Wallbox für Elektroauto finden

Wallboxen: Alles zur privaten Ladestation

Wer ein Elektroauto besitzt, lässt sich am besten auch eine eigene Stromtankstelle zuhause installieren: Steht das Elektroauto unbenutzt in der Garage, lädt es über die Wallbox seine Batterien auf. Schwierig ist das nicht: Stecker in die Dose, fertig! Alles andere erledigt die Wallbox. Doch wie finden E-Auto-Fans die passende Ladestation?Das erfahren Sie hier.

Was ist überhaupt eine Wallbox?

Fast immer ist damit eine ortsfest installierte Wandladestation für Elektroautos gemeint. Die muss nicht unbedingt an einer Wand hängen. Schließlich gibt es auch schicke Säulen für Carport und Garage. Wer zwei Elektroautos zuhause hat oder viel unterwegs ist, weiß wiederum eine Zwillingslösung oder mobile Ladebox zu schätzen.

Film: Wie funktioniert eine Wallbox?

Welche Wallbox darf’s denn sein?

Im Vergleich zur Haushalts-Steckdose bietet eine Wallbox mehr Power, nämlich 400 Volt (V) Starkstrom statt 230 V Wechselstrom, und mehr Leistung, typischerweise 11 kW statt 2,3 kW. Der Ladevorgang wird beim dreiphasigen Laden am Starkstrom etwa um den Faktor 5 beschleunigt. Die Stromstärke kann 16 oder 32 Ampere betragen.

Doch wenn das Auto nicht mitspielt, braucht es auch keine turboschnelle Wallbox. Denn zum einen bestimmen die Ladekapazität der Akkus und Ladeleistung des Bordladegeräts das Tempo beim Laden. Das Ladegerät an Bord (on-board charger) wandelt den Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom um, denn die Batterie kann nur Gleichstrom aufnehmen. Einige Bordladegeräte lassen nur einphasiges und damit recht langsames Laden zu. Dann bringt auch eine leistungsfähigere Wallbox keinen Zeitgewinn.

Mit dem Typ-2-Stecker können an der heimischen Wallbox maximal 22 kW Ladeleistung erreicht werden, an öffentlichen Ladepunkten sind bis zu 43 Kilowatt möglich. Noch schneller geht es nur mit Gleichstrom. Öffentliche Ladesäulen bieten das, private Wallboxen nicht.

Welchen Ladestecker hat Ihr Elektroauto?

Wer sich noch nie in die Vielzahl von Steckern und Kabeln vertieft hat, lässt es auch in Zukunft besser bleiben. Jedes Elektroauto hat ein Standardladekabel als reguläres Zubehör an Bord, mit dem sich zur Not jede Steckdose anzapfen lässt. Eine Dauerlösung ist das aber nicht: Die Ladedauer an der Steckdose viel zu lang und – viel wichtiger! – es muss sicher sein, dass Dose, Kabel und Sicherungen die hohe Dauerbelastung verkraften. Auch wer sein Auto nur gelegentlich an der heimischen Steckdose lädt, sollte einen Fachmann fragen.

Also besser in eine Wallbox investieren! Dort wird das Elektroauto ebenfalls per Kabel angeschlossen, jedoch mit einem sogenannten Typ-2- oder Mennekes-Stecker (benannt nach seinem Hersteller), der europaweit als Norm gilt. Die Ladekabel neuer Elektroautos sind mit diesem Steckersystem ausgerüstet. Wallboxen bieten meist 11 Kilowatt oder 22 Kilowatt (kW) Ladeleistung, der Typ-2-Stecker ist für beide ausgelegt.

Und wenn mein Elektroauto keinen Typ-2-Stecker hat?

Nissan, Mitsubishi und andere japanische Hersteller rüsten ihre Elektroautos mit ChAdeMO-Steckern aus, die nicht mit Steckern vom Typ 2 kompatibel sind. Für öffentliche Ladepunkte sind CHAdeMO-Stecker in der Ladesäulen-Verordnung nicht mehr verpflichtend vorgesehen. Automodelle mit diesem System können aber mit einem Adapter Strom tanken.

