Lieferzeiten für Elektroautos im Überblick

Lange Lieferzeiten für Elektroautos

Wer hätte das gedacht: Offensichtlich haben einige Hersteller die Nachfrage nach Elektroautos unterschätzt. Für manche Modelle betragen die Lieferzeiten bis zu einem Jahr. Wer den Umweltbonus beantragt hat, für den kann das zum Problem werden.

Es ist schon paradox: Groß ist das Gejammer, dass die Elektromobilität nicht in Schwung kommt. Wer aber ein Elektroauto kaufen will und es sofort fahren möchte, der bekommt keines! Klar, ein Auto ist kein Kochtopf, den der Kunde nach Kauf im Laden gleich mitnehmen kann.

Doch die langen Wartezeiten könnten bei einigen Käufern dazu führen, dass sie nicht mehr in den Genuss des Umweltbonus in Höhe von 4.000 Euro kommen. Spätestens neun Monate nach dem Einreichen des Antrags samt Kaufvertrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) muss das Elektroauto zugelassen sein. Bei Lieferschwierigkeiten verlängert das Amt die Frist um drei Monate.

Fördertopf für E-Fahrzeuge noch immer prall gefüllt

Mit ingesamt 1,2 Milliarden Euro füllten Staat und Hersteller den Fördertopf für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Seit Start des Umweltbonus am 2. Juli 2016 sind bis Ende März 2019 rund 109.000 Anträge beim BAFA eingegangen. Zum Vergleich: Allein im März 2019 wurden in Deutschland nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes mehr als 340.000 fabrikneue herkömmliche Pkw neu zugelassen. Politik und Wirtschaft überlegen deshalb, das Förderprogramm über den Stichtag 30. Juni 2019 hinaus zu verlängern.

Elektroauto über Händler oder im Internet kaufen

Wer heute ein Auto kaufen will, egal ob mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, kann das über zwei Wege erledigen. Entweder geht der Interessent in ein Autohaus, das meist auch ein Fahrzeug für eine Probefahrt bereitstellen kann. Dann stellt der Händler mit dem Kunden die Ausstattungsmerkmale zusammen: Welcher Motor wird gewünscht, welche Lackfarbe und Felgen, welches Interieur und Spezialzubehör? Sind Details und Finanzierung geklärt, unterschreibt der Kunde den Kaufvertrag und der Händler bestellt das Fahrzeug.

Der zweite Weg zum eigenen Auto führt übers Internet: Auf den Webseiten der Fahrzeughersteller kann jeder Kunde eine Probefahrt vereinbaren und sein zukünftiges Gefährt mithilfe eines Konfigurators selbst zusammenstellen, sprich die passende Ausstattung wählen. Sind alle Menüs durchgeklickt, spuckt der Konfigurator den Preis plus Überführungskosten aus und leitet die Anfrage zum nächsten Händler weiter. Der wickelt dann Kauf und Auslieferung ab.

Nur vage Lieferzusagen

Die Lieferzeit für einen herkömmlichen Pkw mit Verbrennungsmotor beträgt in der Regel sechs bis acht Wochen, bei wenig nachgefragten Modellen manchmal auch wenige Tage. Die Hersteller geben in den Kaufverträgen nur vage Lieferzusagen an, aber keine festen Termine. Das Wort „Lieferzeit“ ist für Autohersteller anscheinend wie ein Reizwort: Wer im Internet auf deren Homepages danach sucht, erhält meist null Treffer. Nur durch direkte Anfragen bei den Fahrzeugproduzenten lässt sich erfahren, wann nach der Bestellung das Elektro-Traumauto tatsächlich vor der Haustür steht.

Die Schnellsten: Tesla Modelle S, X und 3 in 14 Tagen?

Auch der US-amerikanische Hersteller Tesla freut sich über volle Auftragsbücher. Was Segen und Fluch sein kann: Gut, wenn das Geschäft brummt! Schlecht, wenn dann die Produktion stockt – was bei Tesla öfter der Fall ist.

