Elektroauto zuhause laden

Elektroauto zuhause laden: So geht’s

80 Prozent aller Fahrer von Elektroautos laden zuhause. Die Haushalts-Steckdose genügt dabei nicht. Eine private Ladestation vereinfacht das Laden ungemein: So eine Wallbox bietet Sicherheit, Komfort und vor allem mehr Tempo. Was gilt es zu beachten?

Zuhause parken, zuhause laden – vier von fünf Fahrern eines Elektroautos finden das beinahe selbstverständlich. An öffentlichen Ladepunkten findet man den passenden Stecker oder das passende Kabel. Doch wie stellt man es zuhause am klügsten an, um den höchstmöglichen Komfort zu erreichen?

Elektroauto per Steckdose laden: Gute Idee?

Wer ein Elektroauto kauft, hat beinahe alles, was er braucht. Nämlich ein passendes Ladekabel, eine Steckdose findet sich überall. Es ist zwar bequem, sein Auto so aufzuladen. Eine Haushaltssteckdose mit 230 Volt bietet üblicherweise 2,3 Kilowatt (kW) Ladeleistung – entschieden zu wenig, um mit der wachsenden Akkuleistung neuer Modelle Schritt zu halten.

Elektroauto per Steckdose laden

Nicht zu empfehlen: Elektroauto per Steckdose laden

Der Haken: Bei 2,3 kW würde es circa 17 Stunden dauern, bis das Auto voll geladen ist. Und nicht jede Steckdose taugt fürs regelmäßige Laden. Sie muss gesichert sein, damit man nicht im ungünstigsten Fall einen Schwelbrand riskiert. Aus gutem Grund sprechen manche Hersteller deshalb von einer „Notladung“. Man nutzt die Steckdose nur dann, wenn keine schnellere Alternative zur Hand ist. Standardmäßig gehört das entsprechende Kabel zum Zubehör eines Elektroautos. Dabei übernimmt eine „In-Kabel-Kontrollbox“ (ICCB) die intelligente Steuerung und Kommunikation, die nicht das Stromnetz, sondern erst eine Wallbox bereitstellt.

Nur gegen Aufpreis bieten die Hersteller eine höhere Ladeleistung als Extra an. Die 3,3 kW Ladeleistung beim VW e-Golf in Serienausstattung sind nur etwas für geduldige Naturen. Beim Smart electric drive und vielen anderen Modellen kann daraus eine Ladeleistung bis 22 kW werden – allerdings nur an der Wallbox.

Die Wallbox: Ihre private Ladestation

Schaffen Sie eine Wallbox für Ihr Zuhause an, verkürzt das die Ladezeit. Es geht dann mit 1 bis 4 Stunden viel schneller, die Akkus zu laden, und Sie müssen diesen Ladevorgang nicht beaufsichtigen. Wenn möglich, wird die Wallbox wie der Elektroherd an den Starkstrom („Drehstrom“) mit 400 Volt angeschlossen, sie bietet meist 11 bis 22 kW Ladeleistung.

Elektroauto per Wallbox laden

Einfache Wallbox mit Ladekabel und Typ-2-Stecker

Das Auto muss die Leistung allerdings abrufen können, die von der Wallbox angeboten wird. Die maximale Ladeleistung des Fahrzeugs hängt von dem Ladegerät ab, das Ihr Elektroauto an Bord hat. Sie tanken nur so schnell, wie der „On-Board Charger“ es zulässt.

Wer installiert die Wallbox fürs Elektroauto?

Leider kann nicht überall jede Ladeleistung verbaut werden. Der Grund: An nicht jedem Standort ist das Stromnetz auf höhere Leistungen ausgelegt. Seit März 2019 besagt deshalb eine deutschlandweite Verordnung, dass Wallboxen beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden müssen. Ab 11 kW Ladeleistung ist seine Zustimmung erforderlich.

Für die die Anmeldung und die Beratung vorab ist das regionale Stadtwerk der richtige Ansprechpartner. Viele haben eigene Wallboxen im Angebot, die zur Situation vor Ort passen. Die Installation der Ladestation muss ein Elektriker durchführen, Kontakte zu spezialisierten Handwerkern vermittelt ebenfalls das örtliche Stadtwerk.

