Wallbox für Elektroauto finden

Wallboxen: Alles zur privaten Ladestation

Eine Wallbox ist die ideale Ladestation fürs Elektroauto: Wenn das Elektroauto nach Feierabend in der Garage steht, lädt man es an der Wallbox auf. Schwierig? Überhaupt nicht! Stecker in die Dose, fertig. Doch wie findet man die richtige Ladestation? Das erfahren Sie hier.

Was ist überhaupt eine Wallbox? Fast immer meint man mit der Wallbox eine ortsfest installierte Wandladestation für Elektroautos. Sie wird nicht notwendigerweise an der Wand montiert. Schließlich gibt es auch schicke Säulen, für die eigene Garage und immer häufiger im öffentlichen Raum. Wer zwei Elektroautos zuhause hat oder viel unterwegs ist, weiß wiederum eine Zwillingslösung oder eine mobile Ladebox zu schätzen.

Film: Wie funktioniert eine Wallbox?

Welchen Ladestecker hat Ihr Elektroauto?

Haben Sie sich schon einmal in das Angebot an Steckern und Kabeln vertieft? Es treibt einem zunächst den Schweiß auf die Stirn. Dabei gibt es keine unüberwindlichen Hürden, nicht einmal komplizierte Fragen. Wer sein erstes Elektroauto erworben hat, findet ein Standardladekabel als reguläres Zubehör.

Eine Dauerlösung ist das nicht: Die Ladedauer an der Steckdose einfach zu lang. Vor allem muss sicher sein, dass Dose, Kabel und Sicherungen bei einer hohen Dauerbelastung mitspielen. Auch wer sein Auto nur gelegentlich an der heimischen Steckdose lädt, sollte einen Fachmann fragen. Und: Besser in eine Wallbox investieren.

Das Elektroauto wird ebenfalls per Kabel an die Wallbox angeschlossen. Für den Stecker am Kabel ist der Typ-2- oder „Mennekes“-Stecker, benannt nach seinem Hersteller, europaweit als Norm vorgesehen. Neue Elektroautos bringen diesen Stecker mit. Wallboxen bieten meist 11 Kilowatt oder 22 Kilowatt (kW), der Typ-2-Stecker ist für beide ausgelegt. An Ladesäulen mit 63 Ampere kann der Renault ZOE damit sogar mit 43 kW laden.

Wer installiert die Wallbox zuhause und in der Garage?

Die Installation sollte dem Fachmann überlassen bleiben: Er prüft die gesamte Hausinstallation. Der Laie kann nicht beurteilen, welche Maßnahmen erforderlich sind: Muss ein neues Kabel gezogen werden, können es 32 Ampere sein, braucht es dafür einen FI-Schutzschalter? Ist die Absicherung hoch genug? Muss ein zusätzlicher Zähler installiert werden? Was der Installateur außerdem weiß: Ab 4,6 kW Leistung muss ein Ladepunkt beim örtlichen Stadtwerk/Netzbetreiber angemeldet werden, falls der Hausanschluss oder der Ortstrafo geändert werden muss – oder beides. Ab einer Leistung von 12 kW muss der Ladepunkt genehmigt werden. Viele Stadtwerke bieten deshalb passende Wallboxes für die Region an, können geeignete Elektriker vermitteln und sind deshalb der ideale Ansprechpartner.

Als Mieter (einer Garage) oder als Mitglied einer Eigentümergemeinschaft muss man natürlich eine Genehmigung einholen und kann sich im Idealfall mit weiteren Interessenten verbünden. Übrigens kann die Arbeitszeit des Monteurs als „haushaltsnahe Dienstleistung“ steuermindernd geltend gemacht werden. Überdies fördern die örtlichen Stadtwerke manchmal den Ladepunkt. Nachfrage lohnt!

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Was ist, wenn mein Elektroauto keinen Typ-2-Stecker hat?

