Stromtankstelle im Alltag

Woher kommt eigentlich der Strom für die E-Autos?

Die Verkehrswende kommt voran: Immer mehr saubere Elektroautos fahren auf Deutschlands Straßen. Aber woher kommt eigentlich der Strom dafür? Wir haben nachgeschaut.

Die Pläne der Bundesregierung schienen lange Zeit nicht realisierbar: 2020 sollen eine Million E-Autos, weitere zehn Jahre später bereits sechs Millionen auf unseren Straßen unterwegs sein. Anfang 2017 waren erst 34.022 E-Autos zugelassen.

Der Grund: Sowohl auf Produzenten- als auch auf Konsumentenseite bestand wenig Interesse an der alternativen Fortbewegung. Doch jetzt, da die Euphorie um die Elektromobilität auf allen Seiten so groß ist wie nie zuvor, erscheinen die Zahlen durchaus machbar.

Strom für Elektromobilität: Woher nehmen?

Vollkommen ausgeblendet dabei scheint die Frage, woher eigentlich der ganze Strom kommen soll, der die Fahrzeuge antreibt. Wissenschaftler des Öko-Instituts in Freiburg haben berechnet, dass durch die Elektromobilität im Jahr 2030 eine zusätzliche Stromnachfrage von etwa elf Terrawattstunden entsteht. Dies entspricht etwa zwei Prozent des heutigen Gesamtstromverbrauchs in Deutschland.

Wenn wir emissionsfreie E-Autos fahren wollen, muss der Strom erneuerbaren Energien kommen. Aber die Aufgabe erscheint lösbar. Denn schließlich gibt es bereits heute zeitweise jede Menge überschüssigen Strom aus regenerativer Produktion. Den könnte man perspektivisch in den Batterien der Autos speichern.

Ein Beispiel: E-Auto-Besitzer mit eigener PV-Anlage könnten den selbst produzierten Strom, den sie nicht im Haushalt verbrauchen, temporär in ihrem Auto speichern. An die häusliche oder regionale Energieversorgung angedockt, könnte das Auto zukünftig sogar das Stromnetz entlasten – indem es die Energie wieder ans Netz abgibt, wenn der Energiebedarf besonders hoch ist.

Neue Netze braucht das Land

Je erfolgreicher die Mobilitätswende, desto mehr Ökostrom brauchen wir. Das heißt, dass wir viele neue Solarparks und -anlagen benötigen, vor allem aber große On- und Offshore-Windparks. Gebaut werden sie hauptsächlich im Norden, also dort, wo es permanent windet.

Um den dort produzierten Strom zu transportieren, brauchen wir ein modernes Stromnetz, das den veränderten Anforderungen in allen Belangen gewachsen ist: riesige Trassen, die den Strom von Nord nach Süd transportieren, und natürlich auch viele kleine Leitungen, die ihn weiterverteilen bis hin zu den Ladesäulen und Wallboxen, an denen die E-Autos tanken.

Nach Schätzung der Nationalen Plattform Elektromobilität sind allein für die geplanten eine Million E-Autos bis 2020 rund 70.000 Ladepunkte und gut 7100 Schnellladesäulen erforderlich. Bisher wurde laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bundesweit nur gut ein Zehntel davon aufgestellt. Es gibt also noch enormen Nachholbedarf. Die größte Herausforderung bei dem Projekt besteht allerdings darin, den Strom sinnvoll mit dem Bedarf zu synchronisieren. Hier könnten die Speicher der E-Autos zum Einsatz kommen.

Anstrengende Aufgabe

Der im November 2016 verabschiedete Klimaschutzplan 2050 besagt, dass Deutschland im Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral sein soll. Das bedeutet, dass bis dahin die ganze PKW-Flotte im Land ausgetauscht sein muss. Um den Strom zu produzieren, den die E-Autos dann benötigen – Anfang 2017 gab es rund 46 Millionen Kraftfahrzeuge im Land –, braucht es weitere Anstrengungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien.

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