Elektrische LKWs erobern die Straße

Elektro-Lkws: Die Brummis werden sauber

In diesem Frühling, der sich eher wie Sommer anfühlt, sitzt man ja viel draußen. Zum Beispiel im Café oder beim Lieblingsitaliener. Macht Spaß, stinkt aber auch ganz schön, vom Krach ganz zu schweigen. Vor allem die Diesel-Laster, die jeden Tag Waren in die Städte schaffen, sorgen für jede Menge gesundheitsschädlichen Dreck.

Wäre es nicht toll, wenn nicht nur immer mehr Autos, sondern auch Lkws mit Strom im Tank durch unsere Städte fahren würden? Und übers Land? Sauber und umweltfreundlich? Dieser Wunsch scheint bald Realität zu werden. Denn die Nutzfahrzeug-Hersteller bewegen sich jetzt mit großen Schritten in die Zukunft. Den Start machte, wie so oft in Sachen E-Mobilität, Elon Musk mit einer großen Show rund um den Tesla Semi Truck. Dieses Fahrzeug sollte 2019  mit einer Reichweite von 800 Kilometern auf den Markt kommen, aktuell können nur Interessierte in den USA, Kanada, Großbritanien, Norwegen und der Niederlande dieses Modell vorbestellen.

Trucks mit Elektroantrieb: Tesla legt vor

Den Start machte, wie so oft in Sachen E-Mobilität, Elon Musk mit einer großen Show rund um den Tesla Semi Truck. Das futuristisch gestylte Fahrzeug sollte nach seiner Vorstellung im Jahr 2018 eigentlich schon ein Jahr später auf den Markt kommen, Tesla verschob die Einführung aber auf 2020. Kommt der Tesla-Truck, dann wird er mit zwei unterschiedlich starken Batterien ausgeliefert. In der Basisversion ist eine Batterie verbaut, die eine Reichweite von rund 480 Kilometern verspricht, die Top-Version soll sogar sogar 800 Kilometer schaffen. An einem Tesla-Supercharger reicht eine halbe Stunde Ladezeit beim größten Semi für eine Reichweite von 400 Kilometern.

Mercedes und Volvo ziehen nach

Der Weckruf von Tesla zeigte Wirkung. Weitere neue Trucks mit Elektroantrieb wurden angekündigt . So arbeitet zum Beispiel die Mercedes Lkw-Sparte Daimler Trucks auf Hochtouren an einem eigenen Elektro-Laster. Den Schritt in die alternative Mobilität begründet das Unternehmen damit, dass seit 2008 weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. 2050 würden rund 70 Prozent der dann 9 Milliarden Weltbewohner in Städten wohnen. Immer mehr Güter müssten also in urbanen Räumen transportiert werden. Den e-mobilen Lastwagen wird es in zwei verschiedenen Versionen geben, die Reichweite soll jeweils bei bis zu 200 Kilometern liegen. Ab 2021 soll der eActros in Serie gehen, erprobt werden die Lkws aber schon jetzt. Seit 2018 testen insgesamt zehn verschiedene Firmen aus Deutschland und der Schweiz den eActros in Sachen Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Volvo Trucks wirft gleich zwei elektromobile Lkw in den Straßenverkehr. Die Serienproduktion des Volvo FL Electric mit 16 Tonnen Gesamtgewicht startete 2019. Der Truck soll vor allem in der Stadt zum Einsatz kommen, zum Beispiel als Müllwagen oder im Lieferverkehr. Seine Reichweite soll je nach Einsatzzweck zwischen 100 und 300 Kilometern betragen. Die Technik stammt zu großen Teilen aus Volvo-E-Bussen. Der Volvo FE Electric ist für schwerere Verteileraufgaben und die Abfallentsorgung in Städten konzipiert. Er verfügt über ein Gesamtgewicht von bis zu 27 Tonnen. Seit der zweiten Jahreshälfte 2019 sind der FL Elelctric und der FE Electric in geringer Stückzahl auf dem europäischen Markt erhältich.

Kosten für Elektro-Lkw sinken, Leistung steigt

Bis vor Kurzem sei der Einsatz vollelektrischer Antriebe im Lkw noch undenkbar gewesen, vor allem wegen der hohen Kosten für die Batterien und der geringen Reichweite. Inzwischen sei die Technik aber deutlich ausgereifter, heißt es von Daimler Trucks. Die Mercedes-Tochter erwartet, dass die Kosten für die Batterien eines vollelektrischen Lkw bis 2025 kräftig sinken – bei gleichzeitiger Leistungssteigerung. Das sind gute Nachrichten für all diejenigen Unternehmen, die wegen drohender Dieselfahrverbote in den Städten auf der Suche nach bezahlbaren Alternativen zu den in der Kritik stehenden Diesel sind.

StreetScooter: klein, aber oho

Kleinere Modelle sind schon auf den Straßen unterwegs. Auf dem Gebiet der E-Mobilität ist die Deutsche Post schon seit einigen Jahren außerordentlich aktiv. Den Transporter StreetScooter gibt es in den unterschiedlichen Varianten „Work“, „Work L“ und „Work XL“.

