Gute besuchte e-Mobility World in Friedrichshafen

Die Highlights der e-Mobility World 2018

Elektromobilität macht Spaß: Das ist die zentrale Botschaft der Messe e-Mobility World 2018 in Friedrichshafen. Gleichzeitig wird das Elektroauto die Verkehrswende bringen, schneller als viele glauben: Das ist der Tenor der begleitenden Fachkonferenz.

Der Markt der Elektrofahrzeuge ist in kürzester Zeit unglaublich vielfältig geworden – das haben 30 Aussteller auf der e-Mobility World in Friedrichshafen vom 21. bis 25. März eindrucksvoll gezeigt. Nachdem Pedelecs und E-Bikes die Straßen erobert haben, schicken sich nun Kleinwagen, Limousinen, Roller, Lastwagen und innovative Stadtflitzer an, ihren Vorgängern mit Otto- und Dieselmotor das Terrain streitig zu machen.

Die BMW Isetta wird elektrisch

Etwa der Microlino des Schweizer Scooter-Herstellers Micro. Auf der e-Mobility World gab es das erste Vorserienmodell zu bestaunen. In diesem Sommer soll der Zweisitzer, der nicht zufällig der BMW Isetta aus den 50ern bis ins Detail gleicht, erstmals auf Schweizer Straßen rollen. Für 2019 ist die offizielle Zulassung in Europa geplant. BMW habe kein Interesse an der Idee gehabt, die Isetta-Patente seien abgelaufen, heißt es von Micro. Also hat man sich selbst daran gemacht, die geniale Knutschkugel elektrisch wiederzubeleben. Immerhin 6.000 feste Bestellungen sollen bereits vorliegen.

Am Nachbarstand reibt man sich erneut die Augen. Was aussieht wie der Piaggio-Kleintransporter Ape und der Twizy von Renault sind das neue Lasten-Trike und der Zweisitzer E-Milio des deutschen Anbieters Trivelo. Gefertigt in China, beginnen die kleinen Elektrogefährte auch den hiesigen Markt zu erobern. Sie fahren 45 km/h und brauchen nur eine Kleinkraftrad-Zulassung. „Für die Transporte in unseren Hallen wäre so ein Lasten-Trike ideal“, sagt ein Mitarbeiter der Messe Friedrichshafen. Denn hier kommen nach wie vor Benzin-Gefährte zum Einsatz.

Roller, Tretroller, Einkaufsroller

Weiterer Hingucker ist der stylische und minimalistische ME-Roller aus Italien, gefertigt aus Faserverbundstoff und mit nur 90 Kilo samt Akku eher ein Leichtgewicht. Der Anbieter Kumpan aus Remagen setzt wiederum ganz auf Retro. Ein Tretroller im 60er-Jahre-Stil bringt einen dank E-Antrieb 20 bis 30 Kilometer weit. Der Hammer K1 indes ist eher ein faltbares Einkaufsgefährt, aber mit Straßenzulassung! Und auch stylische Motorräder gab es zu bewundern. Das Trend-Moped Super Soco etwa oder die kräftigen Zero Bikes aus Kalifornien – sozusagen der Tesla unter den Motorrädern.

Elektroautos: Vorbestellungen en masse

Wie viel Spaß Elektromobilität machen kann, wollten natürlich auch die Autohersteller zeigen. Der ausgestellte Tesla Model X konnte auf der Messe zwar nicht probegefahren werden – in München ist er für 300 Euro am Tag zu mieten. Dafür aber einige andere Modelle, etwa der neue Nissan Leaf. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt ist gerade in seiner zweiten Version erschienen. Rund 10.000 Vorbestellungen lägen alleine aus Deutschland vor, heißt es. Wartezeit: sechs Monate.