Zusätzlich bieten Modelle wie der BMW i3 das „Combined Charging System“. CCS ermöglicht wahlweise schnelles Wechselstrom-Laden bis 43 Kilowatt (kW) oder Gleichstrom-Laden mit 50 kW. Auch Laden mit 150 kW soll in Zukunft möglich werden. Ladesäulen nach dem CCS-Standard sind mit Kabel und Stecker ausgestattet, ein eigenes Kabel braucht es also nicht. Wer zuhause auf diesem schnellen Weg laden möchte, muss sich noch ein wenig gedulden: Wallboxen, wenn auch mit niedriger Leistung, sind in der Erprobung.

Wofür braucht man eine „smarte“ Wallbox?

Mit drahtloser Kommunikation über RFID-Karten kann die Wallbox einer größeren Nutzerzahl zur Verfügung stehen. Nützlich ist dieses Intelligenz, wenn beispielsweise in einer Tiefgarage zwölf Nutzer sich vier Ladepunkte teilen, der Strom aber für jedes Fahrzeug getrennt abgerechnet wird. Natürlich bietet die Intelligenz einer smarten Wallbox neben der Abrechnung viele weitere Auswertungsmöglichkeiten, etwa um die Ladekapazität optimal zu nutzen oder den Stromverbrauch transparent zu machen.

Eine smarte Wallbox brauchen Sie auch, wenn Ihr E-Auto Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage oder einem Batteriespeicher lädt. Über PC, Tablet oder Smartphone können Sie die Zählerdaten vom Solardach oder Stromspeicher auslesen und den Strombezug auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch hin optimieren. Außerdem lassen sich die neuesten Wallboxen in Smart-Home-Systeme integrieren – die Voraussetzung für ein intelligentes Lastmanagement. Und Voraussetzung für bidirektionales Laden, wenn das Haus vom Auto Strom zapfen darf.

Was kostet eine Wallbox?

Für eine Wallbox in guter Markenqualität müssen Sie mit Kosten von etwa 600 bis 1.200 Euro rechnen. Von günstigen ist abzuraten – das ist auch das Ergebnis eines ADAC-Tests. Die Installationskosten richten sich nach der häuslichen Situation rund um den Elektroautostellplatz und können höchst unterschiedlich ausfallen. Weitere 400 Euro sind im Schnitt einzuplanen. Mit Gesamtkosten von 1.000 bis etwa 1.500 Euro sollten Besitzer eines Elektroautos rechnen.

Lohnt sich das? Ja, und sogar mehr als das, denn Komfort und Sicherheit lassen sich nicht in Euro ausdrücken. Die höhere Leistung einer Wallbox spart nicht nur enormen Zeit, sondern bringt auch mehr Sicherheit. Sie lädt effizienter und bezogen auf die „betankten“ Kilowattstunden auch sparsamer.

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Wer installiert die Ladestation fürs Elektroauto?

Die Installation muss unbedingt ein Fachbetrieb übernehmen, das ist nichts für Laien! Dessen Mitarbeiter prüfen dazu vorher die gesamte Hauselektrik und ermitteln, welche Maßnahmen erforderlich sind. Muss ein neues Kabel gezogen werden, braucht es einen FI-Schutzschalter, ist die Absicherung hoch genug, muss ein zusätzlicher Zähler installiert werden? Was der Installateur außerdem weiß: Ab 4,6 kW Leistung muss ein Ladepunkt beim örtlichen Stadtwerk und Netzbetreiber angemeldet werden, falls Hausanschluss oder Ortstrafo geändert werden müssen. Ab einer Leistung von 12 kW muss der Ladepunkt genehmigt werden. Viele Stadtwerke bieten passende Wallboxen für die Region an, können geeignete Elektriker vermitteln und sind deshalb der ideale Ansprechpartner.

Mieter (einer Garage) oder Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft müssen zur Montage einer Wallbox vom Vermieter und den anderen Eigentümern eine Genehmigung einholen. Mit zunehmender Verbreitung der Elektromobilität wird es nicht schwerfallen, sich mit weiteren Interessenten zu verbünden. Übrigens lässt sich die Arbeitszeit des Monteurs als „haushaltsnahe Dienstleistung“ steuermindernd geltend machen. Außerdem fördern die örtlichen Stadtwerke manchmal den Ladepunkt. Nachfragen lohnt sich!

