E-Autos fürs Gewerbe: Renault Twizy Cargo

Elektro-Transporter: Nutzfahrzeuge für Handwerk, Kurier und Lieferdienst

Im innerstädtischen und regionalen Verkehr haben Elektro-Transporter viele Vorteile, gerade auch für Gewerbetreibende. Besonders praktisch: Mittlerweile gibt es mit Strom betriebene Modelle für jeden Bedarf.

Die meisten Lieferfahrzeuge werden heutzutage noch von einem Dieselmotor angetrieben. Mit Dieselfahrverboten und CO2-Einschränkungen wird sich das aber in den nächsten Jahren ändern. Und kostenneutrale, langlebige Alternativen existieren bereits: Nach PKW und Bussen kommen immer mehr Fahrzeugmodelle auf den Markt, die sich für Handwerker, Kurier- und Paketdienstleister eignen.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey aus dem Jahr 2017 waren kleinere Elektro-Transporter bis 7,5 Tonnen – bei den Kosten auf den Gesamtlebenszyklus gerechnet – genauso attraktiv wie Dieselmodelle. Und zwar im Stadt- und Nahverkehr sowie auf Kurzstecken.

Am effektivsten sind Transporter & Co. bei rund 200 Kilometer Fahrleistung pro Tag eingesetzt. Durch größere Batteriekapazitäten sind inzwischen schon reale Reichweiten von mehr als 300 km möglich.

Zweifelsohne wird die Zahl der E-Transporter in den Fuhrparks der Unternehmen weiter zunehmen. Laut einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group zufolge werden bis zum Jahr 2030 35 Prozent der neu zugelassenen leichten Lkw (bis sechs Tonnen) und 26 Prozent der neuen schweren Lkw (schwerer als 15 Tonnen) mit alternativen Antrieben fahren.

Kostenvergleich: Viele Förderungen für E-Transporter

Selbst nach Abzug des Umweltbonus von bis zu 6.000 Euro: Die meisten Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb sind in der Anschaffung derzeit noch ein wenig teurer als entsprechende Dieselmodelle. Dafür gibt es aber diverse Prämien für alle, die auf einen sauberen Transporter umsteigen. Welche Elektroautos Förderung bekomme, verrät die aktuelle Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Auch die KfW-Förderbank unterstützt Gewerbetreibende beim Elektroautokauf: Mit dem KfW-Umweltprogramm 240/241 finanziert sie Umweltschutzmaßnahmen gewerblicher Unternehmen und Freiberufler, worunter auch Investitionen in die Elektromobilität fallen.

Die KfW gewährt günstige Konditionen (ab 1,00 % effektiver Jahreszins) zur Anschaffung von Elektroautos sowie Plug-in-Hybriden und für den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Kredithöhe, Laufzeit und konkreter Zinssatz werden individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten. Manche Energieversorger und Kommunen stellen ebenso Fördermittel zum Kauf von E-Autos bereit.

Steuervorteile und Öko-Boni für Elektro-Nutzfahrzeuge

Bei Steuer und Versicherung besitzen Elektroautos unschlagbare Vorteile: Wer bis spätestens 31. Dezember 2025 ein E-Fahrzeug neu zulässt, zahlt ab dem Tag der Erstzulassung zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer. Viele Versicherungsunternehmen haben inzwischen günstige Kfz-Versicherungstarife mit lukrativen Öko-Boni für Elektroautos im Angebot.

Auch bei den Betriebskosten sind E-Transporter günstiger

Größter Brocken bei der Kostenrechnung gewerblich genutzter Fahrzeuge sind die Betriebskosten, worunter Kraftstoff, Service, Wartung und Reparaturen fallen. E-Transporter profitieren vom günstigen Strompreis für Gewerbekunden, der im Jahr 2019 im Schnitt bei 15,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) lag und das Fahren preiswerter als mit herkömmlichen Sprit macht. Der VW e-load up braucht beispielsweise rund 12 kWh, der Kastenwagen Nissan e-NV200 etwa 17 kWh Strom pro 100 Kilometer.

Weil Elektromotoren weder Motoröl- und Filterwechsel, Kupplung oder Auspuff benötigen, gelten Elektrofahrzeuge als weniger wartungs- und reperaturintensiv. Die regelmäßigen Fahrten von Nutzfahrzeugen sind ein deutlicher Vorteil, denn je mehr Kilometer das Elektroauto zurücklegt, desto schneller amortisiert sich die Anschaffung gegenüber Benziner und Diesel. Der Kostenvergleich des ADAC zeigt, dass Elektrofahrzeuge immer günstiger werden und einige ihre Verbrennungsmotor-Pendants sogar schon überholt haben.

