Elektroautos: Wissen und Technik

Keine überraschende Erkenntnis: Beim Elektroantrieb ist nicht nur der „Kraftstoff“ anders. Was ist eine Zündkerze, was eine Motorhaube? Was bedeutet Gas geben? Kommende Generationen werden uns bei diesen „Fremdwörtern“ fragend anschauen. Vom Motor bis zur Lade-Infrastruktur, vom Hausbau bis zur Stadtplanung – es ändert sich so allerhand, wenn Stromer auf den Straßen fahren.

Mit dem Elektromotor fängt es an: Sein Aufbau ist viel einfacher als beim Verbrennungsmotor. 50 oder 100 Teile statt 1000 und weniger Verschleiß, damit fangen die Unterschiede erst an. Die Ingenieure in der Konstruktion haben es leichter, auch die Montage in den Fabriken wird revolutioniert. Und viele Zulieferteile, so etwa das Getriebe, werden in der bisherigen Form einfach nicht mehr benötigt. Der Auspuff gehört zum alten Eisen.

Motor und Batterie des Elektroautos: A und O

Mit ein klein wenig Physik erklären wir den Motor, das Kernstück des Elektroautos. Und wo ein Elektromotor schnurrt, sind die Akkus nicht weit. Denn ohne Ladung macht er keinen Mucks. Und nicht nur das: Die Batterie – oder die Akkus, man verwendet beide Bezeichnungen synonym – ist etliche hundert Kilo schwer, einige Tausend Euro teuer – smarter fahren gibt Ihnen einen Einblick in die wirtschaftlichen und technischen Zusammenhänge. Forscher lässt das nicht ruhen: Ihr Ehrgeiz treibt sie immer wieder zu Entwicklungssprüngen. Neue Werkstoffe und Verfahren kommen ins Spiel, Patente sind begehrt und enorm wertvoll.

Eine Batteriezellen-Fertigung in Europa rückt anscheinend näher. Der Standort Deutschland fürchtet die Abhängigkeit von asiatischen Produzenten und will technologisch nicht in Rückstand geraten. Meist hinter verschlossenen Labortüren erforschen oder erproben Hersteller auch Alternativen, so etwa die Akkus ihrer Fahrzeuge an der „Tankstelle“ komplett zu wechseln.

Elektrisch, effizient, sportlich

Ein Elektroauto fährt dynamisch wie ein Sportwagen. Das volle Drehmoment steht sofort zur Verfügung. Vor allem Fahrer von PS-starken Fahrzeugen beeindruckt so viel Temperament, wenn sie nur die Rücklichter sehen.

Ein Elektroauto braucht kein Schaltgetriebe – doch ist das nur die halbe Wahrheit. Immerhin „schaltet“ es ja auch in den Rückwärtsgang; der Motor ändert einfach seine Drehrichtung. Für die Kraftverteilung beim Elektroauto spielt das Getriebe dennoch eine Rolle. Längst forschen die Motorentwickler an neuartigen Methoden des effizienten Vortriebs.

Aber das wirkliche Leben findet selten auf der Rennpiste und öfter beim täglichen Pendeln und bei Fahrten im Stop-and-Go der Innenstädte statt. Elektroauto-Fahrer entdecken deshalb ihre Leidenschaft eher beim Ausreizen der maximalen Reichweite als bei der Beschleunigung.

Wer bremst, gewinnt

Vorausschauend Fahren ist nützlich, das Rekuperieren von Bremsenergie unterstützt. Das intelligente Bremsen dank Energierückgewinnung lässt die Bremsen weniger verschleißen: Statt mit Bremsscheiben überschüssige Reibungswärme zu produzieren, verwandelt sich der Motor in einen Generator, der Energie in die Akkus zurückspeist.

Ein Wermutstropfen ist der höhere Verschleiß an Reifen bei Elektroautos. Beim Elektroauto sind sie speziell konstruiert, um dank niedrigen Rollwiderstands Strom zu sparen. Zumal hohe Geschwindigkeiten beim Elektroauto eher die Ausnahme sind.

Apropos Reifen: Der winterliche Verkehr hat einige Besonderheiten. smarter-fahren.de hat einige Tipps für den Winter auf Lager, wenn Straßen glatt sind und Scheiben beschlagen – und Nässe wie Kälte an der Reichweite knabbern.

