Elektroauto: Service, Wartung, Lebensdauer

Elektroautos im Unterhalt: Was kosten Wartung und Service?

Wie der Verbrenner, so das Elektroauto: Wartung gehört einfach dazu. Die regelmäßige Fahrt zur Fachwerkstatt hat gute Gründe. Doch wie sieht es mit den Kosten aus? Ein Überblick.

Zur Werkstatt fährt man nicht dem Scheckheft zuliebe oder weil der Bordcomputer sonst verrückt spielt. Gleich mehrere Argumente dafür spielen zusammen:

  • Ein Fahrzeug, das in der Vertragswerkstatt gewartet und gepflegt wird, verringert die Gefahr, wegen eines Defekts liegenzubleiben.
  • Bei einer regelmäßigen Inspektion werden Verschleißteile gewechselt, Filter und Flüssigkeiten ausgetauscht. Service und Wartung ermöglichen fällige Reparaturen, bevor sie richtig ins Geld gehen. So kann ein Zahnriemen nach 150.000, aber auch nach 100.000 Kilometern schon so stark abgenutzt sein, dass er ersetzt werden muss, um einen – noch viel teureren – Motorschaden abzuwenden.
  • Manchmal liegt ein Garantiefall vor, den die Werkstatt entdeckt. Dafür muss der Hersteller einstehen – vorausgesetzt, der Fehler wird rechtzeitig erkannt und reklamiert.
  • Logischerweise ist „Scheckheft-gepflegt“ mit das wichtigste Kriterium für den Werterhalt des fahrbaren Untersatzes – spätestens bei einem Weiterverkauf.

Kosten für Wartung und Service

Ein Kostenvergleich der R+V Versicherung von Juni 2018 untersuchte die Service-Angebote der Hersteller. Sie bestätigen einen Vorteil für Elektrofahrzeuge, den das Nürtinger Institut für Automobilwirtschaft (ifa) schon vor Jahren bilanzierte: Die Wartungs- und Reparaturkosten für Elektrofahrzeuge liegen um rund 35 Prozent unter denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.

Nach Rechnung der R+V schlägt beispielsweise ein BMW i3 „mit 300 Euro pro Jahr für Wartung und Verschleiß zu Buche (dreijähriges BMW Service Inclusive-Paket). Demgegenüber kommt ein 1er-BMW auf 400 Euro pro Jahr.“ Für ein Tesla Model S zahlt sein Eigentümer bis zu 650 Euro jährlich, für eine S-Klasse rund 1000 Euro. Der Kostenvorteil beträgt also etwa ein Drittel oder mehr.

Pluspunkt für Lebensdauer: Die einfachere Konstruktion

Die Vergleiche Verbrennungsmotor kontra Elektroantrieb gehen alle in die gleiche Richtung: Dank seines einfacheren technischen Aufbaus entfallen beim Elektroauto viele Bauteile, die verschleißen können. Was nicht verschleißt, so eine alte Ingenieur-Weisheit, kann auch nicht kaputtgehen. In Cent und Euro übersetzt: sorgt im Lebenszyklus für niedrigere Wartungskosten.

Bis 2020, schätzt eine aktuelle Studie von ifa und Dekra, werden die Gesamtkosten eines Elektroautos, also inklusive Anschaffung, Strom, Wartung und Reparatur, bereits um 3,2 Prozent günstiger als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor liegen. Dabei sind Umweltprämien oder kostenlose Lademöglichkeiten nicht eingerechnet.

Schaut man weiter in die Zukunft, werden die Wartungskosten für E-Fahrzeuge “60 Prozent unter denen konventioneller Fahrzeuge liegen”. Diese Prognose wagte Helmut Ernst vom Autozulieferer ZF im Gespräch mit der Automobilwoche.

Elektromotor: „nur 17 Teile“

„Ein Achtzylindermotor hat 1.200 Teile, ein Elektromotor nur 17“ – das legendäre Zitat des BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Manfred Schoch verdeutlicht wie kein zweites den Umbruch, den die Elektromobilität für die gesamte Automobilbranche ankündigt, in der Fertigung, in der Montage, und ebenso im Werkstattbereich.

Ein Elektromotor ist kompakt und nahezu wartungsfrei. Neben konstruktiven Vorteilen bietet das eine höhere Effizienz. Wohin man auch blickt, beim Elektroauto fehlen die vielen Nebenaggregate. Das betrifft etwa die Motorkühlung, um die entstehende Wärme des Verbrennungsmotor abzuführen oder die Abgasführung bis zum Auspuff.

Der Auspuff fehlt beim Elektroauto, weil weder Abgase anfallen noch Motorlärm entsteht. Dass lokale Emissionen nicht anfallen, kommt unmittelbar der Umwelt zugute. Und ein kostenträchtiges Verschleißteil entfällt.

Kupplung und Getriebe

Neben dem Auspuff ist die Kupplung das wichtigste Verschleißteil beim Auto mit Verbrennungsmotor. Wie schnell sein Ersatz fällig ist, bestimmt maßgeblich der Fahrer mit. Sechs, sieben, acht Gänge – Schaltgetriebe sind wahre Wunderwerke der Ingenieurskunst mit einer besonderen Ästhetik. Vom sanften oder groben Kuppeln und vom ungestümen oder zurückhaltenden Gasgeben hängt seine Lebensdauer ab.

Automatikgetriebe sind unter Umständen langlebiger als Schaltgetriebe, aber teurer, wenn ein Austausch fällig ist. Ein Kupplungswechsel bei Nissan Qashqai, Markenbruder des elektrischen Leaf, kostet etwa 1.800 Euro. Muss nach 100.000 Kilometern der Zahnriemen gewechselt werden, kann das doppelt so teuer werden.

