Frau hält Stecker einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos in der Hand

7 Mythen rund um Elektroautos

09.06.2022

Um Elektroautos und die Elektromobilität ranken sich viele Mythen. Doch was stimmt wirklich? Wir haben die sieben bekanntesten einem Faktencheck unterzogen.

1. Die haben doch keine Reichweite!

Der Dauerbrenner unter den Mythen: Mit einem Elektroauto kommt man nicht weit. Das war in der Anfangszeit der Elektromobilität tatsächlich der Fall. Aber heutzutage, also einige Jahre später, stehen die Fahrzeuge ganz anders da: Ihre Akkus sind deutlich leistungsstärker. Mit vollem „Tank“ haben moderne E-Autos wie der Tesla Model S eine Wenn man bedenkt, dass die meisten von uns nicht mehr als durchschnittlich 40 Kilometer am Tag im Auto unterwegs sind, dann ist das eine ganze Menge.

2. Viel zu teuer!

Überteuert seien diese Elektroautos, meinen viele. Das stimmt nur bedingt. Große Limousinen wie die von Tesla kosten einiges – aber das ist bei Premium-Modellen mit normalem Antrieb nicht anders. Außerdem nähern sich die Preise von Verbrennern und Autos mit Elektromotor immer mehr an. So kostet eine Zoe von Renault in etwa so viel wie ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Rechnet man in den Preis obendrein den Umweltbonus ein, dann kann so ein Elektroauto in der Anschaffung sogar günstiger als herkömmliche Modelle sein. Und was man auf gar keinen Fall vergessen darf:

3. Es gibt zu wenig Ladesäulen!

Keine Frage: Die Lade-Infrastruktur könnte noch besser sein. Das gilt besonders für die ländlichen Regionen. Es gibt mittlerweile mehr als 28.000 Ladesäulen bei uns in Deutschland, ein zügiger Ausbau der Lade-Infrastruktur ist definitiv im Gange. Insbesondere in dem Jahr 2021 kamen mehr als 7.700 Ladesäulen hinzu. Im Vergleich: 2019 und 2020 waren es pro Jahr noch etwa 5.500. Inzwischen ist klar: Elektromobilität setzt sich durch, dennoch müssen die ländlichen Regionen besser vernetzt werden. Für Hausbesitzer lohnt es sich, den eigenproduzierten Sonnenstrom vom Dach an der heimischen zu tanken. Und wer keine Solaranlage hat, schließt die Wallbox fürs Elektroauto einfach ans Stromnetz an.

4. Das Tanken dauert ja ewig!

Einfach ran an die Tanke und nach fünf Minuten zurück auf der Straße? Das funktioniert mit einem Elektroauto leider noch nicht. Wer sein Auto zum Beispiel an einer hauseigenen Wallbox auflädt, kann mit einer Ladezeit von circa drei bis vier Stunden rechnen. An einer öffentlichen Schnellladestation geht es am schnellsten: Hier müssen Sie mit einer Wartezeit von zwei bis drei Stunden rechnen. Hier finden Sie eine Übersicht über Ladezeiten von Elektroautos sowie eine Karte mit öffentlichen Ladestationen.

5. Von wegen sauber!

Manchmal hört man, E-Autos seien gar nicht so umweltfreundlich. Das liege daran, heißt es, dass bei der Produktion von Auto und Akkus vor allem Strom verbraucht werde, der nicht aus regenerativen Quellen stammt. Das sorge für CO₂-Emissionen, die ein normales Auto erst nach einigen Jahren Betrieb erreiche. Mehrere Studien widerlegen das. Sie fanden heraus, dass E-Autos über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg schon heute deutlich weniger Treibhausgase produzieren als Fahrzeuge, die Diesel oder Benzin tanken. Das soll sogar dann der Fall sein, wenn sie in Ländern wie zum Beispiel Polen zugelassen werden, wo der Anteil an Kohlestrom besonders hoch ist. Hier erfahren Sie mehr zur Ökobilanz von Elektroautos.

6. Das Stromnetz hält das überhaupt nicht aus!

Mit steigenden Zulassungszahlen der E-Autos hört man immer öfter, ob das Stromnest den erhöhten Strombedarf decken und Ladespitzen überhaupt standhalten kann. Laut dem Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV) sind genügend erneuerbare Energien vorhanden, um den Strombedarf zu decken. Zukünftig muss das Netz jedoch zu einem Smart Grid umgebaut werden. Dazu bedarf es intelligenter Netzmanagement- und Speichertechnologien, um örtliche und zeitliche Netzbelastungen auszugleichen. Elektrofahrzeuge, können dabei eine entscheidende Rolle in einem langfristig stabilen Smart Grid spielen. Das funktioniert über bidirektionales Laden. Auch Sie können die Energiewende unterstützen, indem Sie sich eine Wallbox anschaffen und den Strom aus Ihrer PV-Anlage oder Ökostrom nutzen.

7. Die sind ja voll gefährlich!

Der letzte Mythos, den wir unter die Lupe nehmen: Elektroautos sollen gefährlich sein – weil man sie ja so gut wie gar nicht hört. Wie viele durch diese Lautlosigkeit verursachten Unfälle es bis jetzt gegeben hat, ist nicht bekannt. Um sie sicherer für Verkehrsteilnehmenden zu machen, erließ man im November 2016 in den USA die Vorschrift, alle neuen E-Autos und Hybridmodelle mit einer Technik auszustatten, die gezielt Geräusche erzeugt. Und auch bei uns gibt es das sogenannte Acoustic Vehicle Alert System (AVAS), das seit 1. Juli 2019 für alle neu in der EU zugelassenen Elektroautos Pflicht ist. Seit 1. Juli 2021 gilt die Pflicht nach einer EU-Verordnung für alle Neuwagen mit Elektro- und Hybridantrieb, unabhängig von ihrer Typgenehmigung. Allerdings nur bis Tempo 20, danach, so meldete „Die Zeit“ kurz nach der Entscheidung, seien die Reifengeräusche als Warnung laut genug.

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