Elektroautos in der Stromkrise – darum sind sie gut

25.04.2023 

Beitrag verfasst von Moritz Kopp, Geschäftsführer von Teslabs

In diesem Beitrag werden wir acht Argumente anführen, die zeigen, warum Elektroautos trotz der Stromkrise eine wichtige Rolle spielen und warum sie eine gute Wahl sind.

Die Elektromobilität steht in Deutschland momentan im Fokus der öffentlichen Debatte, nicht nur als hoffnungsträchtige Zukunftsbranche, sondern auch vor dem Hintergrund der Energie- und Stromkrise. Kritiker befürchten, dass die zunehmende Beliebtheit von Elektroautos das Stromnetz überlasten könnte und den aktuell ohnehin knappen Strom noch knapper machen würde. Auch Umweltbedenken werden angesichts der Tatsache, dass Strom in Deutschland noch zu signifikanten Teilen aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, geäußert.

 

1. E-Autos sind deutlich energieeffizienter als Verbrenner

Ein großer Vorteil von Elektroautos ist ihre deutlich höhere Energieeffizienz im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Elektroautos wandeln etwa 60–70 % der eingespeisten Energie in Bewegungsenergie um – oft sogar deutlich mehr –, während Verbrenner nur etwa 20–30 % der im Kraftstoff vorhandenen Energie nutzen können, um ein Auto anzutreiben.

Der hohe Wirkungsgrad von Elektroautos bedeutet, dass sie insgesamt weniger Energie benötigen, um die gleiche Strecke zurückzulegen. Ein kleines Beispiel: Ein durchschnittliches E-Auto verbraucht bei normaler Fahrweise zwischen 20 und 25 kWh elektrische Energie pro 100 Kilometer. Das entspricht dem Energiegehalt von ca. 2–2,5 Litern Diesel – das schafft selbst bei sparsamster Fahrweise kein Verbrenner.

 

2. Auch bei teilweise fossiler Energieerzeugung sind E-Autos vorteilhaft

Der hohe Wirkungsgrad allein löst zwar das konkrete Stromproblem noch nicht, reduziert aber in jedem Falle die benötigte Gesamtenergie und damit aufs Ganze gesehen den CO2-Ausstoß. Eine Beispielrechnung zeigt diesen Zusammenhang: Der Strommix in Deutschland kommt auf einen CO2-Ausstoß von ca. 420 g/kWh. Ein E-Auto „stößt” also zwischen 8,4 und 10,5 Kilogramm CO2 auf 100 Kilometer aus. Ein durchschnittlicher Neuwagen stieß 2022 109,6 Gramm CO2 pro Kilometer aus, das entspricht 10,96 Kilogramm auf 100 Kilometer. Im Durchschnittsausstoß sind allerdings E-Autos mit 0 g/Kilometer bereits mildernd enthalten – der reale Wert bei Verbrennern dürfte also noch höher sein.

 

3. Auch die Sprit-Erzeugung braucht Strom

Zusätzlich zu der Energie, die ein Verbrenner aus dem Kraftstoff zieht, um sich fortzubewegen, kommt in der Bilanz auch die Energie hinzu, die in der Raffinerie für die Sprit-Erzeugung aufgewendet werden muss. Auch hier wird elektrische Energie benötigt, die bei einem größeren Anteil an Elektroautos auf den Straßen zumindest in Teilen eingespart werden könnte.

Einrechnen muss man auch weiteren „versteckten” Strombedarf, der für den Kraftstoff-Transport über Pipelines oder Tankwagen und für die Produktion von Zusatzstoffen wie Schmierölen oder AdBlue anfällt, – alles nicht unerheblich und für die E-Mobilität völlig überflüssig bzw. viel sparsamer möglich.

 

4. E-Autos und ihre Batterien können als Stromspeicher genutzt werden und das Stromnetz stabilisieren

Eine weitere Möglichkeit, wie Elektroautos in der Stromkrise nützlich sein können, ist ihre Fähigkeit, mit ihren großen Akkus als Stromspeicher zu fungieren. Wenn die Stromversorgung knapp wird, können Elektroautos ihre Batterien als Pufferspeicher nutzen, um den Netzausgleich lokal zu unterstützen. Das bedeutet: Die Batterien können entladen werden, um bei Bedarf Strom lokal in das Netz zurückzuspeisen oder zumindest die Stromversorgung des eigenen Zuhauses zu unterstützen.

So können Elektroautos zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Erste Beispiele für solche Autos existieren bereits mit dem Nissan Leaf oder dem Hyundai Ioniq 5.

