Schwarzes Portemonnaie bei dem ein 50-Euro Geldschein rausschaut, dahinter ein rotes Elektroauto.

Förderungen & Steuervorteile für E-Firmenwagen

Fast zwei Drittel aller Fahrzeuge, die neu zugelassen werden, sind Firmenwagen. Bei den Elektroautos ist es nur jedes dritte. Das wird sich vermutlich ändern. Der Grund: Förderungen und steuerliche Vorteile machen die Stromer besonders attraktiv.

Umweltbonus und Innovationsprämie

Obwohl es immer mehr Auswahl gibt, sind die Kosten für ein E-Auto weiterhin hoch. Deshalb gibt es, bereits seit 2016, einen Umweltbonus für neu gekaufte oder geleaste Elektroautos und Plug-in-Hybride. Der Umweltbonus ist eine Kaufprämie für Elektroautos des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Mit Hilfe der Bonuszahlung soll der Absatz neuer E-Autos gefördert werden. Ursprünglich sollte die E-Auto-Förderung 2020 enden. Im Herbst 2019 beschloss die Bundesregierung jedoch, den Umweltbonus bis zum Jahr 2025 zu verlängern. Im Rahmen des 130 Milliarden Euro schweren Corona-Konjunkturpakets wurde auch der Förderbetrag noch einmal erhöht: Statt wie zuvor 6.000 Euro sind aktuell sogar bis zu 9.000 Euro möglich. Dieser erhöhte Umweltbonus, der auch als Innovationsprämie bezeichnet wird, ist in der aktuellen Form bis Ende 2022 befristet. Parallel wird bereits an einer Neuausrichtung gearbeitet. Der doppelte Umweltbonus gilt für Elektrofahrzeuge, die ab dem 04. Juni 2020 erstzugelassen wurden.

Förderberechtigt sind Privatpersonen, Gewerbetreibende/Unternehmen, Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Kommunen und andere öffentlichen Körperschaften sind nicht antragsberechtigt. Einrichtungen der Kommunen, die eine eigene Rechtspersönlichkeit haben, sind antragsberechtigt.

Steuerliche Vorteile

E-Autos werden steuerlich begünstigt, weil die Bundesregierung die umweltfreundliche Mobilität unbedingt weiter voranbringen möchte. Neben dem Umweltbonus fallen steuerlich drei Aspekte positiv ins Gewicht, wenn das Dienstfahrzeug ein Elektroauto ist:

  1. der "geldwerte Vorteil" der Nutzung
  2. die Nutzung der Ladeinfrastruktur
  3. die Absetzbarkeit der Strom

Geldwerter Vorteil bei E-Autos als Firmenwagen

Ein Dienstwagen vom Arbeitgeber gilt als „geldwerter Vorteil“, der wie ein Einkommen zu versteuern ist. Ein Prozent des Brutto-Listenpreises müssen Fahrer von Dienstwagen pro Monat versteuern. Das sind beispielsweise 500 Euro für ein Fahrzeug, das brutto 50.000 Euro gekostet hat. Wie viel tatsächlich gezahlt wurde, also welcher Rabatt etwa ausgehandelt wurde, fließt in die Rechnung nicht ein. Um Unternehmen die Entscheidung für ein E- oder ein Hybrid-Auto zu erleichtern, hat die Bundesregierung 2019 beschlossen, den geldwerten Vorteil bei der privaten Nutzung von E-Autos zu halbieren. 

 Seit Januar 2020 wird der geldwerte Vorteil sogar nur noch mit 0,25 Prozent anstatt der bisherigen 0,5 Prozent versteuert. Allerdings gilt die Regelung nur für reine Elektroautos, deren Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 Euro beträgt (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und Nr. 3 bis 5 EStG). Dabei geht es um den Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs. Diese Regelung gilt für Autos, die zwischen dem 1. Januar 2019 bis Ende 2030 erstmals zugelassen wurden. 

 Für Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit einem Bruttolistenpreis von mehr als 40.000 Euro gilt die 2019 in Kraft getretene 0,5-Prozent-Regelung. Dieser Steuervorteil gilt allerdings nur für Fahrzeuge, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Der geldwerte Vorteil aller E-Autos, die vor Anfang 2019 gekauft, beziehungsweise geleast wurden, wird mit einem Prozent versteuert. 

Fahrtenbuch statt 1-Prozent-Regel?

Je nach Anteil der privaten Nutzung kann es für den Fahrer eines Firmenwagens vorteilhaft sein, nicht pauschal, sondern nach den tatsächlichen Kosten abzurechnen. Wer zum Beispiel nur wenige private Fahrten unternimmt, möchte es eher vermeiden, nach der 1-Prozent-Regel einen hohen geldwerten Vorteil zu versteuern. In diesem Fall verfährt das Gesetz analog: „Die Aufwendungen [werden] um die darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem in Höhe des pauschalen Minderungsbetrages gemindert.“ 

 Bei der Fahrtenbuchmethode werden die Anschaffungskosten für das E-Auto in Form der Abschreibung berücksichtigt. Entsprechend der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der Listenpreisregelung werden auch bei der zu berücksichtigende Abschreibung die Kosten nur zu einem Viertel oder zur Hälfte angesetzt. Das gilt auch für geleaste oder gemietete Kraftfahrzeuge: Hier werden die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte berücksichtigt. 

