Elektroauto kaufen

E-Auto-Kauf: Was Sie beachten sollten

Welches Elektroauto Sie kaufen sollten, hängt von Ihrem Bedarf ab: Welche Reichweite darf’s sein, wie viel wollen Sie ausgeben, mit welcher Förderung können Sie rechnen? Also gilt es, den Markt zu sondieren – vorher aber diesen Bedarf zu bestimmen.

Die schlechte Nachricht vorweg: DAS Elektroauto gibt es so wenig wie DAS Auto, auch wenn die Werbung eines Wolfsburger Herstellers DAS behauptet. Zwischen einem Opel Adam und einem Porsche 911, zwischen einem Mercedes-SUV und einem Dacia-Kombi gibt es doch kleine Unterschiede.

Nicht anders sieht es bei den Elektroautos aus. Sag’ mir, welcher Typ Du bist, wie viel Geld Du ausgeben kannst, welchen Bedarf Du hast, und ich weiß, welches Fahrzeug Du wahrscheinlich kaufen würdest.

Was ist das richtige Elektroauto für Sie?

Wer die Vernunft sprechen lässt und sich betont unauffällig fortbewegen will, wird vielleicht zum VW Golf – mit einem kleinen „e“ davor greifen. Wer auf seine Marke schwört, hat von Audi über Nissan und Renault bis zu Tesla und vielen weiteren die Qual der Wahl.

Technik-Enthusiasten, die schon vorm Apple-Store campiert haben, um ein neues iPhone zu ergattern, bestellen wie Hunderttausend andere „blind“ Teslas Model 3, um zu den ersten zu gehören, die es tatsächlich besitzen und fahren. Und wer eine sechsstellige Summe in ein Luxusfahrzeug stecken kann, öffnet seinen Geldbeutel für einen Supersportwagen wie den BMW i8 oder aus der Palette der Oberklasse von Tesla.

Elektroauto kaufen: Von günstig bis teuer

Wer genau weiß, was er will oder was er bekommt, greift nicht daneben. Elektroautos sind teuer? Ein Vorurteil, das sich langsam verliert. Wer günstige Elektroautos von Renault, Kia oder Nissan kauft, gibt weniger aus als der Durchschnittsdeutsche für einen fabrikneuen Wagen mit konventionellem Antrieb.

BMW i3, VW e-Golf oder Hyundai Ioniq liegen leicht über dem Durchschnitt, bis zur Obergrenze der Förderung bei 60.000 Euro gibt es eine reiche Auswahl. Doch warum nach den Sternen greifen? Der aus Aachen stammende innovative e.GO life kostet nur 15.900 Euro, mit Umweltbonus noch einmal 4.000 Euro weniger!

Entscheidend: Welche Reichweite benötigen Sie?

Zur Bestimmung des Bedarfs gehört beim Elektroauto unbedingt dazu: Welche Reichweite brauche ich, wo lade ich? Für die heimische Garage empfiehlt sich die eigene Wallbox. Mit Kosten um die 1.000 oder 1.500 Euro wählt man damit die schnellere und komfortablere Lösung gegenüber dem Schneckentempo der Schuko-Steckdose, die nur ausnahmsweise infrage kommt.

Im Schnitt tanken Elektrofahrer an zwei öffentlichen Ladesäulen. Man sollte also peilen, ob einige Angebote in der eigenen Wohnumgebung oder auf dem Weg zur Arbeit zu finden sind. Bislang gibt es sogar immer wieder Angebote, wo man kostenlos parken und laden kann.

Zehn Jahre steuerfrei

Ein paar Eckdaten stehen fest – in den Preislisten der Hersteller, aber auch durch die staatliche Förderung von Elektroautos: In Deutschland wie in vielen anderen Ländern unterstützt die Regierung die umweltschonende Mobilität mit einem Kauf-Bonus oder einer Umweltprämie. Wer sich heute entscheidet, erhält 4.000 Euro als Käufer eines rein elektrischen Modells, 3.000 Euro, wenn er ein Hybrid-Fahrzeug kauft.

Außerdem spart man Jahr für Jahr die Kfz-Steuer. Umsteiger aufs Elektroauto zahlen zehn Jahre lang exakt null Euro, null Cent. Die Versicherung ist oft günstiger. Tipp: vergleichen und das Kleingedruckte beachten.