Der aus Japan stammende ChAdeMO-Stecker fürs Gleichstrom-Laden ist nicht mit dem Stecker vom Typ 2 kompatibel. Die europäische Norm für das Laden mit Typ-2-Stecker und CCS benachteiligt den CHAdeMO-Stecker. Für öffentliche Ladepunkte ist CHAdeMO in der Ladesäulen-Verordnung nicht mehr verpflichtend vorgesehen. Für Modelle mit diesem System (Nissan, Mitsubishi und andere) ist deshalb ein Adapter verlangt.

Zusätzlich bieten Modelle wie der BMW i3 das „Combined Charging System“. CCS ermöglicht wahlweise schnelles Wechselstrom-Laden bis 43 Kilowatt (kW) oder Gleichstrom-Laden mit 50 kW. Daraus sollen künftig 150 kW werden. Ladesäulen nach dem CCS-Standard sind mit Kabel und Stecker ausgestattet. Ein eigenes Kabel braucht es also nicht. Wer auch zuhause auf diesem schnellen Weg laden möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Wallboxen, wenn auch mit niedriger Leistung, sind in der Erprobung.

Welche Wallbox darf’s denn sein?

Im Vergleich zur Haushalts-Steckdose bietet eine Wallbox mehr Power, nämlich oft 400 Volt (V) Starkstrom statt 230 V Wechselstrom, und immer mehr Leistung, typischerweise 11 kW statt 2,3 kW im Schneckentempo. Der Ladevorgang wird also enorm beschleunigt, beim dreiphasigen Laden am Starkstrom etwa um den Faktor 5. Die Stromstärke kann 16 oder 32 Ampere betragen.

Das Elektroauto bringt ein weiteres Merkmal, das die Auswahl der Wallbox erleichtert und bei älteren Automodellen einschränkt: die Ladekapazität der Akkus. Neben ihrer Kapazität bestimmt außerdem die Ladeleistung des Fahrzeugs das Tempo beim Laden. Das Ladegerät an Bord („on-board charger“) wandelt den Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom um. Die Batterie kann nur Gleichstrom aufnehmen. Einige Bordladegeräte lassen nur einphasiges und damit recht langsames Laden zu. Dann bringt auch eine leistungsfähigere Wallbox keinen Zeitgewinn. Man braucht keine turboschnelle Wallbox anzuschaffen, wenn das Auto nicht mitspielt.

Mit dem Typ-2-Stecker können an der heimischen Wallbox maximal 22 kW Ladeleistung erreicht werden, an öffentlichen Ladepunkten sind 43 Kilowatt möglich. Noch schneller geht es nur mit Gleichstrom. Öffentliche Ladesäulen bieten das, private Wallboxen nicht.

Was kostet eine Wallbox?

Für eine Wallbox in guter Markenqualität müssen Sie mit Kosten von etwa 600 bis 1.200 Euro rechnen. Von günstigen ist abzuraten – das ist auch das Ergebnis eines ADAC-Tests. Die Installationskosten richten sich nach Ihrer häuslichen Situation rund um die Garage und können höchst unterschiedlich ausfallen. Weitere 400 Euro, also 1.000 bis etwa 1.500 Euro Gesamtkosten sollten Sie als Fahrer eines Elektroautos einplanen.

Lohnt sich das? Ja, und mehr als das. Denn Komfort und Sicherheit lassen sich nicht in Euro ausdrücken. Die höhere Leistung einer Wallbox hat nicht nur einen enormen Zeitspar-Effekt, sondern auch einen Sicherheitsaspekt. Die Wallbox lädt effizienter und bezogen auf die „betankten“ Kilowattstunden sparsamer.

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Wofür braucht man eine „smarte Wallbox“?

Mit drahtloser Kommunikation über RFID-Karten kann die Wallbox für eine größere Nutzerzahl zur Verfügung stehen. Nützlich ist dieses Intelligenz, wenn beispielsweise zwölf Nutzer einer Tiefgarage sich vier Ladepunkte teilen, der Strom aber für jedes Fahrzeug getrennt abgerechnet wird. Natürlich bietet die Intelligenz der Wallbox neben der Abrechnung viele weitere Auswertungsmöglichkeiten, um die Ladekapazität optimal zu nutzen oder den Stromverbrauch transparent zu machen.

