Kühlergrill von Hybrid-Auto

Hybridautos 2022: Technik, Preise, Modelle, Förderungen

03.11.2022

Über 160.000 Plug-In-Hybridauto wurden bereits 2022 in Deutschland zugelassen. Damit sind nun über 650.000 Teilzeit-Stromer mit dem dualen Antrieb auf unseren Straßen unterwegs. Noch bis Ende 2022 gibt es für Plug-In Hybride die staatliche Umweltförderung mit 6.750 Euro. Wir geben einen Überblick über Technik, aktuelle Modelle, Preise, Förderungen und Aussicht.

Eines vorweg: DAS Hybridauto gibt es nicht. Denn hinter den einzelnen Ausprägungen stehen verschiedene Antriebs-Konzepte aus der Kombination von einem Verbrenner auf Basis von Diesel oder Benzin und einem oder mehreren Elektromotoren. Aktuell sind folgende drei Hybrid-Untertypen auf dem Markt, welche die unterschiedlichen Mobilitäts-Bedürfnisse mit ihren Antriebsarten abdecken.

 

Der Plug-in-Hybrid

Ein Plug-in-Hybrid (PHEV) unterscheidet sich dadurch vom Voll-Hybrid, dass er über das Stromnetz geladen werden kann, nicht nur über den Dynamo oder bei der Rekuperation. Beispielweise an einer Wallbox oder an einer öffentlichen Ladesäule. Dabei lädt die große Batterie den Strom durch einen Dynamo und ermöglicht alltägliche Fahrten etwa zur Arbeit und wieder zurück. Längere Strecken, zum Beispiel in den Urlaub, werden mit dem Verbrennungsmotor gemeistert. Aktuelle Plug-in-Hybride kommen mit einer Batterieladung bereits auf 50 bis 100 Kilometer Reichweite.

Der Voll-Hybrid

Sogenannte Voll-Hybrid-Fahrzeuge haben kleinere Batterien verbaut als Plug-in-Hybride. Diese können zudem nicht extern aufgeladen werden. Ein Vollhybrid kann nur kurze Strecken am Stück rein elektrisch bewältigen. Der Grund: Ihre Batterie speichert zu wenig Energie, um lange Strecken zu fahren. Dennoch kann diese Antriebsart in Kombination mit dem Verbrennungsmotor viele Kilometer zurücklegen. Anders als Plug-in-Hybride müssen Voll-Hybride nicht an einer Steckdose aufgeladen werden. Stattdessen nutzen Voll-Hybride einen Dynamo und die Rekuperation, um Energie zurückzugewinnen. Bei der Rekuperation wird Energie beim Bremsen oder Ausrollen eines Fahrzeugs zurückgewonnen. Vor allem im Stadtverkehr, im Stau oder bei niedrigen Geschwindigkeiten kann der Verbrennungsmotor damit häufiger pausieren. Der Vorteil dieses Systems: Geringerer Kraftstoffverbrauch und niedrige Emissionen zu jeder Zeit.

 

Der Mild-Hybrid

Bei einem Mild-Hybrid ist ein kleiner Startermotor verbaut, der den Anlasser mit einer elektrischen Leistung von bis zu 15 kW ersetzt. So gut wie jedes Auto, dass heute vom Band geht, besitzt diese Funktion. Bei der Anfahrt und Gleitfahrt unterstützt ein Riemenstartergenerator den Motor. Dadurch senkt sich der Kraftstoffverbrauch. Die Einsparungen liegen hier aber nur im einstelligen Bereich. Außerdem kann ein Mild-Hybrid-Fahrzeug nicht rein elektrisch fahren. In der folgenden Hybrid-Fahrzeug-Liste wird dieser Antrieb deshalb nicht weiter erwähnt.

 

Förderung von Hybridautos

Voll-Hybride gehen heutzutage komplett leer aus. Für einen Plug-in-Hybride erhalten Sie noch bis Ende 2022 eine Förderung von bis zu 6.750 Euro.

