So lange ist die Ladezeit von E-Autos

21.10.2022

Die Ladezeit eines Elektroautos hängt von zwei Faktoren ab: von der Akkukapazität und der Ladeleistung. Je größer der Akku desto länger braucht das E-Auto, bis die vollständige Kapazität erreicht ist. Es gibt unterschiedliche Varianten und Möglichkeiten des Ladens, die wir genauer
unter die Lupe nehmen.

 

Was ist schneller: AC oder DC?

Um ein E-Auto zu laden, gibt es zwei Arten von „E-Kraftstoffen“, entweder AC oder DC.

AC ist die abgekürzte Version des Begriffs „Alternating Current“ und ist Wechselstrom, wie er bei Ihnen zuhause aus der Steckdose kommt. Die allermeisten Elektrogeräte mit einem Akku wie Ihr Smartphone benötigen Gleichstrom. Ein Wandler im Stecker sorgt dafür, dass aus Wechselstrom ebenfalls Gleichstrom wird. Der Wandler in Ihrem Elektroauto muss also den Wechselstrom erst in Gleichstrom umwandeln, damit der Ladevorgang beginnen kann.

Der Begriff DC steht für „Direkt Current“ und bedeutet im deutschen: Gleichstrom. Hierfür übernimmt statt des Ladegeräts im E-Auto, die Wallbox das Umwandeln des Stroms. Das heißt, es findet eine Schnellladung statt. Wallboxen, verkürzen die Ladezeit enorm, weil sie die Hardware und die „Intelligenz“ bereitstellen, um das Laden zu optimieren. Sie steuern den Ladevorgang so, dass er einwandfrei abläuft, und vermeiden dabei eine Überlastung des Akkus. Das Batteriemanagement überwacht auch die Akku-Temperatur.

 

Sicher und schnell zuhause laden

Mit Hilfe einer App kann der Ladevorgang an der heimischen Wallbox, die meist schon eine Internet-Schnittstelle aufweist, bequem am Smartphone oder Computer verfolgt und überwacht werden. Beispielsweise kann über die App auch der aktuelle Ladestand abgelesen werden. Die Voraussetzung für die Verwendung dieser Technologie ist jedoch, dass die Wallbox intelligent ist.

 

Steckdose oder lieber doch die Wallbox?

Ein Elektroauto kann theoretisch an jeder x-beliebigen Schuko-Steckdose zuhause laden. Das dazugehörige Kabel bringt so gut wie jedes E-Auto mit. Der Nachteil: Beim normalen Haushalts-Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt und einphasigem Laden werden nur etwa 2,3 bis 3,1 Kilowatt (kW) Ladeleistung erreicht. Je nach Batteriekapazität kann deshalb das Laden bis zu 24 Stunden dauern. Umso größer der Akku, desto länger braucht das E-Auto zum Energie tanken.

Das Laden mit einem simplen Stromkabel ist deshalb so langsam, weil sowohl die Schuko-Steckdose als auch der On-board-Lader, den Wechselstrom wie bereits erwähnt in Gleichstrom umwandeln müssen. Der Stromfluss wird während dem Ladevorgang deshalb stark beeinträchtigt

Wichtig: Elektroleitungen zuhause sind normalerweise nicht für große Stromlasten ausgelegt. Das Laden des E-Autos belastet über viele Stunden hinweg die Stromleitungen, was zu einer Erhitzung führen kann. Je älter das Gebäude und die Leitungen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Stromüberlastung. Vorsicht: im schlimmsten Fall kann eine dauerhafte Überlastung zu Kabelbränden führen.

Deutlich sicherer und effizienter ist eine Wallbox. Denn eine private Ladestation benötigt für die heimische Garage in aller Regel einen Starkstromanschluss mit einer Spannung von 400 Volt. Bei einer Stromstärke von 16 Ampere erreicht die hauseigene Stromtankstelle eine Ladeleistung von 11 Kilowatt. Eine entsprechend gesicherte Wallbox mit 32 Ampere kommt sogar auf die doppelte Ladeleistung von 22 Kilowatt.

 

Ladezeit von E-Autos bei öffentlichen Ladesäulen

Öffentliche Schnellladestationen, die mit Gleichstrom (DC) betrieben werden, erreichen inzwischen Leistungen bis zu 350 Kilowatt. Sie können E-Autos deshalb deutlich schneller laden. Ein passendes Kabel hat die Ladestation auch gleich parat. Zu finden sind Schnellladesäulen oft an Autobahnraststätten oder Autohöfen.