 

5. Nicht alle Besitzer von E-Autos laden gleichzeitig

Eine weitere Ungereimtheit bei der Befürchtung einer Netzüberlastung: Um wirklich ein Problem darzustellen, müssten sehr viele E-Autos gleichzeitig laden. In der Regel haben Elektroautobesitzer aber unterschiedliche Fahrprofile und damit auch unterschiedliche Ladebedürfnisse und -zeiten. Dies bedeutet, dass die Belastung des Stromnetzes durch Elektroautos relativ gleichmäßig verteilt wird und nicht zu Überlastungsspitzen führen muss.

 

6. E-Autos können intelligent geladen werden, z. B. dann, wenn Strom günstig ist und im Überfluss zur Verfügung steht

Ein weiterer Vorteil von E-Autos besteht darin, dass man sie intelligent laden kann. Intelligente Ladestationen und Wallboxen können beispielsweise genutzt werden, um Elektroautos in Zeiten günstiger Energiepreise oder hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien automatisch zu laden. So wird nicht nur das Netz unterstützt, indem Strom bei großer Verfügbarkeit abgenommen und bei Engpässen aufs Laden verzichtet wird, sondern auch der Geldbeutel des Fahrzeugbesitzers entlastet.

Intelligentes Laden spielt auch dann eine Rolle, falls doch einmal viele Fahrzeuge gleichzeitig an einem Ort laden müssen. Denn ein E-Auto braucht nicht zu jedem Ladezeitpunkt die maximale Ladeleistung. Daher kann durch eine intelligente Steuerung die lokal am Netz verfügbare Leistung mit oft nur geringem Ladezeitverlust auf alle Fahrzeuge aufgeteilt werden, ohne das Netz zu überlasten.

 

7. E-Autos werden nicht täglich geladen, da meist nur kurze Strecken gefahren werden

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Elektroautos oft nur kurze Strecken zurücklegen müssen. Nur selten werden mehrere Hundert Kilometer am Stück gefahren, die Mehrzahl der Fahrten spielt sich in der Stadt auf kurzen Wegen ab – wie beim Verbrenner eben auch. Daher müssen auch E-Autos in der Regel nicht täglich aufgeladen werden, wodurch sich die Netzbelastung weiter verteilt und ausdünnt.

 

8. Die E-Mobilität wird schrittweise populär, was genügend Zeit für den Netzausbau schafft

Ein weiterer wichtiger Punkt: Es werden nicht von heute auf morgen alle Verbrenner verschwinden und nur noch E-Autos auf den Straßen zu finden sein. Die Elektromobilität wird allmählich populär, was genügend Zeit für den Ausbau des Stromnetzes für Elektroautos lässt. In vielen Ländern ist die Zahl der Elektroautos auf den Straßen noch vergleichsweise gering, sodass das Stromnetz den derzeitigen Bedarf gut decken kann. Wenn Elektroautos immer beliebter werden, können die Stromnetzbetreiber die Kapazität des Stromnetzes rechtzeitig erhöhen, um den wachsenden Bedarf zu decken.

 

Fazit E-Autos in der Stromkrise: Eine Netzüberlastung durch E-Autos ist unwahrscheinlich

Mit zunehmendem Elektro-Anteil auf den Straßen muss erst einmal ein größerer Anteil der notwendigen Bewegungsenergie aus dem Stromnetz entnommen werden, da der durch Benzin und Diesel bereitgestellte Teil schrumpft. Allerdings sind E-Autos zum einen deutlich effizienter, was die insgesamt benötigte Energie senkt, zum anderen braucht auch die Spriterzeugung Strom. Des Weiteren werden nicht alle E-Autos gleichzeitig oder gar täglich geladen, genau wie auch nicht alle Verbrenner gleichzeitig zur Tankstelle fahren und sich um das verfügbare Benzin streiten.

Vielmehr können E-Autos mittels intelligenter Steuerung genau dann geladen werden, wenn sonst niemand Strom braucht und dieser im Überfluss zur Verfügung steht – etwa nachts oder wenn Wind und Sonne besonders aktiv sind. Als positiver Nebeneffekt ist Energie zu diesen Zeitpunkten auch noch günstiger als zu Spitzenzeiten.

Zu guter Letzt ist wichtig: In Deutschland, aber auch vielen anderen Ländern ist das Stromnetz in aller Regel bereits gut auf größere E-Auto-Anstürme vorbereitet. Und dort, wo es noch hapert, insbesondere in ländlichen Gegenden, bleibt genug Zeit, um die Kapazitäten auszubauen. Denn bis die E-Mobilität dort relevante Ausmaße erreicht, werden noch einige Jahre vergehen.

 

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