Elektroauto Ladedauer

Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden?

Die Ladedauer eines Elektroautos hängt vor allem von zwei Faktoren ab: von der Kapazität der Elektroauto-Batterie und von der Leistung der Wallbox oder Ladestation. Beim langsamen Laden an der Steckdose ist das Ladegerät des Fahrzeugs oft die Bremse.

Ladedauer an der Steckdose und der Wallbox

Praktisch: Ein Elektroauto zuhause laden kann man an jeder x-beliebigen Schuko-Steckdose. Und das passende Kabel bringt so gut wie jedes Auto mit. Der Nachteil: Beim normalen Haushalts-Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt und einphasigem Laden werden nur circa 2,3 bis 3,1 Kilowatt (kW) Ladeleistung erreicht.

  • Beispiel: Um einen VW e-Golf in diesem Schneckentempo aufzuladen, müsste er 16 bis 17 Stunden ununterbrochen laden.

Sicherer und schneller lädt man mit einer Wallbox. Als Ladeterminal für die heimische Garage benötigt sie in aller Regel einen Drehstromanschluss mit einer Spannung von 400 Volt. Hier kann man dreiphasig laden. Bei einer Stromstärke von 16 Ampere (A) erreicht die hauseigene Stromtankstelle eine Ladeleistung von 11 kW. Eine entsprechend gesicherte Wallbox mit 32 A Stromstärke kommt auf die doppelte Ladeleistung von 22 kW.

  • Beispiel: Um einen 2019er BMW i3 mit 42,2-kW-Akku aufzuladen, benötigen Sie gut 3 Stunden.

Ladedauer bei öffentlichen Ladesäulen

An öffentliche Ladesäulen geht es deutlich schneller, ein Elektroauto zu laden. Öffentliche Schnellladestationen, die mit Gleichstrom (DC) betrieben werden, erreichen 50 kW Leistung. Dabei bringt die Ladestation das passende Kabel schon mit. Ladestationen mit 135 oder sogar 350 kW sind in Planung und vereinzelt bereits realisiert.

  • Beispiel Nissan Leaf: Mit der CHAdeMO-Gleichstomladung dauert es nur etwa eine Stunde, um die Akkus mit 80 Prozent aufzuladen.

Üblicherweise wird eine 80-Prozent-Ladung als Richtwert genommen, um Zeiten zu vergleichen. Bis zur vollen Ladung wird danach die Ladegeschwindigkeit gedrosselt, um die Akkus zu schonen. Fürs Laden mit Wechselstrom bis 43 kW gelten in etwa dieselben Zeiten. Volkswagen gibt für seinen e-up eine Ladezeit von 40 Minuten an. 135 kW bieten die Supercharger von Tesla, die allerdings rar gesät sind und nur von Tesla-Fahrzeugen genutzt werden können.

Gleichstrom oder Wechselstrom laden?

Schnellladesäulen, ob mit Gleichstrom oder Wechselstrom, verkürzen das Laden enorm, weil sie die Hardware und die „Intelligenz“ bereitstellen, um das Laden kurz zu halten. Sie steuern den Ladevorgang so, dass er optimal abläuft, auch was die Schonung der Akkus angeht. Ein Batteriemanagement überwacht beispielsweise die Akku-Temperatur.

Mit Hilfe einer App kann man den Ladevorgang an der heimischen Wallbox, die meist schon eine WLAN-Schnittstelle aufweist, bequem am Computer verfolgen und überwachen. Laden mit einem simplen Stromkabel ist aus zwei Gründen so langsam: Die Schuko-Steckdose bremst den Stromfluss, oder auch der On-board-Lader, der Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln muss. Aus Gewichts- wie aus Kostengründen ist dieses Ladegerät nicht sehr leistungsstark. Meistens ist die 230-V-Steckdose der limitierende Faktor, anders gesagt: Steckdose das schwächste Glied in der Kette.

Was sagt die Batteriestärke über die Ladedauer aus?

Nicht jeder Akku lädt gleich schnell. Eine entscheidende Größe dabei ist die Kapazität der Elektroauto-Batterie, die in Kilowattstunden (kWh) angegeben wird. Von früher 40 kWh rüstet Nissan seinen Leaf auf 62 kW auf. Was Kapazität bringt, erhöht auch die Reichweite von Elektroautos. Andere Hersteller verfahren ebenso.

Aber mehr Akkuleistung bedeutet eben auch mehr Fahrzeuggewicht. Statt mehrere hundert Kilo schweren Akkus wie bei Tesla und Audi, die 500 bis 600 Kilometer Reichweite bringen, beschränken andere Hersteller deren Gewicht lieber auf der Hälfte. So etwa der VW e-Golf mit 345 Kilo.

So berechnen Sie die Ladezeit von Ihrem Elektroauto

Mit der folgenden Faustformel können Sie die Ladezeit leicht berechnen. Teilen Sie die Akkukapazität durch die Leistung der Ladesäule oder Wallbox, und Sie erhalten die ungefähre Ladedauer (wobei einige Nebenfaktoren, zum Beispiel die Außentemperatur, ausgeklammert werden).

Akkukapazität / Ladeleistung = Ladedauer in Stunden

Beispiel: 60 kWh / 22 kW = 2:45 h

Ladedauer von Renault Zoe, BMWi3 und Tesla Model S

Ladedauer Renault ZOE: Den Kleinwagen gibt es mit zwei Batteriestärken zu kaufen: In der Basisversion beträgt die Akku-Kapazität 22 kWh. Wer etwas mehr ausgeben und eine größere Reichweite erreichen will, kann sich den Wagen auch mit einer 41-kWh-Batterie zulegen. Die Tabelle zeigt, wie lange der Ladevorgang dauert, wenn ein fast leerer Akku komplett aufgeladen wird.

3,1 kW 11 kW 22 kW Schnellladestation
22 kWh 7:20 h 1:40 h 0:54 h 0:54 h
41 kWh 13 h 3:20 h 1:40 h 1:40 h

Ladedauer BMW: Die Batterie des BMW i3 verfügt eine Kapazität von 35,8 kWh. Auch hier gilt die Annahme, dass der Akku fast leer ist und auf 100 % aufgeladen wird:

3,1 kW 11 kW 22 kW Schnellladestation
12:30 h 3:20 h 1,15 h

Die Ladedauer eines Tesla Model S: An der Steckdose würde es über 30 Stunden dauern, die Akkus mit 90-kW-Akku aufzuladen. Dank „Supercharger“ fährt der Tesla schon nach einer halbstündigen Pause weiter.

3,1 kW 11 kW 22 kW Supercharger
40 h 8:30 h 6 h 0:30 h
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