Laden im öffentlichen Raum. So einfach gehts.

Welche Reichweite haben Elektrofahrzeuge?

Man fährt zur Arbeit und zum Einkaufen, ins Kino oder in den Urlaub. Je weiter weg es geht, desto schneller stellt sich die Frage: Schafft das ein Elektroauto? Ist die Reichweite ausreichend? Die Antwort: Kommt ganz darauf an...

In einer Online-Umfrage von Civey aus dem Jahr 2017 gaben 34,7 Prozent der Befragten an, eine zu geringe Reichweite sei das stärkste Argument gegen die Anschaffung eines Elektroautos. 28,8 Prozent befanden, das Angebot an Fahrzeugen sei zu teuer, 15,5 Prozent vermissten eine Elektroauto-Ladestation in der Nähe.

Die Fakten: Verkehrsministerium, ADAC und andere sammeln regelmäßig Daten zur Mobilität in Deutschland. So etwa: Seit 2000 legt ein Bundesbürger im Schnitt knapp 40 Kilometer am Tag zurück. „58 Prozent aller Wege werden mit einem Pkw oder Kraftrad unternommen“.

In naher Zukunft: 400 Kilometer Reichweite für Elektroautos

Passt das zusammen? Unterwegs auf freier Strecke liegenzubleiben scheint für deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer ein Alptraum. Ja, es stimmt: Elektroautos erreichen nicht die Reichweite eines Dieselmotors. Mit 50 Litern Kraftstoff an Bord legt man bis zu 900 Kilometer zurück, das entspricht der Strecke von München nach Paris.

Akkus erreichen nicht die Energiedichte flüssiger Kraftstoffe. Ein Trost: Diese Reichweite brauchen die wenigsten. Und was haben Elektroautos zu bieten? Die ersten „Stromer“ fuhren nur etwa 100 Kilometer weit. Mittlerweile sind es 200 Kilometer Praxis-Reichweite, demnächst schon 400 Kilometer.

„Unserer Prognose nach wird bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt rund 450 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen können.“Horvath & Partners

So erklärt der „Fakten-Check Mobilität 3.0“ von Horvath & Partners: „Wir gehen davon aus, dass mit sinkenden Batteriepreisen und verbesserter Batterietechnik Automobilhersteller in den kommenden Jahren deutlich höhere Reichweiten in Elektrofahrzeugen verbauen werden. Unserer Prognose nach wird bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt rund 450 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen können.“


Liste: E-Autos mit der größten Reichweite im Vergleich

RangModellReichweite
Preis

1

Tesla
Model S 100D
623 km

112.000 Euro

2

Tesla
Model X 100D
565 km

117.000 Euro

3

Opel Ampera-e520 km

40.000 Euro

4

Renault ZOE400 km

24.000 Euro

5

Nissan Leaf380 km

32.000 Euro

6

Tesla Model 3345 km

30.000 Euro

7

BMW i3300 km

36.150 Euro

8

Volkswagen
e-Golf
300 km

36.000 Euro

9

Hyundai
Ioniq Elektro
280 km

33.300 Euro

10

Kia Soul250 km

29.450 Euro

Reichweite: Herstellerangaben im Alltag selten erreichbar

Elektroautos, ob Stadtflitzer, Limousine oder Sportwagen, kommen mittlerweile weit. Sie verfügen über eine voll alltagstaugliche Reichweite, die ihren Fahrer nicht jeden Tag an die Ladesäule oder Wallbox zwingt. In der eigenen Garage ist das Laden ohnehin ein Kinderspiel: Kabel einstecken, fertig. Den Rest erledigt eine Wallbox, die man bequem per Smartphone bedienen kann.

Bei reinen Elektromobilen nennen die Hersteller weit auseinandergehende, Norm-Reichweiten. Das Elektroauto mit der größten Reichweite ist Teslas Model S, das mit einer Akkuladung über 500 beziehungsweise 600 Kilometer fahren kann. Entsprechend viele Akkus haben sie an Bord. Der Opel Ampera-E schafft 400 bis 520 Kilometer (NEFZ = „Neuer Europäischer Fahrzyklus“, der Verbrauchswerte und CO2-Emissionen besser vergleichbar machen soll), leider ist er wegen der Turbulenzen um die Marke schwer erhältlich.

Die Mehrzahl der Modelle wie der Volkswagen e-Golf, der BMW i3 oder der Hyundai Ioniq nennen um die 300 Kilometer Reichweite, 400 schaffen Renault ZOE und Nissan Leaf dank verdoppelter Akkuleistung. Allerdings: Die vergleichbaren Norm-Reichweiten, unter idealen Testbedingungen erzielt, lassen sich im Alltag kaum erreichen. Im betriebsamen Alltagsverkehr sind Reichweiten von 25 bis 30 Prozent weniger realistisch.

Was Reichweite kostet, was Reichweite bringt

Die Reichweite eines Elektroautos hängt von mehreren Faktoren ab: an erster Stelle vom Stromverbrauch des Fahrzeugs und von der Größe der Akkus. Die tatsächlich erzielbare Reichweite im Alltag wird stark durch die individuelle Fahrweise, Geschwindigkeit, und Streckenprofil, Aggregate wie Klimaanlage und Heizung, Ladung, Temperatur und anderes beeinflusst.

Beispiel: Ein Fahrzeug mit 40-kWh-Akku und einem Energieverbrauch von 14 kWh je 100 km hat theoretisch eine Reichweite von knapp 300 Kilometern. Im Praxisalltag muss man sich vermutlich mit 200 Kilometern begnügen.

Größte Reichweiten-Fresser sind: hohe Geschwindigkeit, häufiges Beschleunigen und die Klimaanlage. Da Elektroautos keine überschüssige Wärme entwickeln, muss sie mit zusätzlichen Aggregaten erzeugt werden.

Drei Tipps: So erhöhen Sie die Reichweite

  1. Passt man die Geschwindigkeit an und schwimmt im Verkehr mit, sinkt der Energiebedarf, die Reichweite wächst.

  2. Hybrid- und Elektrofahrzeuge können durch Rekuperation Energie gewinnen. Bewegungsenergie wird beim Schubbetrieb und beim Bremsen in elektrische Energie zurückverwandelt. Geht der Fahrer vom Gas oder tritt auf die Bremse, wird der Elektromotor zum Generator. Ehrgeizige Elektrofahrer versuchen im Stadtverkehr ihren Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent zu verringern. Statt CO2 auszustoßen, vermeiden sie besonders hier Emissionen.

  3. Überflüssige Aggregate ausschalten. Vor allem die Klimaanlage im Sommer und die Heizung im Winter schlucken Energie. Wer sie sparsam verwendet, schont die Akkus.
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