Ein Fallbeispiel zur Verdeutlichung: Der Hyundai IONIQ 6 benötigt bei einer DC-Ladeleistung von 220 Kilowatt eine Ladedauer von nur 18 Minuten bis 80 Prozent der Ladekapazität erreicht wird.

Üblicherweise führen die meisten öffentlichen Ladestationen das IU-Ladeverfahren durch. Dabei wird der Akku in Phasen geteilt, damit die gesamte Ladekapazität ausgeschöpft wird. Die Ladung erfolgt über eine konstante Stromquelle, bis etwa 80 Prozent der Ladekapazität erreicht ist. Die 80-Prozent-Ladung wird zudem auch als Richtwert für Zeitvergleiche zwischen E-Auto-Marken verwendet. Die Regelung soll somit bewirken, dass die Ladesäule, ab einem bestimmten Ladestand, weniger Strom liefert, damit der Akku nicht zu Schaden kommt.

 

Batteriestärke und Ladezeit von E-Autos - Wie hängen sie zusammen?

Nicht jeder Akku lädt gleich schnell. Eine entscheidende Größe dabei ist die Kapazität der Elektroauto-Batterie, die in Kilowattstunden (kWh) angegeben wird. Was Kapazität bringt, erhöht auch die Reichweite von Elektroautos. Viele Hersteller erhöhen deshalb die Kapazität, der in ihren großen Modellen eingesetzten Batterien.

Derzeit speichert die größte erhältliche Batterie etwa 100 Kilowattstunden. E-Fahrzeuge wie Tesla S 100 D oder BMW i4 kommen bei einem Verbrauch von 15 bis 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer mit einer Akkuladung auf mindestens 550 Kilometer. Allerdings gibt es auch Automodelle, bei denen die Kapazität der Batterie niedriger ausfällt, zum Beispiel der BMW i3, welcher nach einer Akkuladung höchstens 310 Kilometer fährt. Im Grund bedeutet das, je höher die Batteriekapazität, desto mehr Fahrkilometer bei einer Akkuladung.

 

Ladezeiten von E-Autos im Vergleich

Schnelles Laden ist eines der wichtigsten Faktoren, die E-Autos für E-Mobilisten attraktiv machen. Welche E-Auto-Marken machen hierbei das Rennen. Hier eine kleine Auflistung beliebter Elektroautos aus 2022:

Automodell Reichweite Batterie-kapazität Ladedauer AC Ladedauer DC (80 Prozent) Ladedauer Steckdose
VW e-up! 260 Kilometer 32,3 kWh 5 Stunden 60 Minuten 14 Stunden
Renault Zoe 2 300 Kilometer 41 kWh 3,40 Stunden 45 Minuten 15,40 Stunden
BMW i3 310 Kilometer 42,2 kWh 4 Stunden 45 Minuten 18 Stunden
Hyundai Kona 484 Kilometer 64 kWh 4,40 Stunden 47 Minuten 22 Stunden
Tesla Model 3 Standard 491 Kilometer 60 kWh 5,51 Stunden 24 Minuten 28 Stunden

Die angegebene jeweilige Ladedauer ist abhängig von der AC- bzw. DC-Ladeleistung, die eine Ladestation zur Verfügung stellt.

 

Ladezeiten von E-Autos berechnen? So simple geht's.

Für die Berechnung der Ladezeit gibt es drei Alternativen. Entweder Sie werfen einen Blick auf die technischen Daten des Herstellers oder berechnen selbst mit der Faustformel die Ladezeit für Ihr E-Auto. Hierbei müssen Sie die Akkukapazität durch die Leistung Ihrer Ladesäule oder Wallbox teilen und erhalten als Ergebnis anschließend die ungefähre Ladedauer für Ihr E-Auto.

Mit der Formel erhalten Sie nur eine grobe Orientierung, denn der Fokus liegt lediglich auf der Akkukapazität und der Ladeleistung. Das heißt: Weitere Einflussfaktoren wie zum Beispiel die Außentemperatur oder der Ladestand der Batterie werden hierbei nicht berücksichtigt.

Die Formel für die Ladezeitberechnung lautet folgendermaßen:

Akkukapazität / Ladeleistung = Ladezeit in Stunden

Beispiel: 60 kWh / 22 kW = 2:45 h

Wer den Aufwand auf ein Minimum beschränken will, kann für die Berechnung ein simples Tool nutzen. EFAHRER.com bietet Ihnen die Möglichkeit mit zwei Klicks die Ladezeit zu berechnen. Hierfür müssen Sie nur die Automarke sowie das Model auswählen und schon erscheint die angefragte Ladezeit.

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