Ladetarif Autostromtarif E-Auto

Ladetarife fürs Elektroauto: Vereinfachung in Sicht

Ladetarife für unterwegs gibt es viele – das kann schon mal für Verwirrung sorgen. Verbraucherverbände fordern mehr Transparenz, das neue Eichrecht will Klarheit und Verbesserungen bringen. Wir haben uns die Welt der Stromtarife fürs E-Auto genau angeschaut: Hier kommt ein Überblick über Möglichkeiten, Anbieter und die verschiedenen Zahlungs- und Abrechnungssysteme.

Wer laden will, muss leiden? Nein, diese Klage trifft nicht zu. Zumal die meisten Elektroautos zuhause laden. Kompliziert ist es unterwegs manchmal zwar schon. Doch bald soll es mehr Klarheit und Transparenz geben.

Zuhause laden: Haushaltsstrom oder Autostrom?

Wer zuhause lädt, kennt keine Probleme. Ausgestattet mit einer Wallbox bezieht man den Strom über seinen Stromversorger, manchmal mit einem speziellen Vertrag und einem eigenen Zähler. Beispiel: Wer 10.000 Kilometer pro Jahr fährt und ein Auto mit durchschnittlich 15 Kilowattstunden Verbrauch auf 100 Kilometern fährt, dessen Stromverbrauch erhöht sich um 1.500 kWh. Zahlt man also je kWh Haushaltsstrom etwa 30 Cent, sind das etwa 450 Euro.

Einige Stadtwerke und Regionalversorger bieten spezielle Tarife für Autostrom, der größtenteils Ökostrom ist. Zudem bieten die Versorgungsunternehmen eine Wallbox für die heimische Garage an. In Verbindung mit einer Ladekarte oder App kann man an den öffentlichen Ladestationen des jeweiligen Versorgers, aber auch bei regionalen und überregionalen Partnerunternehmen, Strom laden – wobei der Strompreis vom heimischen abweichen kann.

Unterwegs laden: Welcher Tarif gilt?

Wer viel auf wechselnden Strecken unterwegs ist, muss nicht nur wissen, wo die nächste Stromtankstelle steht, sondern auch, wer sie betreibt. Die Technik macht in aller Regel keine Probleme, das Bezahlen manchmal schon. Eine Ladesäule kann besetzt sein, eine Ladesäule kann defekt sein; nicht immer stehen diese Informationen in Echtzeit zur Verfügung.

Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos kommt voran

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht voran.

Die Ladesäulenverordnung (LSV) von 2017 ändert das. Sie schreibt zwei Regeln vor, die das Laden leichter oder erst möglich machen:

  • Die LSV verlangt technische Mindeststandards, indem sie den Typ-2-Stecker als Norm definiert (und CCS fürs schnelle Gleichstrom-Laden).
  • Die LSV fordert, dass Ladepunkte spontanes Laden ermöglichen. Entweder indem man ohne Authentifizierung bar zahlt oder indem ein gängiges Zahlverfahren wie Scheckkarte oder Kreditkarte angeboten wird.

Damit sind alle Probleme gelöst – auf dem Papier. In der Praxis hakt es dennoch: Ein „Tarifchaos“ bemängeln Kritiker. An erster Stelle: Oft wissen Fahrer nicht, wie viel sie am Ende zahlen müssen, manchmal spielt ihnen die Technik einen Streich – und die unklaren Stromtarife liegen weit auseinander.

Eichrecht verlangt: Abrechnung nach Verbrauch statt Dauer

Seit April 2019 verlangt das Eichrecht geeichte Messgeräte in Ladesäulen. Dies bedeutet eine Abrechnung per getankter Kilowattstunde. Kunden zahlen dann effektiv, wofür sie laden. Künftig wird also nicht mehr, wie es derzeit bei manchen Ladetarifen üblich ist, nach Minuten abgerechnet.

Da fürs Gleichstrom-Laden noch keine geeigneten Messgeräte auf dem Markt sind, müssen diese Säulen nachgerüstet werden. Das soll zügig geschehen. Vorläufig werden sie behördlich nur geduldet und nicht außer Betrieb genommen. „Fast alle Anbieter schrauben derzeit an ihren Tarifen“, hat das Handelsblatt Anfang des Jahres beobachtet – es ist also mit Änderungen in der Tariflandschaft im Laufe des Jahres zu rechnen, die sich an einer verbrauchsgenauen Abrechnung ausrichten.

Die gängigen Tarifsysteme für Autostrom

Bei den Zahlverfahren kann aktuell noch unterschieden werden zwischen:

  • lokalen Anbietern mit eigener Ladekarte: Stadtwerke und regionale Versorger betreiben eigene Ladestationen und kooperieren mit Partnern. Die meisten lokalen Anbieter arbeiten mittlerweile im Verbund. Dadurch dehnt sich die Reichweite der Ladekarte von der Kleinstadt auf ganz Europa aus. Zahlungsmittel sind fast immer die EC-Karte oder die Kreditkarte.
  • Anbietern mit Flatrate: Einige Anbieter bieten mit einer Flatrate unbegrenztes Strom laden. Sie verlangen eine feste monatliche Gebühr. Wie beim Autostrom bei Heimtarifen gibt es gewaltige Preisunterschiede für die Monats- oder Jahresgebühr der Karte. Ohnehin werden Flatrates wohl nicht mehr lange Bestand haben: Die Pflicht, nach der Eichrechtsnovelle verbrauchsgenau abzurechnen, ist mit ihnen unverträglich.
  • Roaming-Anbietern: Vor wenigen Jahren glich es einem Glücksspiel, ob E-Autofahrer an einer Ladestation zum Zuge kommen. Überregionale Verbünde haben diese Lücke geschlossen. Fast immer identifiziert man sich mit einer Ladekarte, die einen RFID-Chip integriert. Beispiele für Verbünde sind ladenetz.de und viele andere. Selbst kleine Stadtwerke bieten ihren Autostrom nicht mehr nur lokal, sondern deutschlandweit an. Die Identifizierung erfolgt berührungslos per RFID-Karte oder mithilfe einer App.

Was Verbraucherschützer fordern

An Transparenz fehlt es noch vielerorts. Auch der ADAC hat wiederholt den Verbesserungsbedarf der Tarifmodelle aufgeführt. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verlangt daher mehr Klarheit und Verbesserungen. Bei diesen Forderungen geht es im Kern um:

  • faire und einheitliche Preise (ohne versteckte Zusatzkosten).
  • wenige Zugangsmedien, Ladekarten oder Apps.
  • Informationen zur Verfügbarkeit einer Ladestation in Echtzeit.
  • einheitlich gestaltete und besser beschilderte Ladesäulen.

Empfehlung: Lokalen Anbieter für Autostrom wählen

Für Fahrer eines Elektroautos haben sich die Auswahl und die Anzahl der Ladestationen deutlich vergrößert. Allerdings kann sich die Wahl der Ladekarte und App auf die Kosten auswirken. Man sollte nach den eigenen Fahr- und Verbrauchsgewohnheiten auswählen. Kein Kriterium ist die Anzahl von Ladepunkten, wichtiger ist es, die günstigsten in seiner Nähe zu finden. Angebote der kommunalen oder regionalen Versorgers liefern dafür meistens das beste Angebot.

Vielfahrer fahren mit einer Flatrate am besten – noch, denn: Die wird es auf mittelfristige Sicht nicht mehr geben. Dafür macht die Eichrechtsnovelle die Landschaft an Autostrom-Tarifen leichter vergleichbar und durch verbrauchsgenaue Abrechnung fairer. Die weitere Entwicklung: Bleibt spannend.

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