Seit 2018 kann man die leisen und sauberen Transporter auch frei erwerben – natürlich inklusive Umweltbonus. Aktuell sieht es jedoch ganz danach aus, als würde man dem StreetScooter den Saft abstellen. Nachdem die Suche nach einem Partner scheiterte, will die Post die Produktion noch in 2020 komplett einstellen. Schade, denn der Post-Transporter war die ideale Lösung für jene, die ein größeres Elektroauto fürs Gewerbe suchen. Entwickelt wurde der StreetScooter in Aachen (siehe: Electric Aachen). Es gibt auch einen Work XL auf Basis des Ford Transit, der allerdings nur von der Post selbst eingesetzt wird.

Auch MAN mischt mit

Auch MAN steigt in die Produktion von e-mobilen LKW ein. Derzeit wird der MAN eTruck auf der Basis des MAN TGM von neun Unternehmen erprobt. Außerdem hat MAN zusammen mit Kunden den kleineren CitE Konzept-Truck entwickelt, auch er fährt elektrisch und soll vor allem in Städten unterwegs sein. Der Hersteller Scania, der wie MAN zur Volkswagen-Tochter Traton gehört, baut derzeit keine E-LKWs. Bei der Entwicklung von neuen Technologien arbeiten Scania und MAN bereits zusammen – gut möglich also, dass die Skandinavier über kurz oder lang einen eigenen E-Truck auf den Markt bringen.

Null Emissionen in der zweiten Generation von Renault

Die Z,E (Zero Emission) Reihe von Renault wird bereits in der zweiten Generation produziert. Insgesamt drei Modelle sollen im Stadtverkehr, bei der Warenlieferung und in der Abfallentsorgung eingesetzt werden. Seit 2019 sind der Renault Master Z.E., der Renault Trucks D Z.E. und der Renault Trucks D Wide Z 3,5 mit Reichweiten von bis zu 300 Kilometern erhältlich.

E-LKWs von Fuso

Die Daimler-Tochter Fuso rechnet sich gute Chancen bei elektromobilen Lastwagen aus. Kein Wunder: Ihr Fahrzeug mit dem Namen eCanter, das in Japan gebaut wird, ist laut Fuso der weltweit erste vollelektrische Leicht-Lkw aus Serienproduktion. Die beweglichen Kleinlaster mit bis zu dreieinhalb Tonnen Nutzlast kommen gut 100 Kilometer weit – und eignen sich damit bestens für den Einsatz in der Stadt.

Seit Anfang 2020 wird der E-LKW mit individuelle Batteriesätze von drei bis sechs Batteriesets à 14 kWh ausgeliefert. Damit lässt sich der eCanter an die individuellen Kundenbedürfnisse in puncto Reichweite, Preis und Gewicht anpassen. Dieses Konzept basiert auf der in Kundentests gewonnenen Erkenntnis, dass manche Kunden weniger Reichweite, dafür aber mehr Zuladung benötigen, während andere zugunsten von mehr Reichweite (mehr Batteriesets) auf Zuladung verzichten können. Im Vergleich zu einer konventionellen Dieselversion lassen sich so bei den Betriebskosten bis zu 1.000 Euro auf 10.000 km einsparen. Fuso will schon bald auch einen schweren Lkw mit einer Reichweite von bis zu 350 Kilometern und bis zu elf Tonnen Zuladung bauen.

Im Land der E-Trucks

In den USA kündigen viele Nutzfahrzeughersteller an auf Elektro umzusatteln, wie beispielsweise das Unternehmen Navistar. Erst im vergangenen Herbst präsentierte der US-Hersteller den Prototypen eMV, der Marktstart ist für 2021 geplant. Ein weiterer E-Truck aus dem Land der Freiheit steht ebenfalls in den Startlöchern. Das in Salt Lake City beheimatete Unternehmen Nikola arbeitet an Elektro-LKWs mit enormen Reichweiten. In Zusammenarbeit mit Autozulieferer Bosch arbeitet Nikola an zwei LKW´s mit Elektroantrieb namens One und Two. Im Unterschied zu anderen E-Brummis, wird nicht auf Akkus, sondern auf Wasserstoff gesetzt. Mit einer Tankladung sollen bis zu 1900 Kilometer möglich sein. Den Marktstart der Reichweiten-Wunder plant Nikola für 2021.

Elektro-Lkw: Jetzt auch mit staatlicher Förderung!

Der Umstieg in einen Elektro-Lkw lohnt sich momentan gleich doppelt: Nach der Befreiung von der Lkw-Maut, wird der Kauf eines E-Brummis noch bis Ende 2020 gefördert. Jeweils bis zu 40.000 Euro lobt das Bundesverkehrsministerium als Zuschuss aus. Insgesamt stehen im Programm „Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge“ (EEN)  jährlich zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Förderfähig sind Serienfahrzeuge, die über das geltende Umweltschutzniveau hinausgehen oder – falls entsprechende Normen fehlen – den Umweltschutz verbessern. Zwischen einem Gesamtgewicht von 7,5 und zwölf Tonnen bekommen Käufer von Erdgas-Antrieben 8.000 Euro, von Flüssiggas und Elektro-Antrieben 12.000 Euro. Für Elektro-Lkw ab zwölf Tonnen gibt es satte 40.000 Euro.

Wenn man dann auch noch bedenkt, dass die E-Brummis (die natürlich kaum mehr brummen!) genauso wie Elektroautos kaum Wartungskosten verursachen, dann sollte das Ende von Diesel-Trucks eigentlich unausweichlich sein. Und die Pizza gibt’s dann wirklich an der frischen Luft.

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