Ein weiterer Grund kommt hinzu: Nicht immer ist der Starkstrom am gewünschten Standort vorab verfügbar. Gerade Garagen haben häufig nur eine Steckdose mit Haushaltsstrom zur Verfügung. Es ist möglich, einen Zugang mit Starkstrom zu legen – der Weg führt hierfür auch wieder über das Stadtwerk.

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Wie lange dauert es, ein Elektroauto zuhause zu laden?

Wallboxen mit 400 Volt Drehstrom bieten immer eine kürzere Ladezeit als Wechselstrom mit 230 Volt. Gleichstrom an öffentlichen Ladesäulen verdoppelt die mögliche Ladeleistung sogar auf 50 kW. Clever ist das neben der Zeitersparnis aus einem weiteren Grund: Nicht die Bordelektronik im Auto, sondern der Ladepunkt enthält die zum Laden nötige „Intelligenz“. Das spart etwas Gewicht und Kosten. Modelle wie der BMW i3 und viele andere nutzen eine praktische Kombination: Zuhause AC, also Wechselstrom, unterwegs Gleichstrom (DC).

  • Beispiel VW e-Golf: An einer Wallbox mit 11 kW dauert es 5 Stunden und 20 Minuten. Beim Laden mit Gleichstrom sind 80 Prozent der Ladekapazität schon nach 45 Minuten erreicht. (Man gibt üblicherweise 80 Prozent an, weil die Software-Steuerung danach den Ladevorgang akkuschonend verlangsamt.)
  • Beispiel Hyundai Ioniq: Für das begehrte Elektromodell dauert das Laden an der privaten Wallbox bei maximal 6,6 kW Ladeleistung (32 Ampere, 230 Volt) 4,5 Stunden. An einer öffentlichen 50-kW-Ladestation mit Gleichstrom dauert es nur 30 Minuten, bis die Akkus zu 80 Prozent geladen sind.

Für Vielfahrer kann es sinnvoll sein, statt des serienmäßig mitgelieferten Kabels eine mobile Wallbox anzuschaffen. Für alle, die auswärts tanken und nicht wissen, ob sie am Fahrtziel eine Ladestation finden. Diese mobilen Ladestationen gibt es in jeder Ausführung, also etwa mit 16 und auch mit 32 Ampere, bis maximal 11 oder auch bis 22 Kilowatt. Wichtig ist zum Laden an der Schuko-Steckdose, dass man den Ladestrom reduzieren kann und die Steckdose nicht überfordert. Manche Hersteller arbeiten mit einer Temperaturüberwachung, manche Ladestation erkennt automatisch, was möglich ist. (Hat das Kabel einen roten oder blauen „Industriestecker“ oder „Campingstecker“, findet man mit einer Kupplung Anschluss an die Haushaltssteckdose.)

Was kostet das Laden zuhause?

Gute Wallboxen gibt es schon ab 500 Euro, teurere Modelle bieten zusätzliche Features wie die Überwachung des Ladezustands, laden neu nach einer Unterbrechung. Oder sie integrieren bereits ein (ausreichend langes) Ladekabel und sind einfach zu konfigurieren. Sie ermöglichen die leichte Identifizierung des Fahrzeugs, zum Beispiel kontaktlos mit Hilfe von RFID-Karten. Laden ist damit so einfach wie ein Parkticket zu ziehen. Von Billigmodellen und der Montage von Bausätzen rät der ADAC nach einem Test ab.

Eine „smarte“ Wallbox bietet nützliche Zusatzfunktionen. Zum Beispiel schon in der privaten Doppelgarage. Wenn Sie Ihr zweites Elektroauto anschaffen, können beide gleichzeitig laden. Die Wallbox bietet ein Lademanagementsystem, das man mithilfe einer App bequem steuert. Etwa in der Tiefgarage. Die Wallbox identifiziert das Auto – beziehungsweise, man meldet sich mit einer App an. Nur wer laden darf, kann laden – und abgerechnet wird getrennt.

