E-Autos laden: Schneller geht’s nicht

Im bayerisch-schwäbischen Jettingen-Scheppach wurde soeben der Prototyp einer Ladestation mit einer Leistung von bis zu 450 kW eingeweiht. An dieser Ultra-Schnellladestation laden die beim Projekt eingesetzten E-Forschungsautos in weniger als 3 Minuten Strom für 100 Kilometer Reichweite. Nach insgesamt 15 Minuten sind sie voll geladen.

Beim Forschungsprojekt „FastCharge“, das unter der Führung der BMW Group steht, sind die Allego GmbH, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH sowie die Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG und die Siemens AG dabei. Das Konsortium präsentierte eine neue Ladestation für E-Autos aller Marken. Sie ist für die in Europa übliche Typ-2-Variante des weltweit verbreiteten Combined Charging System (CCS) geeignet und kann ab sofort kostenlos genutzt werden.

Bereit für die Zukunft

Das von Siemens entwickelte Energieversorgungssystem kann schon heute mit höheren Spannungen von bis zu 920 Volt arbeiten, wie sie bei zukünftigen E-Fahrzeugen erwartet werden. Je nach Fahrzeugmodell kann die neue Ultra-Schnellladestation sowohl für Fahrzeuge mit 400-V, als auch 800-V-Batteriesystemen eingesetzt werden. Ihre Ladeleistung passt sich automatisch der maximal zulässigen Ladeleistung des Fahrzeugs an. Mit schnellem und komfortablem Aufladen steigt die Attraktivität von E-Mobilität. Die Steigerung der verfügbaren Ladeleistung auf bis 450 kW – dem Drei- bis Neunfachen der an bisherigen DC-Schnellladestationen maximal verfügbaren Leistung – ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Ladezeiten. Die Basis dafür bildet eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur.

Flexibel einsatzfähig

Über das neue Ladesystem können Fahrzeuge simultan laden. Und zwar in unterschiedliche Einsatzgebieten. Denkbar sind zum Beispiel Flottenladelösungen oder, wie in Jettingen-Scheppach, das Laden an Autobahnen. Für den Anschluss an das dortige öffentliche Stromnetz realisierten die Spezialisten des Konsortiums einen Ladecontainer mit zwei Ladeanschlüssen. Einer davon bekam die bisher einmalige Ladeleistung von maximal 450 kW, der zweite gibt bis zu 175 kW ab. Beide Ladesäulen können ab sofort kostenlos mit allen CCS-fähigen Fahrzeugen genutzt werden. Das Forschungsprojekt „FastCharge“ startete im Juli 2016. Es wird mit insgesamt 7,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Umsetzung der Förderrichtlinien wird von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) koordiniert.

 

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