Elektroauto Umweltbilanz

Wie sauber sind sie wirklich?

Die Umweltbilanz von Elektroautos ist nicht immer eindeutig: Da sie ohne fossile Brennstoffe fahren, gelten sie als umweltfreundlich. Doch was ist mit dem Herstellungsprozess, dem Strom, den sie verbrauchen und mit Herstellung und Recycling der Batterie? Wir haben genauer hingeschaut.

Um die CO2-Emissionen massiv zu senken, das wissen nicht nur die Experten, muss viel passieren. Im Mobilitätssektor spielen dabei Elektroautos eine große Rolle: Fahren sie mit Ökostrom, dann stoßen sie keinerlei Emissionen aus, weder CO2 noch andere Umweltgifte gelangen in die Atmosphäre. Das ist gut für unsere gesamte CO2-Bilanz.

Das stimmt allerdings nur unter einer Voraussetzung: E-Autos müssen dafür reinen regenerativen Strom tanken. Der Strom, mit dem man sein E-Auto lädt, spiegelt aber den deutschen Strommix wider. Und der wird, neben den Erneuerbaren, auch aus Kohle-, Erdgas- und Kernkraftwerken gewonnen. Solange die Energiewende nicht vollendet ist, wird sich das nicht ändern.

Wer Ökostrom bezieht und sein Elektroauto zuhause lädt, unterstützt zwar die Förderung der Eneuerbaren Energien im Land. Reinen Ökostrom tankt ein Elektroauto aber nur an einer Wallbox, die auf selbst produzierten Solarstrom zugreift.

Global gesehen: Die Umweltbilanz von Elektroautos

Damit, wie sich die Umweltbilanz von Elektroautos zusammensetzt, haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Forschungsgruppen auseinandergesetzt. Im Mai 2017 sorgte eine schwedische Studie für viel Wirbel. Die Untersuchung befasste sich mit der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus. Beim Bau des Akkus eines Model S von Tesla, heißt es darin, entstehe so viel CO2, wie ein Benziner in acht Jahren Nutzung in die Atmosphäre entlässt.

Eine Studie der Vrije Universiteit Brüssel vom vergangenen Oktober gelangt zu anderen Ergebnissen. Sie kommt zum Schluss, dass Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg schon heute deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen als Fahrzeuge, die Diesel tanken. Das sei sogar dann der Fall, wenn sie in Ländern zugelassen seien, wo der Anteil von Kohlestrom besonders hoch sei. In Polen, heißt es, liege der CO2-Ausstoß immerhin 25 Prozent niedriger als bei einem Diesel-Fahrzeug. Deutlich besser sei die Umweltbilanz zum Beispiel in Schweden, wo der Ausstoß aufgrung des hohen Anteils an regenerativem Strom um 85 Prozent geringer ausfällt. In Folge wissenschaftlicher Fortschritte und dem Fortschreiten der Erneuerbaren werde sich dieser Trend noch weiter verstärken.

Die Situation in Deutschland

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Berechnungen, die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) für das Manager Magazin angestellt haben. Auch dort stand der gesamte Lebenszyklus der Fahrzeuge im Fokus. In Sachen Klimafreundlichkeit schlage das Elektroauto den Verbrenner deutlich, so die Forscher. Und das nicht etwa nur in Ländern, deren Strommix besonders CO2-arm sei, sondern auch in Deutschland, wo der Anteil von Ökostrom an der Stromerzeugung zwar immer weiter steigt, aber erst bei knapp über einem Drittel liegt.

Bei der Gelegenheit nahmen die MIT-Wissenschaftler die kritischen Ergebnisse der schwedischen Studie aufs Korn. Diese setze einen deutlich schmutzigeren Strommix in China und den USA an als die Internationale Energie-Agentur und das US-Energieministerium. Viele interpretierten die Ergebnisse der Studie, die sich in erster Linie mit der Herstellung der Batterien der E-Autos beschäftige, zudem falsch.

Und auch das österreichische Umweltbundesamt hat eine Studie zum Thema vorgelegt. Auch hier ist das Ergebnis positiv: E-Autos böten demnach im Vergleich zu Diesel-, Benzin- und Hybrid-Fahrzeugen die besten Chancen bieten, Energieverbrauch und Luftschadstoffemissionen im Straßenverkehr nachhaltig zu reduzieren und eine CO2-arme individuelle Mobilität zu erreichen.

Das zweite Leben der Batterie

Momentan sind noch nicht viele E-Autos auf unseren Straßen zu sehen. Wenn sich das aber schrittweise ändert und die Zahlen steigen, dann stellt sich die Frage, was mit den Akkus passiert, wenn sie ihren Zenit überschritten haben. Autohersteller und Start-ups feilen an Vermarktungskonzepten für das zweite Leben der Batterie. So ist denkbar, die Akkus als stationäre Stromspeicher zu nutzen, zum Beispiel in Privathaushalten mit Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Auch das Recycling ist eine Alternative: Alle wertvolle Akku-Inhalte wie zum Beispiel Kobalt können, so erste Testergebnisse, fast zu 100 Prozent gerettet werden.

Von der Wiege bis zur Bahre: Wie umweltfreundlich sind E-Autos?

Selbst wenn man die Emissionen einrechnet, die ein E-Auto verursacht, bevor es auf den Straßen fährt, schneiden diese Fahrzeuge schon heute vergleichsweise gut ab. Damit ihre Ökobilanz in Zukunft noch besser wird, braucht es aber immer mehr Anlagen, die Strom aus regenerativen Quellen gewinnt.

Und vielleicht müssen wir uns auch unsere liebgewonnene Gewohnheit abschminken, überall mit dem Auto hinzugelangen. Fest steht aber in jedem Fall: Akkus werden immer leistungsstärker, Motoren immer effizienter und die verbauten Teile immer leichter. Das gilt natürlich auch für Autos mit Verbrennungsmotoren. Nur tanken die in Zukunft immer noch teure fossile Kraftstoffe.

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