Wie günstig oder teuer Sie tanken, darüber entscheidet der Stromtarif. Haushaltsstrom kostet rund 30 Cent, zum Großteil sind staatliche Abgaben oder Umlagen und Netzentgelte dafür verantwortlich. Doch es gibt Alternativen: spezielle Tarife für privates Laden von Elektroautos. Welcher Tarif für Sie der richtige ist, hängt davon ab, wo und wie häufig Sie unterwegs tanken. Erkundigen Sie sich in jedem Fall nach dem Förderprogramm Ihres örtlichen Energieversorgers und nach attraktiven Autostrom-Angeboten. Die speisen sich meist aus Ökostrom und sind gleichzeitig günstig.

Ladedauer für Elektroautos an privaten Ladestationen

Steckdose
mit 2,3 KW
Wallbox
(3,7 kW)
Wallbox
(11 kW)
Wallbox
(22 kW)
 Ladesäule mit
Gleichstrom
Renault ZOE
(40 kWh)
25 h 4:30 h 2:40 h 1:40 h (bei 43 kW)
Nissan LEAF*
(62 kWh)
32 h 11:30 h (bei 7 kWh) 8 h 1:10 h (Schnelllader)
VW e-Golf**
(35,8 kWh)
17 h 5:20 h (bei 7,2 kW)  0:45 h (Schnelllader)
BMW i3***
(42,2 kWh)
10 h 8 h 3:15 h 0:45 h (CCS)

* Nissan empfiehlt eine Wallbox mit 4,6 kW. Standard-Onboard wird an der 22-kW-Säule mit 6,6 kW geladen. Die angegebenen Werte gelten für eine Ladeleistung von 2,3/3,7/4,6/7,4 kW.
** Herstellerangaben von VW; weitere nicht gegeben.
*** Herstellerangaben; max. Ladeleistung 11 kW

Elektroauto zuhause laden: Stecker und Ladegeräte

Der Stecker muss zur Dose passen. In aller Regel ist das der Typ-2-Stecker. Von einigen wenigen Modellen abgesehen, findet er überall Verwendung. Dieser Ladestecker, auch als Mennekes-Stecker bezeichnet, ist weltweit normiert nach der Norm IEC 62196.

Ladestecker, Ladekabel und Steckdosen sind normiert, auch wenn japanische Modelle einen anderen Steckertyp bevorzugen. Wählen Sie deshalb eine Ladestation mit Typ-2-Steckdose. An sie kann auch ein Mode-3-Ladekabel angeschlossen werden. Vereinzelt sind noch Modelle mit dem Stecker Typ 1 im Angebot, Typ 2 hat sich jedoch weitgehend durchgesetzt.

Ein Mode-3-Ladekabel enthält im Unterschied zum Mode-2-Typ keine ICCB, weil die „Ladeintelligenz“ in der Wallbox eingebaut ist. Gut aufgestellt ist man in jedem Fall, wenn man – wie etwa mit dem BMW i3 und ebenso bei vielen japanischen Modellen – unterwegs auch mal bei turboschnellen Gleichstrom-Ladepunkten vorfahren kann und dort in sehr kurzer Zeit wieder eine hohe Reichweite gewinnt.

Steckertypen zum Laden von Elektroautos

Steckertyp Spannung Ladeleistung Stromstärke Verbreitung
Typ-1-Stecker 230 Volt 2,3 kW
mx. 7,4 kW
32 A eher Asien als Europa
Typ-2-Stecker (Mennekes-Stecker) 230 V 4-6 kW
max. 7,4 kW
32 A EU-Standard
Typ-2-Stecker (Mennekes-Stecker) 400 V 11 bis 22 kW 32 A EU-Standard
Typ-2-Stecker (Mennekes-Stecker) AC 480 V
DC 850 V
bis 43 kW 63 A öffentliche
Ladestationen
CCS-Stecker* AC oder DC 50 kW
bis 170 kW
63 A Schnelllade-Stationen
CHAdeMO 500 V DC 22 kW bis 125 o. 250 A Nissan Leaf (allg.
japanische Autos)

*Der CCS-Stecker entspricht im oberen Teil dem Typ2-Stecker für AC und ist ergänzt um zwei DC-Kontakte fürs Schnelladen

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