Kosten beim Elektroauto: Fehlanzeige. Verschleiß und Defekt nicht möglich. Mit dem überflüssigen Ölwechsel entfallen zudem sowohl Flüssigkeits- wie Filterwechsel.

Lebensdauer der Elektroauto-Batterie

Pannenursache Nummer eins beim Verbrennungsmotor ist laut ADAC-Statistik eine defekte Starterbatterie. Nach dem ersten winterlichen Kälteeinbruch versagt sie ihren Dienst. Wenig erstaunlich: Das frühere Hilfsaggregat muss mittlerweile Intelligenz und Infotainment des Fahrzeugs inklusive Navigation, Alarmanlage und schlüssellosen Zugang bedienen.

Der Akku des Elektroautos – nicht zu verwechseln mit der Starterbatterie, die beim Verbrennungsmotor für den Anlasser zuständig ist – speichert seinen „Kraftstoff“ und ist damit das wichtigste Bauteil überhaupt. In puncto Gewicht – 200 Kilogramm und mehr – ebenso wie in puncto Kosten – bis zu 20.000 Euro früher bei den Luxuslimousinen von Tesla.

Bei der Wartung werden insbesondere Ladeanschluss, Ladegeräte und -Kabelverbindungen sowie der Zustand der Akkus selbst unter die Lupe genommen. Die Anschlusspole müssen frei von Staub, Schmutz und Korrosion sein. Manchmal hilft ein Schmierfett, sie zu reinigen und sauber zu halten.

In den meisten Elektrofahrzeugen sind Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Expertenschätzungen zufolge überstehen sie 1.000 bis 3.000 Ladezyklen, was acht bis fünfzehn Jahren Lebensdauer entspricht. Die Hersteller gewähren meist acht Jahre Garantie und koppeln diese an eine Laufleistung zwischen 100.000 und 150.000 Kilometern. Mit der Zeit verlieren Akkus einen Teil ihrer Kapazität. Beim Nissan Leaf etwa ermittelte der ADAC-Dauertest nach 70.000 Kilometern eine von 24 auf 20 Kilowattstunden geschwundene Kapazität. Die Garantie bezieht sich meist auf eine Restkapazität von 70 oder 80 Prozent.

Zwischen diesen Schätzungen klafft unvermeidlich eine Lücke: Lebensdauer und Verschleiß der Akkus hängen hauptsächlich von folgenden Faktoren ab:

  • Akkus mögen keine extremen Ladezustände. Am wohlsten fühlen sie sich zwischen 20 und 80 Prozent, also ohne volle Be- und Entladung.
  • Akkus mögen keine Extremtemperaturen. Unter minus 20 Grad kann sich die Kapazität halbieren. Große Hitze schadet ihnen ebenso.
  • Ab und zu tut den Akkus eine „Schnarchladung“ gut. Die niedrige Ladegeschwindigkeit schont. Schnellladen sollte nicht die Regel sein.

Doch wer soll immer auf diese Feinheiten achten? Das Batteriemanagementsystem aktueller Elektroautos tut es. Inklusive Temperaturmanagement überwacht es alle Akkuzellen und sorgt für eine möglichst schonende Beladung.

Bei einem Verschleiß oder Defekt muss im Übrigen nicht notwendigerweise der komplette Akku gewechselt werden. Es genügt, diejenigen Zellen auszutauschen, die das Gesamtsystem bremsen. Eine Versicherung des Elektroautos sollte den Akku unbedingt einschließen – es sei denn, er ist geleast und gehört dem Leasinggeber.

Verschleiß von Bremsen und Reifen

Beim Verbrenner nutzen sich Bremsbeläge nach 10.000 Kilometern ab – oder erst nach 100.000 Kilometern. Neben der Qualität wird die Haltbarkeit maßgeblich durch den persönlichen Fahrstil beeinflusst. Wer „Gummi gibt“, verursacht höheren Verschleiß und riskiert eine schwächere Bremswirkung.

Beim Elektroauto bedeutet Bremsen außerdem: Rekuperation. Bewegungsenergie wird beim Verzögern zurückgewonnen. Wer beim Elektroauto also vom „Gas“ geht, verzögert gleichzeitig, oft in mehreren wählbaren Stufen. Überflüssig wird das Bremssystem deswegen nicht, aber der mit dem Bremsen einhergehende Verschleiß verringert sich stark. Eher besteht die Gefahr, dass die Bremsen Rost ansetzen.

Wegen des schmäleren Profils der Reifen (um den Rollwiderstand zu verringern) verschleißen die Reifen beim Elektroauto schneller. Denn sie sind dem permanent verfügbaren hohen Drehmoment ausgesetzt. Die besondere Fahrdynamik geht also leider mit einem verdoppelten Reifenverschleiß einher.

Fazit

Auch Elektroautos haben Verschleißteile. Zu nennen sind an erster Stelle die Reifen. Sehr kostspielig ist stets ein Austausch der Akkus – die deshalb besondere Schonung verdienen. Die typischen Pannen und Ausfälle konventioneller Antriebe sind für das Elektroauto jedoch Fremdwörter: Auspuff, Kupplung und Getriebe, Hilfsaggregate rund um das „Wärmekraftwerk“ Verbrennungsmotor verschleißen nicht, weil es sie gar nicht gibt. Und der Motor selbst ist konstruktiv so einfach, dass die Lebensdauer des Elektroautos nicht eingeschränkt wird.

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