Elektrische Kleintransporter und Lieferwägen für Reparatur- und Handwerks- und Kurierdienste

  • Für kleine Lasten im urbanen Lieferverkehr eignet sich das Leichtfahrzeug Renault Twizy Cargo. In der Cargo-Version ersetzt ein Kofferraum mit 156 Liter den zweiten Sitzplatz, die Zuladung beträgt 75 Kilogramm, die Reichweite 120 Kilometer. Preis: ab 7.790 Euro.
  • Der Lieferwagen Renault Kangoo Z.E. ist ebenfalls in zwei Größen erhältlich, mit bis zu 4,6 Kubikmeter Ladevolumen, 640 Kilogramm Nutzlast und 200 Kilometer Reichweite. Preis: ab 24.776 Euro.
  • Bis zu 300 Kilometer können Besitzer des Kastenwagens Nissan e-NV200 fahren. In 4,2 Kubikmeter Ladevolumen finden zwei Europaletten Platz oder andere Fracht bis zu 695 Kilogramm Gewicht. Preis: ab 34.105 Euro.
  • Mit einer Reichweite von 170 km und einer Nutzlast von 695 kg eignet sich Citroën Berlingo Electric bestens für kleinere Handwerksunternehmen und Lieferdienste. Preis: ab  24.633 € Für 2021 kündigte der Hersteller bereits eine neue Version des kleinsten seiner Nutzfahrzeuge an.
  • Seit Anfang des Jahres ist der neue VW ABT eCaddy auf dem Markt- allerdings nur als Leasingfahrzeug. Den Neuen bei VW gibt es als Kombi oder Kastenwagen. In beiden Varianten hält der e-Caddy eine Nutzlast von bis zu 635 kg aus. Seine Reichweite liegt bei 90 km. Preis: Leasingrate ab 259 € monatlich.

Kastenwägen für Handwerker, Gartenbau und Paketzusteller

  • VW gibt in Sachen Elektromobilität weiter Gas. Neben dem e Caddy und den eCrafter bringt VW noch den ABT e-Transporter 6.1 auf dem Markt. Seit Anfang 2020 können Gewerbekunden den Elektro-Transporter in der Leasing-Variante vorbestellen. Mit einer Nutzlast von bis zu 1,1 Tonnen und einem Laderaumvolumen von 6,7 m3 schafft er eine Reichweite von bis zu 400 km. Preis: Leasingrate ab 459 Euro monatlich.
  • Für 2020 kündigte Fiat den Ducato electric an. Seine Reichweite soll zwischen 220 und 360 km liegen. Mit einem Ladevolumen von 10-17 m3 und einer Nutzlast von bis zu 1.950 kg erreicht der Ducato electric Spitzenwerte. Der Preis für Fiats neues Nutzfahrzeug ist bisher noch nicht bekannt.
  • Der Mercedes e-Vitobildet seit Herbst 2018 den Auftakt zur Elektrifizierung der Sternenflotte. 6,0 Kubikmeter Ladevolumen, 1.015 Kilogramm Zuladung und 150 Kilometer Reichweite zeichnen den Transporter aus, der Preis beginnt ab 47.588,10 Euro. Noch in diesem Jahr soll der eSprinter von Mercedes in zwei Versionen auf dem Markt kommen. Unternehmen können dann wählen, zwischen der Technik des eVito und einer Traktionsbatterie. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei bis zu 168 km. Die Nutzlast des neuen Elektro-Transporters liegt bei 1.045 Kilogramm. Den Preis gab der Hersteller bisher nicht bekannt.
  • Den Renault Master Z.E. gibt es als Kastenwagen in drei verschiedenen Längen und zwei Höhen sowie als Fahrgestell für verschiedene Aufbauten bis zu 22 Kubikmeter. Die maximale Nutzlast liegt bei 1,1 Tonnen, die Reichweite bei 120 Kilometer, der Preis beginnt bei 59.900 Euro.
  • Die Elektrofahrzeuge Alké ATX werden speziell für den gewerblichen und kommunalen Einsatz gebaut. Dazu gibt es ein Ausbau- und Ausstattungsprogramm mit vielen Varianten vom Kipper bis zum Foodtruck. Je nach Modell fährt der ATX bis zu 1.630 Kilogramm Nutzlast im 1,5-Kubikmeter-Laderaum bis zu 150 Kilometer weit und besitzt eine Zugkraft bis zu drei Tonnen. Preis: individuell.
  • Der Iveco Daily Electric ist das größte E-Gefährt in der Transporterklasse. Mit bis zu 17,0 Kubikmeter Ladevolumen und fast 2,7 Tonnen Nutzlast wird er als Kastenwagen, Fahrgestell und Minibus mit unterschiedlichen Radständen angeboten. Mit einer Akkuladung kommt der Transporter rund 130 Kilometer weit. Preis: ab 75.000 Euro.
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