Der Praxistest: Umstieg auf E-Dienstwagen ohne Probleme

Spannende Einblicke offenbarte die begleitende Fachkonferenz. Die e-Mobility World ist als Teil der Frühjahrsmesse IBO mit 75.000 Besuchern zwar eine Publikumsschau. Doch am Messe-Donnerstag lockte ein hochkarätiges Vortragsprogramm auch Vertreter von Firmen, Behörden oder Kommunen auf die Messe. Bernhard Schultes vom Netzwerk Oberschwaben berichtete vom letztjährigen Feldversuch mit zwei Elektroautos im Dauereinsatz in 25 Kommunen. Das Ergebnis: Bislang eingesetzte Benziner und Diesel konnten durch die E-Autos problemlos ersetzt werden. „87 Prozent aller Tageseinsätze lagen bei unter 80 Kilometern“, sagt Schultes, von den Reichweiten her gab es de facto kaum Probleme.

Der Denkfehler: Geladen wird fast immer zu Hause

Allerdings in der Wahrnehmung der Fahrer: Zwei Drittel hätten sich wohler gefühlt, wenn es mehr Lademöglichkeiten unterwegs gegeben hätte. Für Arthur Dornburg von Bluemove Mobility, Mitorganisator der e-Mobility World, liegt hier der Denkfehler. „Es wird zu viel über öffentliche Ladesäulen, Schnellladen an Autobahnen und ähnliches gesprochen. Und darüber, was da alles nicht funktioniert.“ Dabei fänden tatsächlich 85 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause statt. „In der Praxis funktioniert E-Mobilität wie ein Rasenmähroboter, der auch immer wieder zu seiner Ladestation zurückkehrt“, sagt Dornburg.

Ladestationen zu Hause, so genannte Wallboxes, sind für Experten denn auch ein Schlüssel zu mehr E-Mobilität. Die Wallboxes werden mit einem separaten Stromkreis ans Hauptstromkabel angeschlossen und garantieren das schnelle und störungsfreie Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder auch mal im Hotel.

Akkus: Problem ist nicht das Laden, sondern die Alterung

Spannende Einblicke gab’s auch in die Technik der Akkus. Die halten länger als oft befürchtet, ist Professor Gunnar Schubert von der Hochschule Konstanz überzeugt. Und rechnet vor: Selbst wenn man sehr pessimistisch etwa bei einem E-Golf von 200 Kilometern pro Ladung und 2.000 Ladezyklen ausgeht, bevor die Akkukapazität auf 80 Prozent sinkt, kommt man immer noch auf 400.000 Kilometer – deutlich mehr als das Gros der konventionellen Pkw je auf den Tacho bekommt.

Was Akkus eher Probleme macht, ist laut Schubert die Alterung. Zwar geben Hersteller mittlerweile acht, zehn oder bereits mehr Jahre Garantie auf den Akku – bei Nissan etwa sind es acht Jahre oder 160.000 Kilometer. Doch werde ein Zweitwagen nur wenig gefahren, dürfte der Akku durch die Alterung verschleißen, bevor er seine eigentliche Lebensleistung erbracht hat. „Das Thema müssen die Batteriehersteller lösen“, sagt Schubert. Sprich, Elektroautos rechnen sich derzeit vor allem dort, wo sie viel im Einsatz sind.

Keine E-Mobilität ohne saubere Energie

Einig sind sich die Experten in einem weiteren Punkt: Elektromobilität braucht sauberen Strom, sonst macht sie keinen Sinn. „Die Bereiche Energie und Mobilität gehören zusammen“, sagt Michael Ruprecht von der E-Mobil BW Landesagentur, „die Elektromobilität ist integraler Bestandteil der Energiewende.“ Bislang habe der Verkehrssektor praktisch nichts zur Reduzierung der CO2-Emissionen beigetragen, hier müsse noch gewaltig was passieren.

Der „Tipping Point“ ist überschritten

Wobei Ruprecht den Tipping Point, also den Punkt, an dem die Entwicklung unumkehrbar wird, bereits überschritten sieht. Auch wenn man bislang Elektrofahrzeuge im Alltag noch wenig wahrnehme, sagten Studien voraus, dass im Jahr 2030 drei Viertel aller Fahrzeuge eine elektrische Antriebskomponente haben werden.

Dass der Durchbruch der E-Mobilität bevorsteht, hat man auf der e-Mobility World bereits ahnen können. Denn manche Aussteller haben es mangels Verfügbarkeit schlicht nicht geschafft, die angekündigten Fahrzeuge für Probefahrten herzubekommen.

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