  • Die kürzeste Lieferzeit auf dem deutschen Markt verspricht derzeit (Stand: Ende April 2018) Tesla für seine Modelle S, X oder 3: „14 Tage“, sagt die Homepage des Unternehmens. Wer im Kleingedruckten nachliest, findet zur Lieferzeit die Formulierung „voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019“. Denn die Wirklichkeit sieht aufgrund hoher Nachfrage womöglich anders aus.
  • Den Sportwagen Tesla Roadster können Interessenten bisher nur reservieren. Die Auslieferung soll ab 2020 beginnen.

Zwölf Wochen Lieferzeit für E-Autos von BMW, Mini und Renault

  • „Wir können unsere Elektroautos innerhalb von zwölf Wochen liefern“, berichtet Wieland Bruch, Sprecher für Elektromobilität des bayerischen Autobauers. Neben dem BMW i3 und i3S ist auch der Mini Countryman S E innerhalb dieses Zeitraums verfügbar.
  • Ebenfalls nur drei Monate beträgt die Lieferzeit für den Renault Zoe, Deutschland meistverkauftes Elektrofahrzeug 2017. Auf den kleinen Bruder Renault Twizy müssen Käufer dagegen rund fünf Monate warten, bis sie damit erste Runden drehen können. Der Renault Kangoo Z.E. ist bei Familien ebenso beliebt wie bei Kurierdiensten und Handwerkern: Drei Monate dauert es, bis die Lieferung erfolgt.

Nissan Leaf erhältlich in vier Monaten

Der Nissan Leaf ist das weltweit meistverkaufte Elektroauto – und trotzdem wurde der japanische Automobilhersteller vom Erfolg des Nachfolgemodells überrascht. „Bereits vor Einführung der zweiten Generation des Leaf bekamen wir so viele Bestellungen, dass die Lieferbücher nur nach und nach abgearbeitet werden können“, weiß Alexander Sellei von Nissan Deutschland.

  • Vier Monate müssen Kunden auf den neuen Nissan Leaf warten, halb so lang wie noch vor einem halben Jahr.
  • Langsamer geht es mit der Lieferung des Elektro-Kleinbus Nissan e-NV200 Evalia, der sechs bis acht Monate nach Bestellung übergeben wird. „Wir arbeiten daran, die Lieferzeiten auch für unsere Elektroautos in Zukunft auf ein normales Niveau zu drücken“, so Alexander Sellei.

16 Wochen warten auf Citroëns E-Spaßmobil

  • Beim Citroën e-Méhari kann der Fahrspaß im offenen Freizeitauto mit Plastikkarosserie vier Monate nach Order beginnen.
  • Käufer des Kleinwagens Citroën C-Zero, der baugleich mit dem Peugeot iOn ist, müssen dagegen mit bis zu sieben Monaten Wartezeit rechnen.

Lieferzeiten von Volkswagen, Smart und Jaguar

  • Auch Volkswagen hatte die Lust auf Elektroautos unterschätzt und mehrmals mit Kapazitätsanpassungen reagiert. Die Wartezeit für den Volkswagen e-up! beträgt fünf Monate, für den e-Golf ein halbes Jahr.
  • Im Jahr 2018 war Smart mit den Smart EQ fortwo und forfour die Marke mit den meisten Neuzulassungen rein batterieelektrischer Pkw in Deutschland. Wer heute einen Elektro-Smart bestellt, muss aktuell mit einer Lieferzeit von etwa sechs Monaten rechnen.
  • Für den Komfort-Geländewagen Jaguar i-Pace müssen Käufer sechs Monate Wartezeit einplanen.

Ein Jahr: Hyundai und Kia lassen auf sich warten

  • Schon bisher betrug die Lieferzeit für den Hyundai Ioniq Elektro zwölf Monate. Wer das neueste Modell Kona Elektro erwirbt, kann erst Ende 2020 endlich damit fahren.
  • Auch beim Kia Niro EV und e-Soul des südkoreanischen Autoherstellers vergeht von der Bestellung bis zur Lieferung ein Jahr.

Wenn’s schnell gehen muss: Gebrauchtwagen kaufen

Wer ganz schnell ein Elektroauto besitzen möchte, der sollte sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen. Bei Mobile.de stehen deutschlandweit mehr als 5.500 Elektro-Pkw aus zweiter Hand zum Verkauf, bei Autoscout24.de rund 2.700 E-Fahrzeuge (Stand: Ende April 2019). Also: Auswählen, ansehen, kaufen und losfahren.

 

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