er sein, damit Emissionen nicht nur verlagert werden. Oft bieten örtliche und regionale Energieversorger Sonderkonditionen für den „Autostrom“. Im Rahmen eines entsprechenden Vertrags könnte auch eine Förderung oder Unterstützung beim Bau einer eigenen Ladesäule herausspringen.

Mit dem Wachstum des eigenen Fuhrparks fallen die Kosten für Verwaltung und Unterhalt stärker ins Gewicht. Aber sie steigen nicht linear. Wer mit steigender Auslastung der Fahrzeuge die Fixkosten senkt, erzielt einen direkten wirtschaftlichen Vorteil. Dennoch kann es lohnen, einen spezialisierten Dienstleister zu beauftragen.

Der fühlbare Umwelteffekt kommt der Allgemeinheit und dem Unternehmensimage zugute: Der Fahrzeugbestand steigt um einige Autos langsamer. Elektroautos, am besten in gut gemanagten Flotten, helfen Emissionen zu vermeiden.

Die besten Modelle für Elektroauto im Gewerbe

Wie sieht es eigentlich mit elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen aus? Das Angebot wächst, einige Entwicklungsabteilungen werden bald den Schleier lüften. Ein Markt entsteht gerade. In Deutschland hat der Streetscooter dazu frühzeitig Impulse gegeben. Als Universitätsprojekt ausgegliedert, wurde die Produktion von der Deutschen Post übernommen, nachdem sie für Ausschreibungen vergeblich nach Herstellern mit geeigneten Modellen suchte. Der Streetscooter wird jetzt auch extern in zwanzig Varianten vermarktet, eine Nachfrage ist da.

Wer sich im Segment kleiner Nutzfahrzeuge umsieht, wird an mehreren Stellen fündig:

  • Nissan bietet den E-NV200 und Evalia als Siebensitzer und kompakten Kastenwagen. Mit verstärkter Batterie, für die es acht Jahre Garantie gibt, inklusive Gleichstrom-Schnellladen, bildet er ein attraktives Angebot für Transporteinsätze aller Art, für den Bautrupp oder für das Handwerker-Servicefahrzeug.
  • Peugeot hat elektrifiziert. Mit 170 Kilometer Reichweite und Schnellladung sind sie voll alltagstauglich. Sie sind im Übrigen baugleich mit dem Citroen Berlingo. Übertroffen werden beide vom Renault Kangoo in mehreren Kastenwagen-Versionen.
  • Renault sammelt bereits seit zehn Jahren Erfahrungen mit Elektro-Trucks. Das Ergebnis: 2019 beginnt die Serienproduktion von elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen.
  • Volkswagen hat den E-Crafter im vergangenen Jahr an Großkunden für den Testbetrieb übergeben. Vor allem Kurierdienste sollen den großen Lieferwagen bis Juni 2018 erproben.
  • Als China-Import hat sich vor einiger Zeit der Maxus auf dem deutschen Markt eingefunden; seit Ende 2017 ist auch der Fuso eCanter von Daimler auf dem Markt. 2019 will der Hersteller in die Großserienproduktion einsteigen.
  • Piaggio, aus dem Italienurlaub bekannt durch seine dreirädrigen Karren für die kleine Landwirtschaft, bietet seit langem den ganz auf Innenstadtverkehr ausgelegten Porter Elektro . In Deutschland dürfte er ein Exot bleiben.

Das Angebot am Markt ist also da und wächst in allen Segmenten. Vorerst sind die Kosten jedoch beträchtlich. Für belastete Innenstädte und den Verteilerverkehr empfehlen sich Kleintransporter, die keine hohe Reichweite brauchen und mit 70 bis 80 Stundenkilometer „Spitze“ ausreichend schnell sind. Im Segment der großen Sattelzugmaschinen und Baufahrzeuge dominiert weiterhin der Diesel. Hier bieten sich CNG und LNG, „compressed“ und „liqud natural gas“, als Alternativen an.

Förderungen nutzen

Der Bund stellt eine Förderung für Elektroautos zur Verfügung, egal ob Pkw, Kombi, Kastenwagen oder Kleintransporter. Zu finden sind sie in der „Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge“, die ständig beim BAFA (Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) aktualisiert wird.

Gefördert wird neben Fahrzeugen auch die Ladeinfrastrukur. Die Hälfte der Förderanträge stammt von Unternehmen, die eine eigene Ladesäule errichten. Der Bund unterstützt bei den Investitionskosten.

Daneben gibt es auch Landesförderungen. So hat Baden-Württemberg beispielsweise eine Förderinitiative gestartet, um speziell elektrische Nutzfahrzeuge zu fördern. Sie verspricht bis zu 100.000 Euro je E-LKW oder bis zu 50 Prozent der Umrüstkosten beziehungsweise der Mehrkosten gegenüber einem konventionellen Antrieb. Auch  progres.NRW unterstützt den Ausbau einer privaten Ladeinfrastruktur: "Gegenstand der Förderung ist die Errichtung von stationärer, nicht-öffentlicher Normalladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit einer Ladeleistung von 11 bis 22 kW. Die Förderquote beträgt 50 % der Ausgaben bis max. 1.000 Euro je Ladepunkt.“

Je nach Bundesland existieren weitere Förderprogramme.

Unabhängig davon fördert das Verkehrsministerium (BMVI) bis 2020 den Aufbau von 15.000 öffentlichen Ladestationen mit 300 Millionen Euro. Davon sind 200 Millionen für Schnellladung ab 22 kW Ladeleistung vorgesehen.

Wer eine Förderung sucht, sollte immer seinen lokalen Stromanbieter fragen. In Zeiten der Energiewende und des liberalisierten Markts wird er Ihnen seine Produkte und Dienstleistungen näherbringen.

Elektroauto für Gewerbe: Fazit

Für produzierendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sind das gute Aussichten. Sie können ihren Fuhrpark aus einem wachsenden Angebot von Elektrofahrzeugen – Pkw, und Lkw, aber auch motorisierte Zweiräder – umstellen. Sie profitieren von fallenden, wenn sie nicht auf einen Schlag den kompletten Fuhrpark aufs Altenteil schicken. Und es empfiehlt, den Markt der Dienstleister im Auge zu behalten, auf dem sich so schnell so vieles ändert.

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