Laden im öffentlichen Raum. So einfach gehts.

Welche Reichweite haben Elektroautos?

600, 800 oder sogar 1000 Kilometer? Je weiter man fahren muss, desto schneller stellt sich die Frage: Schafft das ein Elektroauto? Ist die Reichweite ausreichend? Die Antwort: Kommt ganz darauf an... 

Immer wieder liest man Umfragen, wie zum Beispiel die der YouGov Deutschland GmbH, die eine zu geringe Reichweite als das stärkste Argument gegen die Anschaffung eines Elektroautos anführen. Außerdem bemängeln die Befragten oft die zu hohen Preise der Fahrzeuge und die immer noch viel zu geringe Anzahl öffentlicher Ladestationen. 

Elektroautos kommen immer weiter

Unterwegs auf freier Strecke liegenzubleiben, scheint für deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer ein Alptraum. Und die Gefahr, dass einem das in einem E-Auto mit vergleichsweise geringer Reichweite passiert, ist größer als bei einem Diesel, der mit 50 Litern Kraftstoff an Bord bis zu 900 Kilometer weit kommt. Das entspricht der Strecke von München nach Paris. 

Elektroautos schaffen das noch nicht. Aber sie holen ständig weiter auf. Nur zum Vergleich: Die ersten „Stromer“ kamen nur etwa 100 Kilometer weit. Mittlerweile sind es bis zu 450 Kilometer Praxis-Reichweite, bald, prognostizieren die Fahrzeughersteller, könnten E-Autos sogar 1.000 km schaffen. 

RangModellReichweite Fahrzeugklasse Preis 
1Tesla Model S Maximum Range160 kmLimousine86.990 Euro 
2Tesla Model X Long Range 580 kmSUV95.990 Euro 
3Tesla Model S Long Range580 kmLimousine67.230 Euro 
4VW ID.3549 kmKompaktklasse32.425 Euro 
5Hyundai Kona Elektro 484 kmSUV41.850 Euro 
6Kia e-Niro Edition 7 455 kmKompakt-SUV39.090 Euro 
7Audi e-tron 55 quattro436 kmSUV81.900 Euro 
8Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC421 kmSUV71.281 Euro 
9Renault ZOE395 kmKleinwagen29.900 Euro 
10BMW i3356 kmKleinwagen39.000 Euro 

Reichweite: Herstellerangaben im Alltag selten erreichbar

Elektroautos – egal, ob Stadtflitzer, Limousine oder Sportwagen – verfügen über eine voll alltagstaugliche Reichweite, sodass man die Autos nicht unbedingt jeden Tag an einer Ladesäule oder Wallbox laden muss. In der eigenen Garage ist das Laden mit der Wallbox ohnehin ein Kinderspiel: Kabel einstecken, fertig. Bedient wird die Wallbox bequem per Smartphone. 

Bei reinen Elektromobilen nennen die Hersteller weit auseinandergehende Norm-Reichweiten. Das Elektroauto mit der größten Reichweite ist Teslas Model S Long Range, das mit einer Akkuladung über 600 Kilometer fahren kann. Viele andere E-Autos kommen nicht ganz so weit, schaffen aber – wie die ZOE von Renault nach Herstellerangaben – immerhin fast 400 km. Kommt ein neues Modell heraus, dann erhöhen sich auch die Reichweiten. 

Allerdings: Die vergleichbaren Norm-Reichweiten, unter idealen Testbedingungen erzielt, lassen sich im Alltag kaum erreichen. Im betriebsamen Alltagsverkehr sind Reichweiten realistisch, die 25 bis 30 Prozent niedriger liegen. 

Was Reichweite kostet, was Reichweite bringt

Die Reichweite eines Elektroautos hängt von mehreren Faktoren ab: an erster Stelle vom Stromverbrauch des Fahrzeugs und von der Größe der Akkus. Die tatsächlich erzielbare Reichweite im Alltag wird stark durch die individuelle Fahrweise, Geschwindigkeit, und Streckenprofil, Aggregate wie Klimaanlage und Heizung, Ladung, Temperatur und anderes beeinflusst. 

Beispiel: Ein Fahrzeug mit 40-kWh-Akku und einem Energieverbrauch von 14 kWh je 100 km hat theoretisch eine Reichweite von knapp 300 Kilometern. Im Praxisalltag muss man sich vermutlich mit 200 Kilometern begnügen. 

Größte Reichweiten-Fresser sind: hohe Geschwindigkeit, häufiges Beschleunigen und die Klimaanlage. Da Elektroautos keine überschüssige Wärme entwickeln, muss sie mit zusätzlichen Aggregaten erzeugt werden. 

 Drei Tipps: So erhöhen Sie die Reichweite 

  1. Passt man die Geschwindigkeit an und schwimmt im Verkehr mit, dann sinkt der Energiebedarf und die Reichweite wächst. 
  2. Hybrid- und Elektrofahrzeuge können durch Rekuperation Energie gewinnen. Das bedeutet: Beim Schubbetrieb wird Bewegungsenergie und beim Bremsen in elektrische Energie zurückverwandelt. Geht der Fahrer vom Gas oder tritt auf die Bremse, wird der Elektromotor zum Generator. Ehrgeizige Elektrofahrer versuchen im Stadtverkehr ihren Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent zu verringern. Und das heißt: weniger CO2-Ausstoß.
  3. Überflüssige Aggregate ausschalten: Vor allem die Klimaanlage im Sommer und die Heizung im Winter schlucken Energie. Wer sie sparsam verwendet, schont die Akkus und kommt weiter. 

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