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Wallboxen: Hersteller und Modelle

Wallbox von Amtron

Amtron-Wallbox in der Garage © Mennekes

  • Die Amtron-Wallbox von Mennekes verfügt wahlweise über eine Ladesteckdose oder ein fest angeschlossenes, 7,5 Meter langes Typ-2-Ladekabel. Möglich sind Ladeleistungen von 3,7 kW (einphasig, 230 V), 11 kW und 22 kW (dreiphasig, 400 V). Zusätzlich kann ein Stromzähler integriert, sowie ein Schlüssel oder eine RFID-Karte als Zugangsberechtigung genutzt werden. Mit Unterstützung der Mennekes Charge App lässt sich die Wallbox bequem per Smartphone steuern. Beispielsweise, um zeitgesteuert oder zu optimal günstigen Tarifen zu laden. Der Preis liegt je nach Ausführung zwischen 900 und mehr als 2.000 Euro. Infrage kommt diese Ladebox für sehr viele Elektroautomodelle, für den Renault Zoe ebenso wie für den Tesla Model S, Audi e-tron, BMW i3 und i8 sowie für die E-Autos von Mercedes und VW.
  • Die wallbe Pro bietet bis zu 22 kW (32 A, 400 V) Ladeleistung. Anstelle einer Typ-2-Steckdose gibt es auch ein festes Typ-2-Kabel. Neben dem serienmäßigen Stromzähler sind ein Schlüsselschalter, eine RFID-Schnittstelle und eine Smartphone-App sowie die Integration in Backend-Systeme (OCPP) eingebaut. Auch die wallbe Eco 2.0 ist für dieses Leistungsspektrum verfügbar.
  • Keba ist ein weiterer Qualitätshersteller von bereits am Markt bewährten Produkten und bevorzugter Kooperationspartner für Wallboxen von Daimler.
  • Die Ladestationen des niederländischen Herstellers Alfen unterscheiden sich durch intelligente und smarte Ladelösungen und richten sich vor allem an Gewerbekunden.
  • Webasto wurde mit Standheizungen bekannt, dessen günstige 22 kW-Ladestation wird in Deutschland hergestellt und ist unkompliziert zu installieren.
  • Der bayerische Autohersteller BMW bietet für seine Elektro- und Hybridfahrzeuge eine eigene BMW-Wallbox an. Die Ladeleistung beträgt 11 kW (bei 16 A) oder 22 kW (32 A), die Preise beginnen bei 900 Euro. RFID-Kartenleser, Zugriffssperre, App und weitere Extras wie ein WLAN-Modul sind gegen Aufpreis erhältlich. Zusätzlich offeriert BMW einen Installationsservice und „Digital Charging Service“. Er soll Nutzern ermöglichen, zu den günstigsten Zeiten und Tarifen zu laden sowie den höchstmöglichen Anteil erneuerbarer Energien am Ladestrom sicherstellen.
  • Beim Volkswagen e-Golf dauert das Laden an der Steckdose nicht ewig, aber lange 17 Stunden. An einer Wallbox sind maximal 7,2 kW möglich, damit dauert einmal Vollladen 5 Stunden und 20 Minuten. An einer öffentlichen Ladesäule dagegen nur 2 Stunden und 25 Minuten und mit CCS-Gleichstrom nur 45 Minuten. VW arbeitet mit dem Kooperationspartner ABL zusammen, über den der Hersteller bestimmte Wallboxen inklusive Installationsservice empfiehlt. Mit „Car-Net“ bieten die Wolfsburger sowohl eine App als auch weitere Dienstleistungen an. Gebunden ist man an dieses Angebot ebenso wie bei BMW allerdings nicht.

Die Autohersteller nutzen ihre Serviceangebote beim Laden, um weitere Mobilitätsangebote zu platzieren. Naheliegend: Neben der Navigation zur öffentlichen Ladestation erschließen sie sich so einen Markt für künftige Dienstleistungen. Besser beraten ist man deshalb meistens mit Angeboten seines regionalen Energieversorgers.

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