Weitere Prämien für den Elektroauto-Kauf

Darüber hinaus werben viele Hersteller mit zusätzlichen Prämien. Wer einen nun nicht mehr so heiß geliebten Diesel älteren Baujahrs loswerden will, kann jetzt die Konjunktur nutzen, auch als Markenwechsler.

Lexus zum Beispiel verspricht eine 6.000-Euro-Prämie, wenn man sein altes Dieselfahrzeug gegen ein neues Hybrid-Modell eintauscht. Nissan lockt mit 5.000 Euro, auch andere Konzerne bieten satte Rabatte. Im Internet locken auch seriöse Ankäufer mit Rabatten bis zu 10.000 Euro, wenn ein alter Diesel in Zahlung genommen wird. Egal, ob Bonus oder Preisnachlass – es ist davon auszugehen, dass diese Angebote nicht ewig gewährt werden.

Rabatt für Pioniere

Außerdem interessant für Schnelleinsteiger: Neben den großen Autobauern bieten auch Start-ups wie Sono Motors E-Mobile an. Und weil sich diese Jungunternehmen nicht selten über Crowdfunding finanzieren, bekommen alle, die ihre Pioniertat mitfinanzieren, einen Pre-Order-Rabatt.

Alles in allem muss das Umsatteln auf das passende E-Mobil kein teurer Spaß sein. Wer die eigenen Bedürfnisse kennt, findet bestimmt den Einstieg in die grüne, alternative Mobilität. Nicht nur die Nachbarn werden Augen machen und Ihren Neuen bewundern. Auch für die Umwelt tun Sie was Gutes, wenn Sie umsteigen.

Elektroauto teilen oder leasen oder …

Wer mit dem Kauf noch zögert und lieber ein wenig wartet, hat einige gute Argumente auf seiner Seite. Mit jedem Auto-Jahrgang wächst die Reichweite, die Akku-Kosten sinken tendenziell und der Trend zum unterstützten, teilautonomen Fahren geht unaufhörlich weiter.

Zudem existieren mehrere praktische Alternativen:

  • Man kann ein, zwei, viele Elektroautos ausprobieren. Beim Carsharing mit Elektroautos oder beim normalen Mieten lernt man unterschiedliche Modelle kennen, trägt kein finanzielles Risiko, bleibt mobil – und wird klüger, auch was den eigenen Bedarf angeht.
  • Man kann ein Elektroauto leasen, wenn man das Gefährt öfter oder täglich braucht. Der Nachteil: Es ist für den Privatmann nicht unbedingt günstiger und lohnt sich eher für Flottenbetreiber. Der Vorteil: Nach drei bis vier Jahren kann man es zurückgeben und in ein Nachfolge-Modell steigen, das auf dem neuesten Stand der Technik ist.
  • Neben rein elektrischen Fahrzeugen gibt es auch Hybride. Wenn Ihr Auge also auf ein ganz bestimmtes Modell gefallen ist, das es in einer rein elektrischen Variante nicht gibt, dann vielleicht mit einem Doppelantrieb. So können Sie sich elektrisch in der Stadt fortbewegen und über Land die Reichweite des Verbrennungsmotors nutzen.
  • Wer nicht auf einem Bein stehen kann, weil er auf ein Zweitfahrzeug angewiesen ist: Wie wäre es mit einem Elektroroller? Das Fahren macht großen Spaß, auch im dichten Stadtverkehr kommt man damit gut voran.

Drei Entscheidungsfragen zum Elektroauto-Kauf

Bevor Sie Ihre Unterschrift unter einen Kaufvertrag für ein Elektroauto setzen, sollten Sie diese drei Fragen eindeutig beantworten können. Gewichten sollten Sie sie im Verhältnis 60:20:20.

  1. Haben Sie den Markt der Hersteller und Modelle sondiert, und entspricht Ihr Favorit in wesentlichen Punkten Ihrem Bedarf (Reichweite, Nutzungsverhalten, Personen im Haushalt, Lasten transportieren)?
  2. Haben Sie sondiert, welche Lademöglichkeiten es in Ihrer Umgebung gibt? Haben Sie schon eine private Wallbox (inklusive Installation!) ausgewählt?
  3. Kennen Sie die Förderlandschaft (Hersteller, Staat, Energieversorger) und haben Sie einmal die Finanzierung durchgerechnet und geklärt, wie Sie am besten fahren (Kauf, Leasing, Akku-Leasing, Carsharing, Steuer, Versicherung)?
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