Routenplanung Elektroauto

Routenplanung mit dem Elektroauto

Es gibt zwar täglich mehr öffentliche Ladestationen. Wer aber längere Strecken mit dem Elektroauto zurücklegen muss, sollte seine Routen im Internet oder per App planen. Praktisch: Über viele Apps bekommt man den Zugang zur Ladestation und den geladenen Strom zahlen.

Kann man mit dem Elektroauto auch weite Strecken meistern? Ja, das geht. Allerdings müssen Fahrer von E-Autos mehr Zeit mitbringen und ihre „Tankstopps“ sorgfältig planen. Denn noch ist die öffentliche Lade-Infrastruktur noch nicht so gut ausgebaut wie für konventionelle Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor.

Aber ständig kommen neue Ladepunkte hinzu. Wer auf dem Laufenden bleiben will, orientiert sich mit Apps oder Navigationssystemen. Zumal man unterwegs vielleicht spontan von der geplanten Route abweicht oder unterwegs eine Störungsmeldung empfängt.

Es gibt auch Stationsfinder im Internet. Sie sind zwar nützlich, um neue Stationen ausfindig zu machen. Um eine Route zu planen, verlangen sie aber unnötig viel Handarbeit. Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur ist zwar amtlich korrekt, einigermaßen aktuell, für die Reiseplanung jedoch nicht die smarteste Lösung.

Ladestationen für Elektroautos in Deutschland

In vielen Bereichen hat sich die Abdeckung und somit die Routenplanung in den vergangenen Jahren gebessert. Die Ladeinfrastruktur wächst relativ schnell:

  • Es gibt mehr Ladesäulen. Der Routenplaner von GoingElectric verzeichnet aktuell (Anfang Juli 2018) 112.115 Ladepunkte in 48 Ländern.
  • Es gibt mehr Schnelllade-Säulen.
  • Neue öffentliche Ladesäulen kann man durchgehend anfahren.
  • Es gibt mehr und einfachere Bezahlmöglichkeiten. Dazu trägt die Ladesäulenverordnung bei.
  • Es gibt gute Suchhilfen, die speziell Einsteigern das Leben leichter machen.

Erst planen, dann fahren

Ein Kinderspiel ist das Laden unterwegs dennoch nicht. Wer zum Beispiel von Köln nach Hamburg fährt und mehr als 400 Kilometer zurücklegt, muss vorher wissen, welche Ladestationen nach 150, 200 oder 300 Kilometern an der Strecke liegen.

Öffentliche Ladesäulen mit mehreren Ladepunkten, die 24 Stunden zugänglich sind, kommen eher infrage als „Exoten“. Hier besteht ein größeres Risiko, dass die Ladesäule belegt oder momentan nicht verfügbar ist. Manche Umwege können Elektrofahrer nicht in Kauf nehmen, weil ihre Gesamtreichweite dafür nicht ausgelegt ist.

Die Reichweite des Elektroautos kann manchmal aufgrund äußerer Umstände schrumpfen: Wenn es im Winter klirrend kalt ist, wenn im Sommer die Klimaanlage an der Elektroauto-Batterie knabbert oder wenn der Fahrer schlicht zu sportlich unterwegs war: Bei hohen Geschwindigkeiten werden deutlich mehr Kilowattstunden verbraucht.

Die richtige Säule ansteuern

Wer beispielsweise mit einem Nissan Leaf unterwegs ist, interessiert sich fürs schnelle Laden mit Gleichstrom. Ein CHAdeMo-Stecker beziehungsweise -Kabel soll es sein. Sitzt man im BMW i3, bevorzugt man den CCS-Standard. Ein schlauer Routenplaner nimmt einem das Kopfzerbrechen ab. Bei GoingElectric gibt man an, welches Fahrzeug man fährt; dieser Filter zeigt, welche Ladesäulen auf der Strecke liegen.

Bei der Routenplanung mit GoingElectric stellt man fest, dass es eine Unzahl von Ladekarten und Ladeverbünden gibt. Auf den zweiten Blick registriert man erleichtert: Viele Möglichkeiten existieren nebeneinander, Laden ist einfacher geworden.

Schnell, schneller, Tesla Supercharger

Wer einen Tesla sein eigen nennt, hat’s leicht und konzentriert sich auf die Supercharger des Herstellers. Der bietet dafür eine spezielle App für iOS und Android, die auch über den Touchscreen des Fahrzeugs verfügbar ist. Sie lotst den Fahrer zum nächsten Tesla-spezifischen Ladepunkt. Erfahrungsberichte im Internet lesen sich positiv. Nicht nur die große Reichweite ist ein Vorzug, sondern auch das hohe Ladetempo.

Davon dürfen sich die deutschen Hersteller, deren Ionity-Netz erst im Aufbau begriffen ist, eine Scheibe abschneiden. Ende Juni haben sie die erste von 400 geplanten Schnelllade-Stationen entlang großer Verkehrsachsen offiziell eröffnet.

Routenplanung für E-Autos in der Praxis


Video: Der Vlogger Dirk Hennigsen teilt praktische Erfahrungen zur Routenplanung, mit einem besonderen Fokus auf Tesla-Modelle.

Suchen und zahlen mit Apps zur Routenplanung

Eine App zur Routenplanung fürs Elektroauto muss also mehrere elementare Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss Ladestationen für das eigene Automodell (also mit dem passenden Stecker beziehungsweise Kabel).
  • Sie sollte die jeweilige Ladeleistung der Station anzeigen und es ermöglichen, Schnelllade-Technik zu bevorzugen.
  • Last but not least muss sie die erwünschte Bezahlmethode kennen oder bedienen.

Erfreulich: Die immer umfassenderen Kooperationen erweitern die Reichweite auch von „kleinen“ Kundenkarten. Daneben verbreiten sich alternative Zahlungswege wie Paypal. Sehr oft genügt entweder die Karte, die man schon hat, und es ist keine neuerliche Registrierung verlangt. Oder man kann die Kreditkarte nutzen.

Trotzdem ist die Ladesituation für viele Elektrofahrer noch nicht ideal. Zu viele Anbieter stecken ihre eigenen Claims ab. Und manchmal zahlen verschiedene Ladekarten an derselben Station sogar verschiedene Preise.

Mit der Ladesäulenverordnung werden sich zwei Zahlungswege stärker ausbreiten:

  • Man scannt den Code der Ladesäule an oder gibt ihre Nummer ein und kann danach das passende Ladeprodukt wählen. Bezahlt wird per Kreditkarte oder Scheckkarte.
  • Berührungslos zahlen per NFC („near field commmunication“) funktioniert so einfach wie an der Supermarktkasse: Man weist sich mit dem Smartphone aus. Abrechnung und Abbuchung erfolgen vollautomatisch.

Die besten Apps zur Routenplanung

Wer seine Route mit goingelectric am heimischen Computer geplant hat, wird deshalb auch zu Apps wie Nextplug oder Wattfinder greifen. Sie basieren auf demselben Ladesäulenverzeichnis. Ähnlich ist die Funktionalität von ChargeEV (beide iOS). Diese App erlauben eine differenzierte Suche und Routenplanung. Neben den genannten gibt es weiterer Apps für beide mobilen Betriebssysteme.

Ein letztes Ärgernis kann keine noch so sorgfältige Planung vermeiden und keine App voraussehen: zugeparkte Ladesäulen. Hier stehen Betreiber in der Pflicht, das Falschparken von Autos mit Verbrennungsmotor zu ahnden.

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