Übersicht: Welche Voraussetzung müssen für Steuervorteile erfüllt sein?

Anschaffungszeitraum Höchstschadstoffausstoß Mindestreichweite Bemessungs-grundlage
vor 01.01.2019 - - 1 Prozent des Bruttolistenpreises
01.01.2019-31.12.2030 * 0g CO2/gef. Km - 0,25 % des Bruttolistenpreises
01.01.2019-31.12.2021 50g CO2/gef. km 40 km 0,5 % des Bruttolistenpreises
01.01.2022-31.12.2024 50g CO2/gef. km 60 km 0,5 % des Bruttolistenpreises
01.01.2025-31.12.2030 50g CO2/gef. km 80 km 0,5 % des Bruttolistenpreises

* Bei einem Bruttolistenpreis von bis zu 40.000 Euro.

Nachteilsausgleich für E-Autos: Rechnung ohne Akku

Die Akkus sind die teuersten Komponenten von E-Autos. Der Gesetzgeber berücksichtigt das bei der Dienstwagenbesteuerung und räumt einen „Nachteilsausgleich“ ein: Die hohen Akkukosten werden nicht vollständig besteuert. 

 Seit 2013 regelt ein Gesetz, welche Beträge pauschal als Wertanteil des Batteriesystems auszuklammern sind. Dabei legt der Gesetzgeber einerseits den Betrag fest, um den Listenpreis zu verringern: Für alle Elektrofahrzeuge, die bis 2013 oder früher zugelassen wurden, sind es 10.000 Euro.  

 Andererseits erwartet das Gesetz, dass die Kapazität der Elektroauto-Batterien stark steigt und die Akkupreise mit der steigenden Verbreitung von E-Mobilen kontinuierlich fallen. Deshalb sinkt der Höchstbetrag jährlich um 500 Euro und liegt 2022 nur noch bei 5.500 Euro. Pro Kilowattstunde Batteriekapazität sieht das Gesetz einen jährlich um 50 Euro fallenden Minderungsbetrag vor.

Die folgende Tabelle zeigt, wie der Höchstbetrag Jahr für Jahr sinkt und welcher Betrag je Kilowattstunde als Nachteilsausgleich angesetzt werden kann:

Erstzulassung des E-Autos Minderungsbetrag (€ je kWh) Höchstbetrag (€) Grenzwert für die pauschal geförderte Batteriekapazität (kWh)
bis 2013 500 10.000 20,0
2014 450 9.500 21,1
2015 400 9.000 22,5
2016 350 8.500 24,3
2017 300 8.000 26,7
2018 250 7.500 30,0
2019 200 7.000 35,0
2020 150 6.500 43,3
2021 100 6.000 60,0
2022 50 5.500 110,0

 

Die Evaluierung im Auftrag des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahr 2017 hat die Annahmen des Gesetzgebers 2013 bestätigt. Nicht berücksichtigt ist die Entfernungspauschale, falls die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem Dienstwagen erfolgen. 

Stromkosten für Dienstwagen pauschal absetzen

Wer noch nicht mit einem E-Dienstwagen fährt, sammelt in aller Regel Tankbelege. Oft erstattet der Arbeitgeber alle Beträge. Und beim Elektroauto? Hier gibt es zwei gravierende Unterschiede. Zum einen liegen die Betriebskosten von Elektroautos deutlich niedriger: Bei einem Verbrauch von 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometern entstehen Kosten von knapp unter fünf Euro; für einen PKW, der etwa sieben Liter Diesel „schluckt“, schlagen etwas mehr als 10 Euro zu Buche. Zum anderen jedoch sind die Kosten beim E-Auto schwer zu belegen. Schließlich gibt es weder im Fahrzeug noch an der Ladesäule eine geeichte, steuer- und gerichtsfeste Verbrauchserfassung. 

Schlanke Pauschalen für Stromkosten

Der Gesetzgeber hat die steuerlichen Regeln im Interesse der Entbürokratisierung einfach gehalten: Abgerechnet wird pauschal. Das kostenlose oder verbilligte Laden beim Arbeitgeber ist komplett steuerfrei. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob die Überlassung und Nutzung des E-Autos nach der 1-Prozent-Regel oder mit Fahrtenbuch erfolgt. 

Lädt die Fahrerin oder der Fahrer eines Firmen-Elektroautos sein Fahrzeug zuhause, kann sie oder er dies steuermindernd geltend machen. Für alle denkbaren Fälle gibt es monatliche Pauschalen, die steuerbefreit als Auslagen ersetzt werden. 

Laden beim Arbeitgeber möglich

  • 20 Euro für Elektrofahrzeuge
  • 10 Euro für Hybridfahrzeuge

Laden beim Arbeitgeber nicht möglich

  • 50 Euro für Elektrofahrzeuge
  • 25 Euro für Hybridfahrzeuge

Fazit: Jeder kann mitmachen

Nie hat es sich für Unternehmen mehr gelohnt, auf die E-Mobilität umzusteigen als jetzt. Dafür sorgen die vielen neuen steuerlichen Vorteile für E-Autos als Firmenwägen. Und ganz nebenbei macht sich das Image als innovatives, zukunftsfähiges Unternehmen, doch auch ganz gut, oder? 

Sie sind auf der Suche nach einer passenden Ladelösung für Ihr Zuhause?