Wie auch bei den E-Autos ist hier ist die Subvention nach dem Nettolistenpreis gestaffelt: Bei Teilzeit-Stromern bis 40.000 Euro gibt es eine finanzielle Bezuschussung von 4.500 Euro plus 2.250 vom Hersteller. Das ergibt 6.750 Euro.

Für einen Plug-in-Hybriden zum Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro bekommen Sie eine reduzierte staatlichen Förderung von 3750 Euro plus 1875 Euro von den Herstellern, zusammen also 5.625 Euro.

Ab 2023 werden Plug-in-Hybride gar nicht mehr staatlich bezuschusst.

Diese Voraussetzungen für eine Förderung gilt es zu beachten: Ein Plug-in-Hybride ist auch nur dann förderfähig, wenn dieser maximal 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstößt oder eine rein elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern aufweist. Für Antragsstellungen bis zum 31. Dezember 2021 galt noch eine rein elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern.

Fahrzeugtyp Netto-Listenpreis Basismodell Bundesanteil (netto) Herstelleranteil (netto) Gesamte (netto)
Plug-in-Hybrid Bis 40.000 Euro 4.500 Euro 2.250 Euro 6.750 Euro
Plug-in-Hybrid 40.000 bis 65.000 Euro 3.750 Euro 1.875 Euro 5.625 Euro

 

Förderung von geleasten Plug-in-Hybride

Privates und gewerbliches Leasing für Plug-in-Hybride sind noch bis Ende 2022 förderfähig. Für Leasingverträge mit einer Laufzeit über 23 Monaten erhalten Sie die volle Förderung. Bei einer kürzeren Vertragslaufzeit wird die Förderung entsprechend gestaffelt.

Wie für Käufer, so gilt auch für Leasingnehmer, dass Sie Ihren neuen Plug-in-Hybriden mindestens 12 Monate bei einer Leasing-Laufzeit von 12 bis 23 Monaten behalten müssen. Bei 24 Monaten Laufzeit müssen Sie das geleaste E-Auto über 23 Monate behalten. Bei Laufzeiten von sechs bis elf Monaten bleibt die minimale Haltedauer bei sechs Monaten. Antragsteller muss derjenige sein, auf den das Fahrzeug zugelassen wird.

Netto-Listenpreis Basismodell Leasing-Laufzeit Bundesanteil (verdoppelt) Herstelleranteil (netto) Gesamt (netto)
bis 40.000 € 6–11 Monate 1125 € 562,50 € 1687,50 €
bis 40.000 € 12–23 Monate 2250 € 1125 € 3375 €
über 40.000 € bis 65.000 € 6–11 Monate 937,50 € 468,75 € 1406,25 €
über 40.000 € bis 65.000 € 12–23 Monate 1875 € 937,50 € 2812,50 €

 

Mit einem E-Kennzeichen zusätzlich Geld sparen

Förderfähige Plug-in-Hybride mit Reichweiten von mindestens 40 Kilometern oder einem CO₂-Ausstoß von weniger als 50 g/km können ein E-Kennzeichen erhalten. In vielen Städten können Sie dadurch im öffentlichen Raum oder an einer öffentlichen Ladesäule kostenlos parken. Vor allem in Großstädten spart Ihnen das E-Kennzeichen horrende Parkgebühren.

 

Diese Vor- und Nachteile bieten Plug-in-Hybride

Im Gegensatz zum Voll-Hybrid kann der Plug-in-Hybrid rein elektrisch fahren. Das spart angesichts der gestiegenen Energiepreise nicht nur bares Geld, sondern entlastet auch die Umwelt. Legen Sie Ihre täglichen Fahrten zur Arbeit oder für Besorgungen rein mit der Batterie zurück und tanken diese mit grünem Strom, sind Sie mit einem Plug-in-Hybrid schon so gut wie klimaneutral unterwegs. Auch wenn die Batterie nicht vollgeladen ist, verbraucht ein Plug-in-Hybrid weniger Sprit. Vor allem bei geringen Reichweiten, bei denen das Auto immer wieder kurzzeitig steht, beschleunigt und wieder anhält.