Eine smarte Wallbox brauchen Sie auch, wenn Ihr E-Auto Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage oder aus einem Batteriespeicher lädt. Am PC, Tablet oder Smartphone können Sie die Zählerdaten vom Solardach oder Stromspeicher auslesen und den Strombezug auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch hin optimieren. Außerdem lassen sich die neuesten Wallboxen in Smart-Home-Systeme integrieren – die Voraussetzung für ein intelligentes Lastmanagement. Und Voraussetzung für bidirektionales Laden – wenn das Haus das Auto „anzapfen“ darf.

Wallboxen: Hersteller und Modelle

  • Wallbox von Amtron

    Amtron-Wallbox in der Garage © Mennekes

    Die Amtron-Wallbox von Mennekes verfügt wahlweise über eine Ladesteckdose oder über ein fest angeschlossenes, 7,5 Meter langes Ladekabel vom Typ 2. Möglich sind Ladeleistungen von 3,7 kW (einphasig, 230 V), 11 kW und 22 kW (dreiphasig, 400 V). Zusätzlich kann ein Stromzähler integriert werden. Als Extra können ein Schlüssel oder eine RFID-Karte als Zugangsberechtigung genutzt werden. Mit Unterstützung der Mennekes Charge App lässt sich die Wallbox bequem per Smartphone steuern. Beispielsweise, um zeitgesteuert oder zu optimal günstigen Tarifen zu laden. Der Preis liegt je nach Ausführung zwischen 900 und mehr als 2.000 Euro. Infrage kommt diese Ladebox für sehr viele Modelle vom Renault ZOE bis zum Tesla Model S, für Audi e-tron, BMW i3 und i8, für Elektroautos von Mercedes und VW. Beispielsweise auch für einen Volvo XC 90, obwohl dieser nur einphasig lädt.

  • Die wallbe Pro bietet bis zu 22 kW (32 A, 400 V). Anstelle einer Typ-2-Steckdose kann man auch ein festes Typ-2-Kabel erhalten. Neben dem serienmäßigen Stromzähler sind ein Schlüsselschalter, eine RFID-Schnittstelle und eine Smartphone-App sowie die Integration in Backend-Systeme (OCPP). Auch die wallbe Eco 2.0 ist für dieses Leistungsspektrum verfügbar.
  • BMW bietet für seine Elektro- und Hybridfahrzeuge eine eigene Wallbox an. Die Ladeleistung beträgt 11 kW (bei 16 A) oder 22 kW (32 A). Die Preise beginnen bei 900 Euro, für RFID-Kartenleser, Zugriffssperre, App und weitere Extras wie ein Wi-Fi-Modul sind Aufpreise fällig. Zusätzlich offeriert BMW einen Installationsservice und einen „Digital Charging Service“. Er soll Nutzern ermöglichen, zu den günstigsten Zeiten und Tarifen zu laden. Sowie den höchstmöglichen Anteil erneuerbarer Energien an dem Ladestrom sicherstellen.
  • Beim Volkswagen e-Golf dauert das Laden an der Steckdose – nicht ewig, aber lange 17 Stunden. An einer Wallbox sind maximal 7,2 kW möglich: man lädt in 5:20 Stunden, an einer öffentlichen Ladesäule dauert es 2:25 Stunden, mit CCS-Gleichstrom dagegen nur 45 min. VW hat einen Kooperationspartner, über den der Hersteller bestimmte Wallboxen inklusive Installationsservice empfiehlt, und bietet mit Car-Net sowohl eine App wie weitere Dienstleistungen. Gebunden ist man an dieses Angebot ebenso wie bei BMW allerdings nicht.

Die Hersteller nutzen ihre Service-Angebote beim Laden, um weitere Mobilitätsangebote zu platzieren. Naheliegend: Neben der Navigation zur öffentlichen Ladestation erschließen sie sich so einen Markt für künftige Dienstleistungen. Besser beraten ist man deshalb meistens mit Angeboten seines regionalen Energieversorgers.

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