Camping mit Elektroauto © swissmediavision / iStock

Camping mit dem Elektroauto

Camping verspricht jede Menge Freiheit und Abenteuer. Ein Elektroauto verspricht Unabhängigkeit von Benzin und Diesel. Aber: Geht auch beides zusammen? Camping mit dem Elektroauto? Wir haben nachgeforscht.

Der I.D. Buzz (l.) und der Ur-Bulli von VW

Wann kommt er? Der I.D. Buzz (l.) neben dem Ur-Bulli von VW. Bild: Volkswagen AG.

Kommt er oder kommt er nicht? Genau weiß das keiner: 2022, so hat VW vor Kurzem erklärt, soll es so weit sein und der erste elektromobile Bulli vom Band rollen. Bilder vom I.D. Buzz, der wie der Ur-Bulli das Zeug zum Kultauto hat, findet man schon jede Menge. Und viele freuen sich schon auf ihn. Wie viel der Buzz kosten soll, steht allerdings noch in den Sternen – ein Schnäppchen, so viel scheint sicher, wird der neue Bulli aus Wolfsburg nicht.

Den Traum vom günstigen, emissionsfreien Campingurlaub müssen sich Fahrer von Elektroautos deswegen nicht abschminken. Auch heute gibt es schon viele Möglichkeiten, wie man sauber und ohne schlechtes Gewissen ins Grüne fahren können.

Camping mit Elektroauto: Der Nissan e-NV200

Wer sich im Markt der Elektroautos umtut, stößt schnell auf den Nissan e-NV200. Das ist ein klassisches Handwerker-Gefährt, das wie ein kleiner Bruder vom VW Transporter wirkt. In seiner aktuellen Version ist der Japaner mit 40-kWh-Batterien ausgestattet, die in 40 Minuten voll geladen sind. Damit kommt der e-NV200 nach Herstellerangaben bis zu 301 km weit.

e-NV200 von Nissan

Der e-NV200 von Nissan. Bild: Nissan.

Es gibt den Elektro-Nissan in zwei Varianten. In den gut 40.000 Euro teuren und alltagstauglichen Familienvan Evalia passen bis zu sieben Personen. Das allein hilft einem  in Sachen Camping aber nicht weiter, wenn man mit der ganzen Familie in dem Auto übernachten mag. Der Grund: Wegen der vielen Sitze bleibt für ein Matratzenlager kein Platz. Man kann emissionsfrei in den Urlaub fahren, die Übernachtung wäre aber im Zelt.

Wer sich für die rund 5.000 Euro günstigere Kastenwagen-Lösung vom Nissan e-NV200 entscheidet, hat dank der großen Ladefläche Platz für jede Menge Schläfer. Allerdings, man ahnt es schon, fehlen dann die entsprechenden Sitzplätze. Das Ende vom Lied: Ohne Zelt geht nichts.

Möglichkeit 1: Elektroauto zum Camper umbauen lassen

Wer die Nacht im Zelt scheut, die Kosten aber nicht, hat eine andere Möglichkeit: Die bayerische Zooom Reisefahrzeuge Manufaktur aus Merching hat sich darauf spezialisiert, den Nissan NV200 zu einem Campingmobil zu veredeln.

Der sogenannte Stadtindianer hat ein Aufstelldach, ein clever designte Küche, drehbare Sitzen und noch viele weitere Features zu bieten. Auf der Internetseite der Merchinger findet sich kein E-Nissan. Patrick Hase, der Chef der innovativen Manufaktur, beruhigt verspricht aber: „Selbstverständlich bauen wir Ihnen auch einen e-NV200 zum Stadtindianer um.“

Auch die englische Firma Hillside Leisure baut neben verschiedenen VW Transportern auch den Nissan NV200 zu Campingmobilen um. Der Nissan heißt dann Dalbury, und es gibt ihn auch in einer Elektro-Variante. Wie sein Pendant aus Bayern besticht der englische Van durch eine umfangreiche Ausstattung, zu der neben einer Einbauküche auch ein Aufstelldach gehört.

Pathetisch inszeniert: Das Werbevideo zum Elektro-Camper Dalbury

Möglichkeit 2: Camper zu Elektroauto umbauen

Es geht aber auch andersrum: Ob Trabi, Ente oder Jaguar – die Firma Lorey aus Offenbach hat schon die unterschiedlichsten Autos zu Elektromobilen umgebaut. Praktisch: Man bringt sein eigenes Auto vorbei und wenig später fährt man in einem absolut individuellen E-Mobil wieder nach Hause. Oder in den Urlaub: Denn das Unternehmen übernimmt auch die Elektrifizierung von Camping-tauglichen Fahrzeugen, darunter zum Beispiel Kleintransporter wie der Renault Kangoo, der Citroen Berlingo oder der Opel Combo.

Dass das funktioniert, hat die Firma bereits bewiesen: Sie stattete das Urlauberpaar Uwe und Ina 2014 mit einem zum Elektroauto umgebauten Citroen Berlingo aus. Über neun Monate reiste das Pärchen quer durch Europa – und tankte dabei ausschließlich Strom (hier geht’s zum Reisebericht).

Möglichkeit 3: Elektroauto selber umbauen

Der StreetScooter sind der neue Stolz der Deutschen Post: Jene gelben Transporter, die mit sauberem E-Antrieb lautlos durch Deutschlands Städte fahren und Pakete ausliefern. Bislang gibt es noch keine Camping-Version vom StreetScooter. Echte Tüftler könnten das Auto aber in Eigenregie zum Camping-Mobil umgestalten, wie bereits in einigen Camperforen diskutiert wird.

Ob der Scooter, der an der RWTH Aachen erdacht wurde, auch für den Platzbedarf einer Familie groß genug ist, lässt sich bezweifeln. Sicher aber scheint, dass sich der Wagen auf jeden Fall Platz genug für zwei bietet. Allerdings dürften die beschränkte Reichweite von allenfalls 90 Kilometern sowie die geringe Höchstgeschwindigkeit von maximal 85 km/h interessierten Campern einen Strich durch die Rechnung machen.

Zwar sind das ausreichende Werte für den Einsatz in der Stadt. Für Urlauber, die es in die Ferne zieht, ist der StreetScooter aber keine echte Alternative. Das Tochterunternehmen der Post hat für dieses Jahr einen StreetScooter mit Brennstoffzellen-Antrieb angekündigt – mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Der Idee, mit Elektroauto in den Campingurlaub zu verreisen, ist damit freilich nicht geholfen.

Unser Fazit zum Camping mit dem Elektroauto

Auf ein Elektroauto, das wie der VW I.D. Buzz voll und ganz auf Camping ausgerichtet ist, müssen sich die Fans noch bis 2022 gedulden. Jeder, der selbst gerne an Autos schraubt und ein kleines Abenteuer nicht scheut, hat aber heute schon die Möglichkeit, mit Elektroauto in den Campingurlaub zu verreisen. Und, Hand aufs Herz, war das beim Camping nicht schon immer so?

 

 

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