Hybridautos – Förderung für den Übergang

Viele Autofahrer scheuen – noch – den kompletten Umstieg aufs Elektroauto. Ein Hybridfahrzeug kann eine Brücke bauen. Es verbindet die elektrische und die Verbrenner-Welt. Unsere kleine Typenkunde erläutert relevante Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile. Wichtig für die Förderung: Nur Plug-in-Hybride erhalten eine Förderung (also Modelle, die mit einem Stecker direkt aus dem Stromnetz geladen werden können). Der Umweltbonus beträgt 3.000 Euro für Hybride, 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge.

Die Feinheiten für den Förderantrag kann man im Netz nachlesen, eine aktuelle Liste der förderfähigen Modelle veröffentlicht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Die Förderung ist zeitlich (bis Mitte 2019) und vom Volumen her begrenzt – allerdings längst nicht ausgeschöpft. Besonders interessant: In bestimmten Fällen kann eine Förderung rückwirkend beantragt werden. Und Käufer sollten wissen, dass Hersteller oft viel, viel höhere Rabatte geben als den Umweltbonus, den sie zur Hälfte mittragen.

Kosten und Umweltvorteile – 2:0 fürs Elektroauto

Fahrdynamik ist toll, ein paar Tausend Euro Umweltprämie nimmt man gern mit. Die eigentlichen Vorzüge des Elektroautos sind damit nur zum Teil beschrieben. Smarter fahren wirft in der Elektroauto-Übersicht einen kritischen Blick auf die Kosten. Dabei nehmen wir die Anschaffung, insbesondere aber die Kosten im Unterhalt unter die Lupe. Damit sich Elektroautos im Alltag bewähren, helfen unsere Tipps und Erfahrungen. Das Ergebnis verraten wir Ihnen vorweg: Der Alltag ist unkompliziert, bei den Vollkosten schlägt das Pendel immer öfter zugunsten der Elektroautos aus. Hinzu kommen immaterielle Vorteile: beim Parken, bei der Benutzung freigegebener Busspuren, neben der Steuerbefreiung dank E-Kennzeichen.

Was Elektroauto-Fahrer begeistert, sind neben der innovativen Technik die großen Umweltvorteile: Man fährt sauber, leise, sparsam. Das leise Fahren erschließt sich jedem Ohr sofort. Dennoch müssen seine Nachteile inmitten einer von Lärm geplagten Umwelt mit bedacht werden: Der Sound der Zukunft soll nicht aufdringlich sein, aber wirkungsvoll, auch etwa für unaufmerksame Passanten oder schwerhörige oder blinde Verkehrsteilnehmer.

Die Bilanz der Klima- und Umweltaspekte ist komplexer: Denn Elektromobilität beeinflusst nicht nur den Stromsektor, indem vermehrt erneuerbarer „grüner“ Strom nachgefragt wird. Elektromobilität verändert die gesamte Wertschöpfung im Automobilbau. Und nicht nur die Rohstoffe, sondern auch die spätere Entsorgung – also der gesamte Lebenszyklus – soll weniger CO2 verursachen, weniger Material verbrauchen, weniger Abfall hinterlassen.

Mobilität der Zukunft

Es lässt sich noch nicht abschätzen, was Elektromobilität bringt und welche Folgen sie hat. Dennoch lehrreich ist ein Blick in die Vergangenheit: Die ersten Elektroautos fuhren bereits in den 1880-er Jahren – bevor sie von knatternden Benzinschluckern verdrängt und schließlich vergessen wurden.

Klar scheint: Elektroautos werden anders designt – zum Beispiel das Fahrwerk, weil sie einen tieferen Schwerpunkt haben, und die Karosserie, weil viele Aggregate überflüssig werden. Doch die Entwicklung erfasst viele Bereiche jenseits des Automobilsektors. Angefangen beim Hausbau und der eigenen Garage. Unser Interview mit Alexander Maier hat dazu Interessantes zu vermelden: Mit einer unscheinbaren Wallbox fängt es an, Häuser der Zukunft werden Kraftwerke in einem intelligenten Stromnetz sein.

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