Uniti One: Das billigste Elektroauto für die Stadt punktet mit vielen Besonderheiten.

Uniti One: Micro-Car zum Mini-Preis

Kompakte elektrische Kleinwagen wie der Microlino, e.Go und Sion halten Einzug auf den Straßen. Auch der Uniti One zählt dazu – und bietet Besonderes.

Nicht aus Japan, den USA oder Deutschland, sondern aus Schweden kommt der Newcomer am Markt, der als Preisbrecher große Aufmerksamkeit erregte. Gleich mehrere Merkmale hat er anderen Marken voraus: Der Uniti One startete als Crowdfunding-Projekt, und die erste Probefahrt konnte man auf einem Simulator während der CeBIT 2016 mit Virtual-Reality-Brille machen. „Fährt sich wie ein Smartphone“, merkten Besucher an, unter die sich auch EU-Kommissar Günther Oettinger mischte, wenn sie den Steuerknüppel des Cockpits wieder losließen. „Fliegt wie ein Airbus“, meinten andere, nachdem sie im „One“ ohne Pedale für Kupplung, Gas und Bremsen auskamen.

Digital konstruiert, digital produziert

Wie das Auto, so das Werk: Die Konzeption des Fahrzeugs erfolgte weitestgehend digital, die Produktion in Karlskrona soll nahezu vollautomatisiert ablaufen. Futuristisch anzusehen, puristisch ausgestattet und dank Kohlefaser- und Verbundwerkstoffen mit nur 400 Kilogramm konkurrenzlos leicht und entsprechend sparsam fährt das zweisitzige Stadtauto. Der 22-Kilowatt-Akku soll es bis zu 300 Kilometer weit tragen. Dank einer schnellen Gleichstrom-Aufladung sollen 30 Minuten bereits 200 Kilometer Reichweite bringen.

Elektroauto-typisch beschleunigt der Uniti One in nur 3,5 Sekunden auf 80 Stundenkilometer, beschränkt sich aber der Akku-Reichweite zuliebe auf maximal 130 km/h. Innovative Features wie ein Head-up-Display, Sensoren und Airbags verbürgen in Verbindung mit intelligenter Software ein Höchstmaß an Sicherheit.

Uniti One: der Preisbrecher unter den Micro-Cars

Ab 14.900 Euro aufwärts ist der Uniti One erhältlich. Damit unterbietet er den Smart und andere Kleinwagen deutlich. Schwedische Kunden des Uniti-Partners E.ON sollen eine Gutschrift auf ihre Stromrechnung erhalten. Das Versprechen: Fünf Jahre lang tanken sie kostenlos Solarstrom.

Preisvergleich: Smart und Renault Zoe kosten mehr als 20.000 Euro, den VW E-Up gibt es erst ab 26.900 Euro. Preislich in der Uniti-Liga spielen die Einstiegsmodelle von Citroën und Peugeot. Mithalten kann der Aachener e.Go Life, der für 16.000 Euro ab 2018 – allerdings nur in einer ersten Kleinserie – erhältlich ist. Den Uniti One stellte das schwedische Start-up im März als Prototyp vor, im Juli fand die Jungfernfahrt statt.

Video: Jungfernfahrt des E-Autos Uniti One

Connectivity als Programm – virtuell und real

„Wir hatten die Vision, ein Fahrzeug zu bauen, das Sinn für die Elektroauto-Technologie, die heutigen Erwartungen der Verbraucher, die Nachfrage, urbane Mobilitätsmuster und die Herausforderungen unserer Gesellschaft hinsichtlich der Umwelt ergibt”, erklärt Uniti-Gründer und CEO Lewis Horne.

Der Uniti One hat viel vor. Als Auto wie im Verbund mit anderen Fahrzeugen. Der Schwede bewegt sich in der Cloud. Er will nicht Straßenraum einnehmen, sondern Teil einer intelligenten Mobilität und „smarter“ Städte sein und sich mit anderen Verkehrsangeboten über den besten Weg zum Ziel verständigen. Das können etwa andere Verkehrsmittel, Flotten- und Carsharing-Angebote sein.

Die Schweden setzen auf Nachhaltigkeit

Großen Wert legt der Anbieter, der 2015 als Spin-off der Universität Lund gestartet ist, auf Nachhaltigkeit: Nicht nur das Fahren, der komplette Produktionsprozess soll umweltverträglich stattfinden. Die Schweden wollen Ressourceneffizienz über den gesamten Lebenszyklus ihres Produkts umsetzen – das definiert sich nicht über das Auto allein. „Wir wollen nicht die besten Autos auf der Welt bauen. Unsere Mission sind die besten Autos für die Welt“, heißt das Ziel, dem sich der Hersteller verpflichtet fühlt.

Schon die erste Crowdfunding-Kampagne war ein großer Erfolg: Gelder von 367 privaten Investoren aus 29 Länder konnte Uniti einsammeln. Gleichzeitig gewann es prominente Partner, um seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen: insgesamt 24 Unternehmen wie Nvidia, Kuka und BorgWarner, die nicht nur in der Autoindustrie Rang und Namen haben. Auch Siemens und E.ON sind dabei. Die eigentliche Markteinführung fand auf der Auto Expo 2018 in Neu-Delhi statt. 2020 soll der Marktstart in Indien erfolgen.

Auch aus Deutschland kommen die Bestellungen

Seit Februar 2018 legte das Micro-Car einen grandiosen Einstand hin: Ein Bestellvolumen von 50 Millionen Euro traut ihm der Hersteller zu, das entspricht etwa 3.000 Vorbestellungen für den Zweisitzer. Bereits im Mai konnte diese Marke erreicht werden.

„Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis der Uniti One produktionsreif ist und erste Auslieferungen anstehen, aber das Interesse, das der Markt für unser Produkt und unsere Marke bereits gezeigt hat, hilft diesen Prozess zu beschleunigen“, sagt Lewis Horne und fügt hinzu, „vor allem Deutschland ist für uns interessant! Die meisten unserer Vorbestellungen kommen bislang zwar noch aus Schweden, jedoch dicht gefolgt von Deutschland!“ Im Juni meldete Unternehmenssprecherin Verena Kitowski: „Wir haben fast 300 Vorbestellungen aus Deutschland.“

Für Ende 2019 sind nun die ersten regulären Auslieferungen geplant. Nach den großen Städten will der Uniti auch ländliche Regionen erobern. Experten schätzen, das Marktvolumen für Elektrofahrzeuge könne 2030 etwa 30-mal höher liegen als heute. Und Uniti will ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Wer macht das Rennen bei den kompakten Elektroflitzern?

Vermutlich ist die Annahme nicht gewagt, dass sich der e.Go aus Aachen, der Sion von Sono Motors aus München und der Uniti One aus dem hohen Norden ein enges Rennen im Micro-Car-Segment liefern werden. Und dann ist da noch der Microlino aus der Schweiz und, und, und …

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