Vorteile eines Plug-in-Hybrids

  • Große elektrische Reichweite
  • Weniger fossiler Kraftstoffverbrauch
  • Tauglich für lange Strecken
  • Bis zu 6.750 Euro Förderung bis Ende 2022
  • Einlass in emissionsfreie Zonen innerhalb von Städten

Nachteil eines Plug-in-Hybrids

  • Schwere Batterien erhöhen die Trägheit und das Fahrzeugvolumen
  • Höherer Spritverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten
  • Trägere Fahrdynamik
  • Hoher Anschaffungspreis

 

Diese Vor- und Nachteile bieten Voll-Hybride

Voll-Hybrid-Autos profitieren ebenfalls enorm von der Rekuperation und müssen im Gegensatz zu den Plugin-Kollegen zu keiner Zeit an die Steckdose. Zwar sind Hybrid-Autos somit nicht gänzlich elektrisch unterwegs, eine ganze Menge Kraftstoff lässt sich dennoch sparen. Mit einer vorausschauenden und sparsamen Fahrweise können Sie so mit weniger als 6 Liter pro 100 Kilometer bei gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit von 120 km/h auskommen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Plug-in-Hybriden sind die geringeren Anschaffungskosten.

Vorteile eines Voll-Hybrids

  • Sparsamer als Autos mit Verbrennungsmotor
  • Kein Aufladen möglich/notwendig
  • Langstreckentauglichkeit
  • Kostengünstiger Preis

Warum ist ein Voll-Hybridauto günstiger als ein Plug-in-Hybrid? Ganz einfach: Die deutlich kleinere Batterie und der schwächere Elektromotor kosten weniger in der Herstellung. Zudem wird keine Ladetechnik an Bord benötigt.

Nachteile eines Voll-Hybrids

  • Keine hohe elektrische Reichweite
  • Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen
  • Geringerer Wirkungsgrad bei hohen Geschwindigkeiten
  • Keine Förderung

 

Stand heute

44,6 Prozent der neu zugelassenen PKWs in Deutschland waren bis Ende August mit alternativen Antrieben ausgestattet. Mehr als jedes vierte Fahrzeug (25,3 Prozent) fährt bereits heute mit einem elektrischen Antrieb (Elektro, Plug-in-Hybrid und Brennstoffzelle). In den ersten acht Monaten dieses Jahres machten die Neuzulassungen von reinen Elektrofahrzeugen (BEV) dabei 13,9 Prozent aus. Das entspricht einer Steigerung von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der derzeitige Hype der Plug-in-Hybride könnte aber schon bald vorbei sein, da Elektroautos immer beliebter und vor allem preiswerter sowie effizienter werden.

 

Die Zukunft

Der Umschwung zu reinen E-Autos ist in vielen europäischen Ländern bereits zu beobachten. Der Absatz von Fahrzeugen mit „zwei Herzen“ brach in Norwegen, Italien oder den Niederlanden ein, nachdem die Subventionen für Fahrzeuge mit Hybridantrieb gekürzt oder abgeschafft wurden. Ob es sich dabei um Voll-Hybride oder Plug-in-Hybride handelte, die rein elektrisch bis zu 100 Kilometer weit kommen, machte keinen Unterschied.

Noch gibt es hierzulande für den Kauf eines aufladbaren Teilzeit-Elektroautos zwar eine Förderung von bis zu 6.750 Euro. Ab Januar 2023 ist damit jedoch Schluss. Ein Plug-in-Hybrid ist damit wie ein Voll-Hybrid nicht mehr förderfähig.

