Schwarzer Tesla im Winter auf einer Straße.

Gastbeitrag: Mit dem Tesla auf der Langstrecke

Wir haben es getestet: Wie zuverlässig ist das E-Auto auf längeren Strecken? Wie sieht es mit der Reichweite aus? Viele Menschen, die sich für E-Mobilität begeistern, beklagen, dass längere Strecken nicht fahrbar sind. Auf solche Gefühle und Ängste möchte ich mich nicht verlassen. Lieber will ich selber „erfahren“, was Sache ist. Ein Kollege und ich machen den Test: Dienstfahrt von München nach Chemnitz und zurück. Elektrisch, mit einem Tesla Model S 75D.

Bereits bei der Hotelbuchung reserviere ich eine Ladesäule. Den Hotel-Tipp hat mir unser Fuhrparkmanager gegeben. Einen Tag vor der Abfahrt plane ich weitere Details: Bei einer Außentemperatur von 0 Grad Celsius und einer Geschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde sagt mir Tesla eine Reichweite von 383 Kilometern voraus. Ob ich die erreiche, liegt an meinem Gasfuß, wie warm ich heize und wie viel Verkehr auf der Strecke ist. Tatsächlich wird die Reichweite jedoch niedriger liegen, das weiß ich schon. Und ein paar Berge auf dem Weg treiben den Stromverbrauch auch in die Höhe.

Ladeanzeige des Tesla.

Ladestopps vorher planen

Der Google Routenplaner schlägt die A93 vor, unsere Strecke wäre damit 399 Kilometer lang. Die kürzeste Strecke über die A9 und A72 wäre 396 Kilometer lang. Wir müssen also mindestens einmal zwischenladen. Um den Ladestopp zu planen, nutze ich ein Tesla-Tool. Hier kann ich die Batteriekapazität des Autos angeben und dann die Route mit der eingebundenen Google Karte planen. An der A93, südlich von Weiden, steht ein Tesla Supercharger. Hier könnten wir also unseren Stopp einlegen. Google sagt mir für konventionell mit Verbrenner angetriebene Autos übrigens eine Fahrtzeit zwischen 3 Stunden 20 Minuten und bis zu 5 Stunden voraus. Das Tesla-Tool kalkuliert inklusive eines Ladestopps von 35 Minuten eine Zeit von 4 Stunden und 26 Minuten.

Das Ladenetz am Ziel kennen

Unser Termin startet um 12 Uhr. Deswegen fahren wir mit etwas Puffer um 7 Uhr los. Der Tesla ist vollgeladen und warm, weil er in der Firmen-Garage steht. Um das Laden am Ziel müssen wir uns ebenfalls keine Sorgen machen. Denn wir haben einen Termin bei einem Energieversorger: Dort stehen verschiedene Ladesäulen, die wir nutzen können. Die Energieversorger in Deutschland treiben den Ausbau des Ladenetzes maßgeblich voran. Weitere Informationsplattformen wie ladenetz.de bieten einen Überblick über Ladesäulen in Deutschland. Der BDEW hat eine Ladenetz-Übersicht erstellt, auf der alle deutschen Ladesäulen eingetragen sind.

Schneefall und Kälte senken Reichweite

Während wir losrollen, beginnt es zu schneien. Das Navigationssystem berechnet die Route auf Basis von Verkehrsdaten, Wetter und dem Stromverbrauch auf den letzten 50 Kilometern. Deshalb schickt das Navi uns, anders als das Tool auf der Tesla-Homepage bei der Vorbereitung, über die A9. Auch das Auto sagt uns einen einzigen Ladestopp voraus. Dort sollen wir mit einer Rest-Kapazität von 5 Prozent ankommen und dann für 40 Minuten zwischenladen. Bereits kurz hinter der Allianz-Arena warnt mich das Auto: „Nicht schneller als 125 km/h fahren, um das Ziel zu erreichen.“ Das Spiel geht so weiter: In den nächsten Minuten reduziere ich die Geschwindigkeit, unter 115 km/h, dann unter 110 km/h.

Tesla an einer Ladesäule.

Flexibel bleiben

Wir sehen kurz auf die Karte und beschließen, statt einem, zwei Zwischenstopps einzulegen. Ich beschleunige auf bequeme 130 km/h und ignoriere das meckernde Auto. Als wir in Hilpoltstein auf den Parkplatz des Rasthofs rollen, ist uns beiden der Zwischenhalt sehr willkommen. Schnell den Tesla an den Supercharger gehängt und auf ins Restaurant. Nach einer kurzen Pause und einer Tasse Kaffee sind wir und das Auto bereit für die Weiterfahrt. Auch den zweiten Ladestopp heißen wir willkommen. Nach 4 Stunden und 45 Minuten rollen wir pünktlich zu unserem Termin auf den Hof des Energieversorgers in Chemnitz, mit 35 Prozent Ladung im Akku. Wir müssen jetzt nicht laden, denn wir bleiben über Nacht in Chemnitz, am nächsten Tag haben wir ebenfalls Termine. Und unser Hotel bietet eine Wallbox auf dem Parkplatz, die ich vorab reserviert habe.

Je voller der Akku, desto langsamer die Ladung

Auch zurück rollen wir flotter und laden zwei Mal, statt genau auf die Akkuanzeige zu achten. Beim zweiten Stopp essen wir zu Abend und als wir wieder zurück in München ankommen, ist der Akku noch zu über 30 Prozent vollgeladen. Bei näherer Betrachtung macht diese Taktik mehr Sinn, denn ein E-Auto lädt schneller auf, wenn der Akku leer ist. Das ist so ähnlich, wie wir es vom Smartphone kennen: Die Ladung bis 80 Prozent geht schnell, doch die letzten 20 Prozent brauchen deutlich länger. So ist es auch beim Auto, wo der Ladestrom bei steigendem Akku-Füllstand immer weiter gedrosselt wird.

Mit der Tesla-Infrastruktur ist es sehr angenehm, auch Langstrecken zurückzulegen. Mit anderen E-Autos habe ich mich noch nicht weiter als von München bis Augsburg getraut. Und dort nachgeladen, damit ich sicher auch wieder nach München komme. Die deutschen Autohersteller ziehen nach und bauen momentan ebenfalls ein Netz von Schnell-Ladern an den Autobahnen auf und nehmen Fahrzeuge mit größeren Akkus ins Programm. Und auch viele Energieversorger haben bereits Ladesäulen an den Autobahnen aufgestellt, meistens jedoch nur mit 50 Kilowatt (kW) Ladeleistung. Ein Tesla-Supercharger lädt mit bis zu 120 kW, Porsche hat momentan einen Test mit bis zu 450 kW gestartet. Das Laden an einer 50 kW-Säule dauert dementsprechend etwas länger. Auf jeden Fall kommt man, mit genügend Zeit für Ladestopps, entspannt und ohne Probleme am Ziel an.

Tipps für die Langstreckenfahrt im Überblick

  • bei Hotelbuchung direkt eine Ladesäule reservieren
  • Ladestopps vorher planen
  • über Ladenetz am Zielort informieren (ladenetz.de)
  • Wetterbedingungen einplanen
  • flexibel bleiben: ggf. zusätzliche Stopps einlegen
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