Während die Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge komplett abgeschafft werden, sinkt die Förderung für E-Autos von 9.000 bei einem Nettolistenpreis von weniger als 40.000 Euro auf 6.750 Euro und für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von weniger als 65.000 Euro von 6.750 Euro auf 5.625 Euro.

 

Für wen lohnt sich ein Hybridauto?

Ob ein Hybridauto das richtige Automobil für Sie ist, hängt in der Regel von Ihrer aktuellen Wohnsituation ab. Benötigen Sie beispielsweise nur wenige Kilometer zur Arbeit oder fahren Sie überwiegend innerhalb von Städten, dann ist ein Hybridauto auf jeden Fall eine gute Wahl. Mit einer Wallbox können Sie Ihren Plug-in-Hybrid schnell und bequem zuhause laden.

Haben Sie hingegen keine Möglichkeit, Ihr Fahrzeug zu Hause aufzuladen, sollten Sie statt eines Plug-in-Hybrids ein Voll-Hybridauto in Betracht ziehen. Eines ist aber sicher: Hybridfahrzeuge schonen heutzutage die Umwelt, indem sie Kraftstoff sparen und Emissionen reduzieren. Außerdem entlasten günstige Versicherungsprämien den Geldbeutel zusätzlich.

 

Liste: Hybridautos 2022 – Preise im Vergleich

Eine Auswahl der beliebtesten Plug-in-Hybride:

Hersteller Modell Verbrauch (Liter je 100 km) Leistung (kombiniert)  

CO2-Ausstoß

Elektrische Reichweite in Kilometer Preis in Euro
Hyundai IONIQ 1,1 l 141 PS 46 g/km 52 km Ab 32.000,- €
Mitsubishi Eclipse Cross 1,8 l 188 PS 41 g/km 61 km Ab 39.890.- €
BMW 225xe Active Tourer 4,4 l 224 PS 60 g/km 55 km Ab 42.200.- €
Mini Countryman Cooper S E ALL4 5,0 l 224 PS 66 g/km 42 km Ab 39.100.- €
Cupra Formentor VZ 1.4 1,5 l 245 PS 33 g/km 50 km Ab 44.120.- €
Skoda Octavia 4 Combi 1,4 TSI 1,4 l 204 PS 28 g/km 61 km Ab 38.230.- €
Mercedes-Benz GLC 300 e 4MATIC 2,3 l 320 PS 60 g/km 41 km Ab 53.877.- €
Mercedes-Benz C 300 e Limousine 0,5 l 313 PS 41 g/km 116 km Ab 56.168.- €
Ford Kuga 2,5 1,4 l 225 PS 66 g/km 56 km Ab 38.090.- €
Volvo V90 T8 Twin Engine AWD 0,8 l 455 PS 71 g/km 88 km Ab 75.650.- €

 

Eine Auswahl der beliebtesten Voll-Hybride:

Hersteller Modell Verbrauch (Liter je 100 km) Leistung (kombiniert)  

CO2-Ausstoß

Preis in Euro
Toyota Yaris Style 3,8 l 116 PS 97 g/km Ab 21.690,- €
Honda Jazz 4,6 l 109 PS 142 g/km Ab 22.850.- €
Renault Clio 6,3 l 143 PS 119 g/km Ab 17.000.- €
Renault Arkana 4,8 l 143 PS 109 g/km Ab 30.300.- €
Mazda 2 3,8 l 115 PS 107 g/km Ab 14.990.- €
Nissan Qashqai e-Power 5,4 l 190 PS 120 g/km Ab 41.360.- €
Lexus NX 350h 5,7 l 243 PS 158 g/km Ab 47.600.- €
Suzuki SX4 S-Cross 5,8 l 115 PS 131 g/km Ab 29.290.- €
Ford Galaxy 6,7 l 190 PS 153 g/km Ab 45.690.- €
Kia Sorento 7,5 l 230 PS 170 g/km Ab 46.290.- €

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